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23.10.2014

09:52 Uhr

Test

Viele Billig-Kindersitze sind gefährlich

Eltern, die günstige Kindersitze suchen, finden diese massenhaft und gut beworben im Internet. Sitze unter 70 Euro haben ADAC und Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Das Ergebnis erschreckt nicht nur die Tester.

Mitarbeiter des ADAC Technik Zentrum: In der Crash-Test-Halle in Landsberg wird ein Dummy in Kindergröße in einem Kindersitz angeschnallt. dpa

Mitarbeiter des ADAC Technik Zentrum: In der Crash-Test-Halle in Landsberg wird ein Dummy in Kindergröße in einem Kindersitz angeschnallt.

MünchenGünstige Auto-Kindersitze aus dem Internet sind nach Angaben des Automobilclubs ADAC und der Stiftung Warentest oft nicht zu empfehlen. Bei einem Test seien sechs von zehn Produkten als mangelhaft bewertet worden, teilte der ADAC am Donnerstag in München mit. Eine Babyschale wurde als „gut“ bewertet.

Für die Untersuchung wurden zehn Sitze aus verschiedenen Gewichtsklassen getestet, die für weniger als 70 Euro verkauft werden. Bei einem Frontal- oder Seitenaufprall seien die Kinder oft nicht ausreichend geschützt, erläuterte der ADAC. Zudem waren mehrere Produkte stark mit Schadstoffen belastet.

Bei dem Test achteten die Prüfer auf Kriterien wie Sicherheit, Bedienung oder Verhalten beim Zusammenprall. Simuliert wurden Unfälle mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 64 Stundenkilometern.

ADAC-Test

"Erschreckende" Testergebnisse für billige Kindersitze

ADAC-Test: "Erschreckende" Testergebnisse für billige Kindersitze

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Die Babyschale Nania Beone SP (59 Euro) für Säuglinge ist das einzige mit der Gesamtnote „gut“ bewertete Produkt im Test. Laut Stiftung Warentest handelt es sich um die seit Jahren erste gute Babyschale für unter 100 Euro. In den drei weiteren Gewichtsklassen sah es anders aus.

Beim Nania Safety Paris SP (44 Euro, bis 18 Kilogramm/4 Jahre) wurden die Anschnallgurte samt Verankerung durch die Wucht des Front-Aufpralls aus der Sitzschale herausgerissen, bei einem Unfall wäre das Kind gegen den Fahrersitz geknallt.

Ebenfalls mangelhaft schnitten in der Klasse für Kinder von neun bis 36 Kilogramm (1-12 Jahre) ab: Tiggo Bebehut, United-Kids Alpha Deluxe, United-Kids Kid Komfort, United-Kids Kidstar. Hier gab es zwei Produkte mit der Note „befriedigend“, den Nania Racer SP und der Fisher Price FP3000.

In der Klasse für Kinder von 15 bis 36 Kilogramm (4-12 Jahre) schnitt der Fisher Price FP4000 mit „befriedigend“ ab, der Nania Starter SP fiel aufgrund einer hohen Schadstoffbelastung durch.

Problematisch fanden die Tester, dass bei verschiedenen Sitze, die mehrere Jahre eingesetzt werden, die Rückenstütze abgenommen werden muss. Dann sind die kleinen Passagiere beim Seitenaufprall nicht mehr ausreichend geschützt.

Die ausführlichen Ergebnisse kann man in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Test“ der Stiftung Warentest nachlesen. Dort werden auch gut getestete Kindersitze aus früheren Tests aufgeführt – für weniger als 170 Euro ist allerdings keiner zu haben.

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