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17.09.2012

13:31 Uhr

Undurchsichtige Policen

Vorsicht vor Versicherungen aus dem Autohaus

VonKerstin Leitel, Michael Detering

Mit Rundum-sorglos-Paketen wollen die Autoversicherer aus den roten Zahlen kommen. Doch Verbraucherschützer warnen Kunden davor, beim Autohändler ohne Hinsehen zuzugreifen. Nicht jedes Angebot ist attraktiv.

Den Verkäufer aus der Reserve locken: Im Verhandlungsgespräch beim Autokauf kommt es auch aufs Bluffen an. gms

Den Verkäufer aus der Reserve locken: Im Verhandlungsgespräch beim Autokauf kommt es auch aufs Bluffen an.

Frankfurt.Die Versicherer umgarnen die Autokonzerne. Um das seit Jahren schwierige Geschäft mit Autoversicherungen wieder in Gang zu bringen, setzt Europas größter Versicherer, die Allianz, zum Beispiel auf Kooperationen mit der Autoindustrie.

Ob davon alle Beteiligten – Hersteller, Versicherer und Kunde - gleichermaßen profitieren? Die Versicherer behaupten das, doch das ist nicht ausgemacht. Denn die Branche nimmt in Kauf, dass der Versicherte oft noch nicht einmal weiß, bei wem er die Police abgeschlossen hat.

Geld sparen in der Autoversicherung

Worauf zu achten ist

Nicht jede Versicherung bietet alle Rabatte an. Eine Versicherung, die zwar eine geringere Anzahl an Rabatten gewährt, kann die Kfz-Tarife besser kalkulieren, also günstiger sein.
Quelle: http://www.kfz-versicherungen.cc/ratgeber/kfz-versicherung-rabatte.html

Bus, Bahn oder alleine

Wer auch einmal den Bus oder die Bahn nimmt, der kann Vergünstigungen bei der Kfz-Versicherung erhalten. Das schont die Umwelt und entlastet in erheblichem Maße den innerstädtischen Autoverkehr.
Wenn nur der Fahrzeughalter (Versicherungsnehmer) das Auto fährt, wird es besonders günstig. Regulär darf dann jedoch niemand anderes fahren.

Neue Wagen

Ist man Erstbesitzer des zu versichernden Fahrzeuges, dann geben viele Versicherungen einen Rabatt, auch wenn beispielsweise das Auto mittlerweile 10 Jahre alt ist.
Käufer von Neuwagen und Halter von jungen Gebrauchtwagen (bis zu einem Alter von etwa 3 Jahren) werden mit einem Neuwagen-Rabatt belohnt.

Haus, Garage und Kinder

Wenn Sie für gewöhnlich Ihr Auto in einer abschließbaren Einzel-, Doppel- oder Tiefgarage abstellen, kann es Nachlässe geben.
Besitzer eines selbstbewohnten Hauses werden oft bevorzugt. Wer eine Wohngebäudeversicherung bei der gleichen Versicherungsgesellschaft abgeschlossen hat, kann auch mit geringerem Beitrag rechnen.
Wenn Kinder im gleichen Haushalt leben, kann die Autoversicherung günstiger sein.

Konkurrenz-Angebot

Hierzu benötigt man von einer anderen Versicherung ein günstigeres Angebot. Das legt man vor, vielleicht geht der Vertreter aus Kulanz herunter.

Mehrfachpolicen und private Nutzung

Wer all seine Versicherungen bei ein und derselben Versicherungsgesellschaft abschließt, kann insgesamt auf einen Nachlass hoffen.
Wenn das Fahrzeug nur für private Fahrten genutzt wird (eingeschlossen sind Fahrten zur Arbeit), dann wird`s günstiger als wenn das Auto auch geschäftlich genutzt wird.

Öko-Bonus und Sicherheitstraining

Einen Öko-Rabatt geben Versicherer besonders bei verbrauchsarmen oder schadstoffarmen Autos und bei alternativen Antrieben (bspw. Hybrid- und Gasantriebe).
Kann man die Teilnahme an einem vom Versicherer anerkannten Fahrsicherheitstraining nachweisen, kann der Kfz-Tarif günstiger ausfallen.

Treue

Hält man als Versicherungskunde der Versicherungsgesellschaft langjährig die Treue, dann sind auch dadurch Vergünstigungen möglich. Oft muss man aber die Versicherungen darauf direkt ansprechen.

Wenigfahrer und Zweitwagen

Dieser Rabatt ist am größten, je weniger Kilometer man mit dem Auto fährt. Die Versicherungen haben hierzu Staffeln, nach denen sie vorgehen. Anzugeben ist bei Vertragsabschluss die maximale Jahresfahrleistung. Die Versicherungen kontrollieren dann meist auch jährlich, indem sie sich nach dem Kilometerstand erkundigen.
Ein Zweitwagen wird günstiger als üblich eingestuft, maximal jedoch bis zur SF-Klasse des Erstwagens. Einige Versicherungen setzen beim Zweitwagenrabatt voraus, dass beide Autos bei ihr versichert werden. Anderen wiederum ist es egal, wo der Erstwagen versichert ist. 

"Der Kunde kauft das Auto. Wir als Allianz spielen in dem Gesamtpaket eine wichtige Rolle, aber wir müssen uns nicht beim Endkunden in den Vordergrund drängen“, gibt Allianz-Manager Karsten Crede. Und er fügt einen Satz hinzu, der ungewöhnlich ist für die sonst so selbstbewusste Versicherungsbranche: „Das wäre falsche Eitelkeit."

Verbraucherschützer weisen daher auf die Risiken hin. Autokäufer sollten nicht blind zugreifen, nur weil mit dem Auto auch noch eine Versicherung angeboten wird.

