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30.03.2011

11:07 Uhr

Tödliche Fliesen

Schwere Ladung kann Kleinwagen-Fahrer erschlagen

Quelle:dpa

Schwere Einkäufe - etwa aus einem Baumarkt - können besonders für die Insassen kleiner Autos zur tödlichen Gefahr werden. Das hat der ADAC in seinem neuesten Crashtest herausgefunden.

Chaos nach dem Crash

Schwere Einkäufe - etwa aus einem Baumarkt - können besonders für die Insassen kleiner Autos zur tödlichen Gefahr werden.

MünchenEin ADAC-Crashtest mit einem vollgeladenen Kleinwagen hat kürzlich gezeigt, dass die Inneneinrichtung und insbesondere die Sitze von Kompaktautos herumfliegender Ladung nicht standhalten können. Potenziell gefährliche Gegenstände wie Werkzeug oder Fliesen sollten deshalb möglichst mit Gurten befestigt werden, rät der Münchener Autoclub. Gerade in kleineren Autos sind den Angaben nach aber häufig keine Vorrichtungen für Haltegurte vorhanden. In diesem Fall sollten die Einkäufe dicht an die Fahrzeuginnenwände gepackt werden.

Wenn der Platz im Kofferraum reicht, wird die Rückbank besser nicht umgeklappt: Sie gewährt bei einem Unfall zusätzlichen Schutz vor der Ladung. Über Kreuz gespannte Anschnallgurte können ihr mehr Stabilität verleihen.

Besonders schwere Dinge sollten möglichst im Fußraum liegen und scharfkantige oder zerbrechliche Teile in Decken gewickelt werden.

Getestet wurde exemplarisch der Fiat Punto, der mit typischen Gegenständen aus dem Baumarkt beladen wurde. Beim ersten Test mit schlecht gesicherter Ladung wurde der Innenraum des Kleinwagens völlig demoliert. Fliesen und Splitter hätten im Ernstfall zu schweren Schnitt- und Wirbelsäulenverletzungen geführt. Die Sitze im Kleinwagen können der Wucht der Gegenstände nicht Stand halten. Sie bieten den Lendenwirbeln der Insassen kaum Schutz.

Bei einem zweiten Crashversuch mit richtig gesicherter Ladung wurde kein Insasse durch herumfliegende Gegenstände verletzt, aber die Lehne der Rücksitzbank des Kleinwagens geriet bereits mit zwei Paketen voll Fliesen an ihre Belastungsgrenze. Weil Ösen und Haken zum Verzurren fehlten, war eine zusätzliche Sicherung kaum möglich.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

31.03.2011, 10:08 Uhr

Ich frag mich gerade, was daran neu ist. Schlecht gesicherte Ladung ist auch in einem Mittelklassewagen ein Risiko.
Die meisten Leute sind schlicht zu faul, sich um eine ordentliche Ladungssicherung zu kümmern - nach dem Motto "für die paar Kilometer".

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