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02.08.2013

18:10 Uhr

Sommerhitze vs. Asphalt

Die Gefahr aus der Tiefe

Er wölbt sich wieder, der Straßenbelag, er hebt sich – und platzt plötzlich. Wegen der Hitze werden vor allem alte Fahrbahnen zur Risikostrecke. Viel tun können Autofahrer nicht gegen die Gefahr.

Bauarbeiten zwischen Diez und Limburg am Freitag: Auf der Autobahn A3 hatte sich der Asphalt angehoben. dpa

Bauarbeiten zwischen Diez und Limburg am Freitag: Auf der Autobahn A3 hatte sich der Asphalt angehoben.

DüsseldorfWenn die ungewöhnlich starke Sommerhitze sogar den Asphalt auf unseren Straßen schmelzen lässt, sprechen Experten von so genannten „Blow-ups“. Im Süden der Republik mussten bereits mehrere Autobahnabschnitte wegen gehobener Betonplatten gesperrt werden. Es gab sogar einen Todesfall mit einem Motorradfahrer. Und die tödliche Gefahr durch geplatzte Fahrbahndecken kommt wieder – mit der nächsten Hitzewelle.

In den vergangenen Tagen betroffen waren die A3 zwischen Diez und Limburg, wo sich der Asphalt hob, wie die Autobahnpolizei mitteilte. Am Freitag bildete sich ein kilometerlanger Rückstau, der bis ans Dernbacher Dreieck reichte. Deshalb hat die Autobahnpolizei dort die A3 in Richtung Frankfurt gesperrt. Erst tags zuvor war - ebenfalls wegen der hohen Temperaturen - die Fahrbahn der A1 bei Hetzerath in Fahrtrichtung Saarbrücken aufgeplatzt, die rechte Spur wurde zeitweise gesperrt.

Hohe Temperaturen hatten bereits Mitte bis Ende Juni auf zahlreichen Autobahnen Schäden verursacht. Betroffen waren vor allem die Autobahnen A3, A7, A92, A93 und A94 in Bayern, doch auch aus anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg wurden durch Hitze hervorgerufene Fahrbahnaufwölbungen gemeldet.

Am 24. Juli hatte das heiße Sommerwetter die Fahrbahn der A14 bei Halle so stark beschädigt, dass sich eine Betonplatte hob. Christoph Krelle, Fachbereichsleiter Autobahn der Landesstraßenbaubehörde, sagte Arbeiter seien in der Nähe gewesen, als es passierte: „Es gab einen Riesen-Knall und dann stand die Betondecke zehn Zentimeter höher.“ Zwei Platten auf einer Länge von zehn Metern mussten entfernt und mit Asphalt ersetzt werden.

Die für die Verkehrssicherung der Autobahnen zuständigen Behörden sind nach Ansicht des Autoclubs gefordert, die Strecken deutlich häufiger als sonst zu kontrollieren und notwendige Maßnahmen wie Warnhinweise, befristete Tempolimits oder notfalls sogar Fahrbahnsperrungen einzuleiten. Auch die Autofahrer sollten derzeit besonders vorausschauend fahren.

Großen Abstand halten auf alten Autobahnen

Insgesamt sind in Deutschland rund 70 Prozent der Autobahnen aus Asphalt gebaut, etwa 30 Prozent sind Betonfahrbahnen. Probleme gibt es vor allem an älteren Strecken aus Beton. Die dort verbauten Betonplatten dehnen sich bei Hitze aus.

Wenn die Platten aneinander stoßen, entstehen starke Druckspannungen, die sich vor allem an Schwachstellen nicht mehr gleichmäßig verteilen können. Dadurch können sich die Betonplatten regelrecht aufstellen, es bilden sich „Blow-ups“. Derartige Schäden gibt es vor allem bei länger anhaltenden Hitzeperioden.

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

02.08.2013, 18:34 Uhr

Mal eine naive Frage: haben denn die südlichen Länder ebenfalls das Problem? Auch in Spanien, Portugal, Italien, Frankreich, Griechenland, Kroatien, gibt es Autobahnen. Dort herrscht aber über einen längeren Zeitraum eine größere Hitze. Oder wie sieht es bei unseren direkten Nachbarn Österreich aus? Auch da gibt es Autobahnen und es ist heiß. Einfach nur neugierig bin

Account gelöscht!

02.08.2013, 18:39 Uhr

(Was ist denn ein "Schweinwerfer"?) (o:)
Da hilft nur noch Tempo 30 auf Autobahnen!

Ich_kritisch

02.08.2013, 19:05 Uhr

Einfach die Autobahnen wie in Norditalien oder Südfrankreich bauen. Dort (in der Alpenregion) gibt es wie bei uns im Winter starken Frost und im Sommer starke Hitze und doch passiert dort nix.
Etwas mehr Geld in die Instandhaltung stecken statt in den Bau sinnloser Brücken in der EU.

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