Auch eine Kfz-Versicherung sollte man nicht "von der Stange" kaufen, warnt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Man müsse genau prüfen, welche Bestandteile einer Autoversicherung man persönlich brauche oder nicht. "Bei derartigen Paketen sind durchaus attraktive Angebote dabei, aber man sollte sich die Mühe machen, das Angebot zu überprüfen."

Versicherungen gehören aus seiner Sicht ohnehin nicht unbedingt ins Autohaus. Besser aufgehoben seien die Kunden bei einem Profi, also einem Makler, Berater oder einem Vertreter, den man gut kenne und vertraue.

Die wahren Kosten eines Neuwagens

Video: Die wahren Kosten eines Neuwagens

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Mit solchen Ratschlägen machen die Verbraucherschützer dem einen oder anderen Autoversicherer einen dicken Strich durch die Rechnung. Wenn es nach den Verkäufern geht, sollen in Zukunft immer mehr Fahrzeuge mit einer Kfz-Versicherung aus dem Autohaus rollen.

Kommentare (4)

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der_Mahner

17.09.2012, 17:01 Uhr

Mittlerweile einlukratives Zusatz-Einkommen für die Autohäuser.
Rechtlich ist das ganze jedoch mehr als bedenklich. Aber was interessiert den Gesetzgeber bei Hochfinanz und Wirtschaft schon geltendes Recht. Kein Autohaus hat einen Eintrag im Vermittlerregister und somit genaugenommen keine Erlaubnis für die Vermittlung einer KFZ- "Versicherung" geschweige denn eine Vermögensschaden-haftpflichtversicherung. Versicherung bei Aldi Tchibo und Consorten sind En Vogue. Es wird immer wieder ein neuer Versuch gestartet die Gestze auszuhebeln. Wie imer, der kleine Vermittler wird geknebelt und gegängelt, die Großen haben freies Spiel.
Den Fahrzeugherstellen ist es indes völlig egal. Wer als 25 jähriger einen dt. Nobelkarosse leasen will und zu einer normalen Versicherung geht wird schnell feststellen das es schlicht unbezahlbar ist oder gleich aus Risikogründen abgelehnt wird. Für junge oder Schadenträchtige Käuferschichten gibt es so gut wie keine alternative zur Versicherung aus dem Autohaus. Der Herstellen erweitert somit deutlich seine Zielgruppe.

TeureFalschberatungImAutohaus

18.09.2012, 11:07 Uhr

Schade, dass diese Meldung erst jetzt kommt. Bereits vor 3 Jahren musste ich meinen Kasko-Schaden in Höhe von EUR 6500.- selbst bezahlen weil das Autohaus-Versicherungsangebot keinen Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit beinhaltete so wie das Qualitätsversicherer in Ihren TOP-Produkten anbieten.
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Fazit: Billig im Autohaus ohne qualitative Beratung versichert = hohe Selbstbeteiligung im Schadensfall! In diesem Fall nämlich 100 Prozent = EUR 6500.-
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PS: Der Autoverkäufer kannte die Option "Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit" nicht einmal. Das empfand ich als Kunde besonders fahrlässig... Heute ist der Verkäufer nicht mehr da. Die Schuld sehe ich jedoch nach wie vor beim Autohaus das mittlererweile in Zahlungsunfähigkeit gerutscht ist und ich meine FOrderung wohl abschmieren kann...

Klartexter

18.09.2012, 18:28 Uhr

Herzlichen Glückwunsch an die HUK! Nicht jedem gelingt es einen PR-Beitrag im Handelsblatt zu platzieren. "Shame on you" an das Handelsblatt! Bisher wurden wir von PR Artikeln verschont oder sie wurden deutlich als Advertorial kenntlich gemacht.

Doch der Reihe nach: "Verbraucherschützer warnen Kunden davor, beim Autohändler ohne Hinsehen zuzugreifen". Einmal abgesehen davon, dass Kunden grundsätzlich nicht ohne Hinsehen zugreifen sollten, taucht die Frage auf, wer denn diese "Verbraucherschützer" sind. Das wird wenige Zeilen später beantwortet: "Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten". Zu Herrn Rudnik wäre zu sagen, dass er gerne an den Veranstaltungen des "Goslar Institut für faires Versichern" teilnimmt. Nun ist der Begriff "Institut" ja nicht geschützt, jeder kann ihn verwenden und bei diesem "Institut" haben wir es mit einem PR-Instrument der HUK Coburg zu tun. Ob die enge Verbundenheit von Herrn Rudnik zu PR Instrumenten der HUK dann zu der Meinung führt, dass Versicherungen nicht unbedingt ins Autohaus gehören mag dahingestellt bleiben. Ob die Kunden aber besser bei "Maklern, Beratern oder Vertretern" aufgehoben sind, werden die Kunden nach den bekannt gewordenen Lustreisen von Versicherungsvertretern selbst beurteilen können.

Aber weiter: "Mit solchen Ratschlägen machen die Verbraucherschützer dem ein oder anderen Autoversicherer einen dicken Strich durch die Rechnung". Hierzu wäre anzumerken:
1. Ein guter Ratschlag, "das Angebot zu überprüfen". Danke für den Hinweis! Allein wären wir nicht darauf gekommen.
2. In dem Artikel schmilzt der starke Plural "die Verbraucherschützer" auf den singulären Herrn Rudnik zusammen.
3. Und der "ein oder andere Autoversicherer", dem Herr Rudnik einen "dicken Strich durch die Rechnung" macht (was abzuwarten wäre) könnte ruhig klar benannt werden. Gemeint sind die Autoversicherer, die mit den Fahrzeugherstellern zusammenarbeiten. Und die HUK gehört eben nicht dazu.

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