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21.02.2014

09:57 Uhr

Richtig gerankt?

Auto-Bewertungen ringen um Glaubwürdigkeit

Quelle:dpa

Ein Ranking, über Auto-Modelle? Seit der ADAC-Affäre klingeln die Alarmglocken, wenn es um solche Ranglisten geht. Die Methoden hinter den Aufstellungen sind höchst unterschiedlich.

Seit der ADAC-Affäre müssen sich die Macher des Dekra-Gebrauchtwagenreports kritischen Fragen stellen. Foto: Sebastian Kahnert dpa

Seit der ADAC-Affäre müssen sich die Macher des Dekra-Gebrauchtwagenreports kritischen Fragen stellen.
Foto: Sebastian Kahnert

StuttgartDekra-Chef Gerd Neumann ist vorbereitet. Minutenlang referiert er über die Methoden des Gebrauchtwagenreports. «Wir sind nicht in der Not, Zahlen zu manipulieren», versucht er kritische Frager zu beschwichtigen. «Wir adressieren den Kunden, wir sind nicht interessiert am Hersteller.»

Seit der ADAC mit den Manipulationen beim «Gelben Engel» für Schlagzeilen gesorgt hat, sehen sich die Anbieter von Rankings zunehmend kritischen Nachfragen ausgesetzt.

«Die Basis von Vertrauen ist Transparenz», sagte Volker Breid, Geschäftsführer der Motor Presse, jüngst in Stuttgart. Der Verlag schaltete deshalb bei der Leserwahl der Zeitschrift «auto motor sport» in diesem Jahr erstmals einen Notar ein.

Doch Marktforscher hinterfragen die grundsätzliche Aussagekraft solcher Umfragen. «Viele Leser-Umfragen sind nicht repräsentativ, weil von vornherein ein enger Kreis ausgewählt ist», sagte der Soziologe Steffen Hillmert von der Uni Tübingen. «Es spricht nichts dagegen, wenn ein Verein seine Mitglieder befragt.» Das dürfe aber nicht mit unabhängigen Studien verwechselt werden, bei denen es um einen repräsentativen Querschnitt gehe.

Für sein Kundenbarometer beispielsweise geht der ADAC anders vor und befragt mit Hilfe eines externen Marktforschers jährlich 20 000 Autofahrer - darunter auch Nicht-Mitglieder. Dem liege ein Online-Panel zugrunde, die Befragung sei also online repräsentativ, sagt Jan Schreier vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg am Lech. Dass Werte wie «Zufriedenheit» abgefragt würden, sei subjektiv, räumt er ein. Es habe aber trotzdem seine Berechtigung. «Der ADAC wird nicht die volle Realität abbilden können, trägt aber seinen Teil dazu bei.»

Für seine Pannenstatistik wertete der ADAC zuletzt gut 170 000 der 2,6 Millionen im Jahr 2012 betreuten Pannen aus, Bedienungsfehler nicht mitgezählt. Die Aussagekraft solcher objektiver Kriterien sei höher, sagt Thomas Gautschi, Professor am Lehrstuhl für Methoden der empirischen Sozialforschung der Uni Mannheim. Denn vor allem Werte wie «Beliebtheitsgrad» oder «Umweltbewusstsein» seien schwer messbar.

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