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01.06.2011

08:15 Uhr

Unterwegs mit CNG und LPG

Wann Umrüsten auf Gasantrieb lohnt

Quelle:dpa

Preise von unter einem Euro an der Tankstelle - heute nicht mehr vorstellbar? Bei Auto- und Erdgas schon. Niedrige Steuersätze garantieren derzeit Schnäppchen deutlich unter Spritniveau. Doch der Umstieg rechnet sich nur unter bestimmten Bedingungen.

Gasantrieb

Autogas gibt es in Deutschland an mehr als 6100 Tankstellen. Erdgas kann nur an rund 900 Stationen getankt werden.

Berlin/MünchenEin Blick auf die Preistafel an Tankstellen zeigt: Benzin ist derzeit etwa doppelt so teuer wie Autogas. Auch Erdgas ist erheblich günstiger als herkömmlicher Sprit. So erschwinglich sind die Gassorten, weil sie noch bis mindestens 2018 mit einem vergünstigter Mineralölsteuersatz gefördert werden. Doch lohnt die Umrüstung auf Gasantrieb? Und wenn ja, was ist dabei zu beachten?

Grundsätzlich werden zwei Gassorten unterschieden: Als Autogas bezeichnetes Flüssiggas, das wegen seiner englischen Bezeichnung Liquified Petroleum Gas mit LPG abgekürzt wird. Und Erdgas - CNG für Compressed Natural Gas. Es unterscheidet sich durch eine höhere Oktanzahl vom Autogas, und es wird kilo- statt literweise verkauft.

Die beiden Sorten scheiden die Expertenwelt. Laut Peter Sobotta vom ADAC rentiert sich das Umrüsten auf Autogas in den meisten Fällen. „Erdgas amortisiert sich erfahrungsgemäß nicht so schnell.“ Für Autogas hat der Automobilclub anhand von 50 gängigen Automodellen eine Beispielrechnung durchgeführt. Ergebnis: In den meisten Fällen macht sich der Umbau nach 40 000 bis 60 000 Kilometer Fahrtstrecke bezahlt. Dabei berücksichtigte der ADAC, dass gegenüber dem Benzinbetrieb bis zu einem Fünftel mehr Kraftstoff verbraucht wird.

Mit Autogas lassen sich laut dem Deutschen Verband Flüssiggas (DVFG) dennoch rund 15 Prozent an CO2-Emissionen im Vergleich zum Benzinbetrieb einsparen. Bezogen auf die bundesweite Autogas-Flotte von derzeit rund 440 000 Fahrzeugen werden so jährlich über 215 000 Tonnen klimaschädliches Kohlenstoffdioxid weniger ausgestoßen.

Der ökologisch orientierte Automobilclub VCD empfiehlt hingegen Erdgas. Der Energiegehalt eines Kilogramms entspreche in etwa anderthalb Litern Benzin und rund 1,8 Litern Autogas. Doch viele Autofahrer hielten sich dies nicht vor Augen, beklagt der verkehrspolitische Sprecher Michael Müller-Görnert. Die Umrechnung von Kilogrammpreisen auf die Liter-Vergleichswerte unter Berücksichtigung der jeweiligen Faktoren sei vielen zu kompliziert. Generell ist das Umrüsten Experten zufolge bei den meisten Benzinern kein Problem. Der Vorsitzende des Verbandes deutscher Gasanlagenimporteure (VDGI), Elbert Vleeshhouwer, rät: Bei Modellen mit zentraler Einspritzung sollte sich der Halter vorher erkundigen, ob er eine Abgasbestätigung bekommt, die nachweist, dass sich das Abgasverhalten nicht ändert.

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