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27.07.2012

13:09 Uhr

Reiseenduros über 1.000 Kubik

Fernwehmobile mit Gewichtsproblemen

Quelle:MID

Wer ein möglichst universell einsetzbares Motorrad für Langstrecke, zum Kurvenräubern und für leichte Offroadpassagen sucht, kommt an der Gattung der Reiseenduros kaum vorbei. Eine Übersicht.

Die BMW R 1200 GS ist nicht nur die hierzulande beliebteste Reiseenduro, sondern auch noch das bestverkaufte Motorrad am Markt. PR

Die BMW R 1200 GS ist nicht nur die hierzulande beliebteste Reiseenduro, sondern auch noch das bestverkaufte Motorrad am Markt.

DüsseldorfWer ein universell einsetzbares Motorrad sucht, kommt an den Reiseenduros kaum vorbei. Hoher Langstreckenkomfort mit gutem Windschutz und einer angenehmen Sitzposition prädestinieren die hochbeinigen Bikes für die Fahrt in den Urlaub zu zweit. Und wer auch über geschotterte Wege fahren möchte, wird um die im Vergleich zu reinrassigen Tourenmotorrädern längeren Federwege und die höhere Bodenfreiheit dankbar sein. Gröberen „Erdarbeiten“ setzt hingegen das hohe Gewicht der Maschinen enge Grenzen.

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Triumph hat mit der Explorer ein komplett neues Flaggschiff in die Klasse der großen Reiseenduros geschickt. Die wird zwar traditionsgemäß von BMW beherrscht, doch die Tiger punktet nicht nur mit ihrem bulligen Motor.

Meist warten Reisenduros mit Bauteilen auf, die sie zumindest für zarten Offroadeinsatz tauglich machen. Dazu gehören Motorschutzplatten, Abdeckungen oder Faltenbälge für die empfindlichen Gabelstandrohre oder Sturzbügel, die im Falle eines Falles die Verkleidung oder den Motor vor Schaden bewahren sollen. Wer neben der Vielseitigkeit noch ein ordentliches Maß an Leistung sucht, greift gern zu Reiseenduros mit 1 000 Kubik oder mehr, die obendrein meist mit Serien-ABS ausgerüstet sind. Hier hält der Markt sieben beliebte Maschinen mit zwei bis vier Zylindern zwischen 77 kW/105 PS und 100 kW/137 PS bereit.

Ganz im Stil der großen Wüstenrenner kommt die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré daher. Die "Worldcrosser"-Variante wartet mit zusätzlicher Offroad-Ausrüstung auf. PR

Ganz im Stil der großen Wüstenrenner kommt die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré daher. Die "Worldcrosser"-Variante wartet mit zusätzlicher Offroad-Ausrüstung auf.

Der ungeschlagene Überflieger ist die BMW R 1200 GS. Bis heute haben sich knapp 55 000 deutsche Kunden für die Bajuwarin entschieden. Mit ihrem straffen Fahrwerk gilt die 13 300 Euro teure Münchenerin als Universalgefährt für alle, die in den Alpen auch vor Schotter-Pässen nicht Halt machen wollen. 229 Kilogramm gibt BMW als Leergewicht an. Der 81 kW/110 PS starke, luft-ölgekühlte Zweizylinder-Boxermotor stemmt 120 Nm auf die längs liegende Kurbelwelle.

Die Einarmschwinge beherbergt eine Kardanwelle und vereinfacht obendrein den Ausbau des Hinterrads. Als echtes Weltenbummler-Mobil wartet ihre bullige Schwester namens „Adventure“ zum Preis von 14 900 Euro mit einem 33-Liter-Tank, Kreuzspeichen- statt Gussrädern, Protektoren für Motor, Tank und Zylinderköpfe sowie längeren Federwegen auf. Die Zusatzausstattung bringt aber auch ein Mehrgewicht von 30 Kilogramm mit sich.

Die wohl offroadtauglichste der großen Reisenduros ist die KTM 990 Adventure samt ihrer Schwester "Adventure R". PR

Die wohl offroadtauglichste der großen Reisenduros ist die KTM 990 Adventure samt ihrer Schwester "Adventure R".

Ebenfalls auf 81 kW/110 PS aus 1200 Kubik – allerdings aus einem Paralleltwin - bringt es die Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré zum Preis von 13 995 Euro. Dafür hat die Japanerin mit der Optik der großen Wüsten-Rallyemaschinen eine dreistufige Traktionskontrolle an Bord. Die fahrfertig 261 Kilogramm schwere Wuchtbrumme gibt ihre Kraft via Kardanwelle ans Hinterrad weiter. Die 15 195 Euro teure „Worldcrosser“-Variante hat der Hersteller mit allerlei Karbonprotektoren sowie einer Motor-Schutzplatte auf Robustheit für Offroad-Etappen getrimmt.

Der wohl heißeste Kandidat für Weltreisen kommt mit der 13 795 Euro teuren, kettengetriebenen KTM 990 Adventure aus Österreich. Die hohe Bodenfreiheit von 261 Millimetern, 210 Millimeter Federweg vorn wie hinten und das moderate Gewicht von rund 230 Kilogramm prädestinieren die 85 kW/115 PS starke V-2-Enduro für die große Reise auf und abseits asphaltierter Wege. Bei der sportlicher ausgelegten, drei Kilo leichteren und 200 Euro teureren Variante „Adventure R“ mit 245 Millimetern Federweg muss der Biker allerdings auf das serienmäßige ABS verzichten.

Mit der Stelvio 1200 8V ABS versucht Moto Guzzi seit 2008, in der Klasse der großen Reiseenduros Fuß zu fassen. PR

Mit der Stelvio 1200 8V ABS versucht Moto Guzzi seit 2008, in der Klasse der großen Reiseenduros Fuß zu fassen.

Mit der „Stelvio 1200 8V ABS“ startete die Italo-Schmiede Moto Guzzi 2008 einen neuen Anlauf, in der Klasse der Großenduros Fuß zu fassen. Der luft-ölgekühlte V-2-Motor liefert via Kardanwelle 77 kW/105 PS und ein Drehmoment von 113 Nm an das von einer Einarmschwinge geführte Hinterrad. Angesichts des happigen Leergewichts von 281 Kilogramm dürfte die 14 290 Euro teure und mit Traktionskontrolle versehene Stelvio eher ins Beuteschema von Asphaltreitern statt von Schotterfreaks fallen.

Kommentare (1)

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Domenq

28.07.2012, 13:36 Uhr

Nach meinen 9 Krädern wage ich einmal das Fazit, dass die riesigen, schweren Maschinen so nützlich sind wie ein Kropf.

In meinem reinen Stadtbetrieb mit dem Mix aus 30 km/h-Zone, 5o km/h-Zone, Landstraße und Stadt-Autobahn ist meine 125er schlank, wendig, leicht, sparsam und sorglos in jedem Stau.

Ich habe ohnehin jeden Monat einen Strafzettel wegen minimalen Überschreitens der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.
Mit mehr Hubraum hätte ich echte Probleme... So wie alle anderen Fahrer auch.

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