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13.05.2011

07:57 Uhr

Verkehrsrecht

Tempo 130 überschritten: Mithaftung bei Auffahrunfall

Quelle:dpa

Wer die auf Autobahnen geltende Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometer deutlich überschreitet, bleibt bei einem Verkehrsunfall auf einem Teil seines Schadens sitzen - selbst wenn er den Crash nicht verursacht hat.

Autobahn

Rasen erlaubt - aber nicht empfohlen: Die Richtgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen ist 130 km/h.

HammNach Auffassung des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm erhöht sich das von einem Fahrzeug ausgehende Gefahrenpotenzial, wenn man mit ihm die auf deutschen Autobahnen geltende Richtgeschwindigkeit von 130 km/h überschreitet. Daher sei eine Mithaftung grundsätzlich gerechtfertigt, heißt es in einem Urteil (Aktenzeichen: 6 U 71/10), über das die Fachzeitschrift "NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht" berichtet.

Das Gericht gab damit der Schadensersatzklage eines Autofahrers nur teilweise statt. Der Kläger hatte die Richtgeschwindigkeit auf Bundesautobahnen von 130 Stundenkilometer um 30 Stundenkilometer überschritten. Als es zu einem Auffahrunfall kam, den der Kläger nicht verschuldet hatte, verlangte er von dem Unfallgegner den vollen Schadensersatz. Das OLG billigte ihm jedoch nur eine Schadensquote von 80 Prozent zu. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, bei Einhalten der Richtgeschwindigkeit wäre der Unfall wohl vermieden worden. Daher sei eine Haftung auch ohne Gesetzesverstoß begründet.

Kommentare (9)

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poolliter

13.05.2011, 08:56 Uhr

Wann finden sich endlich auch in Deutschland genug Politiker, die diese gefährliche, energieverschwendende Raserei durch ein klares Tempolimit einschränken.
Als "freier Bürger" wünsche ich mir etwas weniger Stress und etwas weniger Gefährdung durch Raser auf der Autobahn. Es gäbe wahrscheinlich sogar ein paar Unfälle weniger, und ein paar Staus weniger. Alle und die Umwelt hätten was davon. Die testosterongesteuerten Raser sollten sich woanders austoben, wo Normalbürger nicht gefährdet werden.

krosen

13.05.2011, 09:18 Uhr

Menschen, die gern etwas schneller fahren wenn es die Situation zulässt, sind auch"freie Bürger". Wenn man wie im vorliegendem Fall 160 auf der Autobahn fährt, ist man noch lange kein "testosterongesteuerter Raser".

Shorisha

13.05.2011, 09:27 Uhr

Hier wird also ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen quasi durch die Hintertür eingeführt. Wer zahlt schon gerne die Zeche, wenn unaufmerksame Fahrer ausscheren ohne den nachfolgenden Verkehr zu beachten? Und Tempo 160 km/h, wie in diesem Fall, ist eher komfortable Reisegeschwindigkeit denn "Raserei". Ist es nicht vielmehr so, daß viele Unfälle in diesen Geschwindigkeitsbereichen durch Unachtsamkeit und "Schläfrigkeit auf der linken Spur" heraufbeschworen werden? Hier sollte man rigoroser eingreifen! Ich spreche hier ausdrücklich nicht von Geschwindigkeiten > 200 km/h, sondern von Geschwindigkeiten im Bereich 160-180 km/h, wie sie oft im Langstreckenverkehr (auch von mir) genutzt werden!

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