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22.04.2013

10:12 Uhr

Verkehrssicherheitsreport 2013

Todesfalle Landstraße

Quelle:MID

Auf der Landstraße lauern die größten Gefahren für Verkehrsteilnehmer. Zwar passiert dort nur ein Viertel aller Verkehrsunfälle mit Personenschäden. Diese aber sind meist besonders schwer.

Gezieltere Geschwindigkeits-, Alkohol- und Drogenkontrollen an potenziellen Gefahrenstellen sollen dabei helfen, die schweren Verkehrsunfälle auf Landstraßen zu verringern. PR

Gezieltere Geschwindigkeits-, Alkohol- und Drogenkontrollen an potenziellen Gefahrenstellen sollen dabei helfen, die schweren Verkehrsunfälle auf Landstraßen zu verringern.

BerlinIm vergangenen Jahr kamen auf deutschen Landstraßen 2.152 Menschen ums Leben. Das stellt der jetzt in Berlin vorgestellte Verkehrssicherheits-Report 2013 fest. Die Ursachen sind die hohen Fahr-Geschwindigkeiten in Kombination mit dem Gegenverkehr, die gefährlichen Kreuzungen und wechselnden Straßenbeläge, die noch immer ein immenses Gefahrenpotential etwa für Motorradfahrer darstellen. Auch die Überholmanöver bei den unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Verkehrsmittel und deren falsche Einschätzung durch die Fahrer haben die Landstraße so gefährlich gemacht.

Dazu kommen dem Report zufolge oft noch die eingeschränkten Sichtverhältnisse. Die Landstraßen böten kaum "Fehler-verzeihenden Raum", sondern mit oft zu dichtem Baumbestand eine besonders große Gefährdung. An Bäumen und in Alleen endeten 2011 allein 714 Unfälle tödlich.

Die Dekra stellt nun aufgrund ihrer Recherchen einen Forderungskatalog auf, der helfen soll, insbesondere schwere Unfälle auf den unterschiedlichen Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften zu vermeiden. An erster Stelle stehen die Verkehrsregeln, deren Nichtbeachten zu schweren Unglücken führt. Hier appelliert die Organisation an das Verantwortungsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer.

Nach wie vor sei der Sicherheitsgurt der Lebensretter Nummer eins, aber insbesondere Mitfahrer legen diesen zu oft nicht an. Den Straßendiensten legt der Report die Pflege der Fahrbahn-Markierungen nahe, damit diese von Assistenzsystemen erkannt werden können. Gefahrenstellen müssen besser gekennzeichnet werden, etwa durch "dynamische Beschilderung".

Tempobegrenzungen müssen nachvollziehbar sein und Kontrollen dort stattfinden, wo es die Sicherheit erfordert. Die Zunahme an Assistenzsystemen im Auto begrüßen die Experten, mahnen aber auch die Kontrolle der Systeme während der gesamten Nutzungsdauer der Fahrzeuge an.

Der Report stellt weiter fest, dass der Anteil von Unfällen auf Landstraßen in Deutschland sehr viel höher ist als in anderen europäischen Staaten. Eine generelle Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Pkw auf 100 km/h sei aber nicht zielführend, erklärte Dipl.-Ing. Clemens Klinke, Vorsitzender der Dekra-Geschäftsführung. Besser seien nachvollziehbare örtliche Tempo-Begrenzungen und deren strikte Kontrolle. Vor allem aber befürwortet die Dekra den Ausbau unfallträchtiger Strecken mit einem dritten Fahrstreifen, der wechselseitig nutzbar ist.

Kommentare (2)

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Rumpelstilzchen

02.05.2013, 14:06 Uhr

Wie der Artikel richtig feststellt, sind die Baumalleen ein Hauptgrund für die vielen Toten. Das Bild zum Artikel zeigt eine Landstraße mit Leitplanken. Die aber fehlen meist, 714 Tote pro Jahr sind eben billiger!

unfaehigefahrer

03.05.2013, 02:05 Uhr

Na ja, wenn man innerhalb geschlossener Ortschaft mit 90 über eine rote Ampel fährt, 2 Menschen tot fährt und 6 schwer verletzt, bekommt man in Deutschland 1 Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung und Führerscheinentzug. Also muss man da noch nicht mal in den Knast. So Billig ist es in Deutschland ganze Familien zu ruinieren, Leid und Elend zu hinterlassen.
Wozu dann das gejammere wegen 714 Tote?

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