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03.08.2011

08:03 Uhr

VW Bulli

Kultiger Camper mit lästigem Schönheitsfehler

Quelle:dpa

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg brachte VW den ersten Bulli auf die Straße, spätestens die 68er-Revolution machte ihn zum Kultauto. Vor allem als Camper ist er bis heute begehrt. Reine Nostalgie - oder eine echte Alternative zu anderen Reisemobilen?

KrefeldWenn an einem Wagen das Etikett Kultauto haften darf, dann an diesem: Der VW Bus - gerne auch Bulli und offiziell Transporter genannt - gehört zweifelsohne in diese Kategorie. 1950 rollte er mit der internen Bezeichnung T1 erstmals vom Band. Seither sind mehr als 60 Jahre vergangen, in denen das Modell vier Generationswechsel erlebt hat. Von Anfang an war der Bus nie ein reines Nutzfahrzeug für Handwerker und Lieferanten: Schon seit 1951 gibt es den Bulli auch als Camper. Bis heute erfreut er sich in dieser Rolle großer Beliebtheit.

Die erste Frage für Einsteiger lautet: Welche Modellgeneration soll es sein? In Deutschland gibt es viele Fanclubs und Vereine, die sich mit dem VW Bus beschäftigen - und jeder hat seine eigene Antwort auf diese Frage. Für manche sind zum Beispiel nur Fahrzeuge mit dem Typenkürzel T1 bis T3 „echte“ Bullis. Bei denen sitzt der Motor nicht vorne im Auto, sondern hinten unter dem Laderaum. Dadurch bleibt mehr Platz für die Passagiere.

Diese Konstruktion war einer der Hauptgründe für den Erfolg als Camper, sagt Alexander Prinz von der Interessengemeinschaft T2 aus Krefeld: „Der T2 ist im Vergleich zu anderen Wohnmobilen wahnsinnig klein und wendig und passt sogar in viele Parkhäuser.“ So wurden die ersten Bullis zum idealen Begleiter für alle, die neben Campingplätzen auch die Städte ihrer Urlaubsländer erkunden wollen.

Wer sich heute auf die Suche nach einem älteren Bulli macht, sollte den Blick aber nicht zu weit in die Vergangenheit schweifen lassen. Thomas Rusch vom Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität des TÜV Nord rät vor allem Bulli-Einsteigern eher zu einem T3 oder einer jüngeren Generation - wegen der Preise: „Der T1 ist heute ein Liebhaberfahrzeug. Für ein gut erhaltenes Fahrzeug zahlt man locker mehr als 25.000 Euro.“ Und auch beim T2 dominierten inzwischen Sammler und Liebhaber den Markt. Einen T3 in gutem Zustand gebe es dagegen schon für etwa 15.000 Euro.

Für den T3 spricht auch seine Technik: „Der Wagen war unglaublich weit verbreitet und bis vor ein paar Jahren noch als Nutzfahrzeug bei kleinen Betrieben in Gebrauch“, erklärt Rusch. Deshalb findet sich in den meisten Werkstätten mindestens ein Mechaniker, der sich sehr gut mit dem Motor des T3 auskennt. Außerdem ist zumindest der T1 mit maximal 30 PS aus heutiger Sicht untermotorisiert: „Das ist dann wirklich die Entdeckung der Langsamkeit“, warnt Rusch. „Wenn sie mit 65 km/h auf der Autobahn einen Hang hochfahren, sorgt das nicht unbedingt für gute Laune bei anderen Verkehrsteilnehmern.“

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