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09.03.2011

14:35 Uhr

Tanke schön!

Der Super-Schlamassel geht weiter

VonFrank G. Heide

Der E10-Gipfel kreißte und gebar ein Mäuslein. Autofahrer, die sich um ihre Motoren sorgen, vermissen weitergehende Herstellergarantien. Ein Ratgeber.

Recht so: Vor dem Griff zum neuen Super-Kraftstoff sollte verbindliche die Freigabe des Autoherstellers geklärt sein. Quelle: dpa

Recht so: Vor dem Griff zum neuen Super-Kraftstoff sollte verbindliche die Freigabe des Autoherstellers geklärt sein.

Sollen alle Autofahrer, die sich um die Verträglichkeit von E10 für den Ottomotor ihres Fahrzeugs sorgen, so vorgehen wie Wirtschaftsminister Rainer Brüderle? Der hat angeblich den Hersteller seines 13 Jahre alten Fahrzeugs schriftlich aufgefordert, ihm die Unbedenklichkeit des neuen Kraftstoffs mit dem höheren Ethanolanteil zu bestätigen.

Diese Vorgehensweise ist zwar jedem persönlich überlassen und aus rechtlicher Sicht sicherlich empfehlenswert, aber realistisch betrachtet dürfte das Papierkrieg verursachende Verfahren sich in der Praxis kaum durchsetzen. Es ist auch nicht das, was die handelnden Parteien und Teilnehmer am sogenannten "Benzin-Gipfel" empfehlen.

Sie versprechen, die Verbindlichkeit (und damit das bislang fehlende Vertrauen der deutschen Autofahrer) würde durch Verträglichkeitslisten der Autohersteller hergestellt, wie sie bald an allem Tankstellen ausgelegt werden sollen. Das ist allerdings nicht neu, sondern nur eine zusätzliche vertrauensbildende Maßnahme, denn die gleichen Angaben gab es zuvor schon auf den Websites der Hersteller.

Statt solcher Anschreiben (etwa über das Kraftfahrtbundesamt, wie es der ADAC gefordert hatte) prüfen die Autobauer nun, ein Internetportal einzurichten, das direkte Verlinkungen zu den Hersteller-Websites enthält. Dort soll man mittels der Identifikations-Nummer aus dem Fahrzeugschein überprüfen können, ob das eigene Fahrzeug E10-tauglich ist.

Auf Kulanz hoffen oder Nachweis führen

Eine Sonderhaftung oder ausgeweitete Garantien werde es im Zuge der E10-Einführung aber nicht geben, das hatten die Autobauer schon vor dem Gipfel klargestellt. Im Klartext: Wenn es zu einer Falschbetankung kommt, die im schlimmsten Fall den Motor zerstört, dann ist von der Herstellern laut offizieller Sprachregelung keine Hilfe zu erwarten.

Kunden, die ihr Auto oder Motorrad fälschlicherweise mit E10 betankt haben, haben keinen Anspruch auf Garantieleistungen. Ruiniert das Biobenzin den Motor oder die Kraftstoffleitungen eines Fahrzeugs, das für den E10-Betrieb nicht explizit freigegeben ist, muss der Halter selbst für den Schaden aufkommen - oder auf die Kulanz des Herstellers hoffen.

Beweislast liegt beim Verbraucher

Sollte es Reklamationen wegen vermeintlicher E10-Probleme geben, würden diese "im Rahmen unserer Garantiebestimmungen" geprüft, hieß es zum Beispiel bei Opel. "Dann muss man das in jedem Einzelfall prüfen, so wie in jedem Fall einer Reklamation im Garantieverfahren."

„Den Schaden trägt der Autofahrer“, sagt Maximilian Maurer vom ADAC. Zwar könne man den Hersteller in die Haftung nehmen, wenn das Modell auf der Unbedenklichkeitsliste der Deutschen Automobil Treuhand steht. Aber der Geschädigte müsse nachweisen, dass der Schaden wirklich durch E10 angerichtet worden ist. „Man muss lückenlos nachweisen, dass man immer richtig getankt hat.“ Das dürfte allerdings für die meisten Autofahrer vor allem im Hinblick auf die durch E10 befürchteten Langzeitschäden ein Ding der Unmöglichkeit sein.

Kommentare (7)

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kanzlist

09.03.2011, 15:38 Uhr

Wer das berliner Polithanselbenzin tankt, gehört wahrscheinlich selber zu diesem Orden. Alle vernünftigen und aufgeklärten Zeitgenossen lassen die Finger davon.

wone

09.03.2011, 19:31 Uhr

Wir stimmen beim Tanken an der Zapfsäule ab

wone

09.03.2011, 19:35 Uhr

"Alle Motoren vertragen das E 25 in Brasilien seit Jahren"
Stimmt!
Keinem Herstelle konnte der Motorschaden auf E 25 nachgewiesen werden, damit auch keine Efassung als E 25 Schaden und damit kein Ausfallgrund wegen E 25!
hahahaha

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