Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.07.2011

15:31 Uhr

100 Jahre Fahrbahnmarkierung

Der Straßenstrich, den alle kennen

Quelle:dpa-infocom

Ohne sie wäre das Chaos auf Straßen und Flugfeldern groß: Erfunden wurde die Fahrbahnmarkierung 1911, doch es dauerte, bis sie sich durchsetzte. Und aus dem weißen Pinselstrich wurde längst Spezialkunststoff.

Campinggespann auf dem Weg in den Sommerurlaub, die Fahrbahnmarkierung fest im Blick.

Campinggespann auf dem Weg in den Sommerurlaub, die Fahrbahnmarkierung fest im Blick.

Hamburg/DüsseldorfDiesen Straßenstrich kennt wirklich jeder: Er markiert Fahrspuren auf Autobahnen und Fußgängerwegen genauso wie auf Flugpisten. Oft ist es eine dicke glitzernde Kunststoffschicht, die bei Nacht im Scheinwerferlicht leuchtet. Manchmal sind es auch viele weiße Tupfen, die das Auto beim Darüberfahren durchschütteln und beim Fahrer wieder für volle Konzentration sorgen.

Ale Erfinder der Fahrbahnmarkierung gilt Edward N. Hines (1870–1938), seinerzeit Mitglied der Straßenkommission des Wayne County in Michigan. 1911 schlug er vor, auf der ersten Betonstraße der Welt, der Woodward Avenue in Detroit, eine Mittellinie zur Fahrbahntrennung anzubringen.

Zehn Jahre später entstand in der englischen Kleinstadt Sutton Coldfield, einem Vorort von Birmingham, die erste Fahrbahnmarkierung Großbritanniens. Und das Experiment zur Entschärfung des damaligen Unfallschwerpunkts war so erfolgreich, dass weiße Fahrbahnmarkierungen in Großbritannien und anderen Ländern zum Standard erhoben wurden. Bilddokumente aus den 1920er Jahren zeigen, dass auf deutschen Innerorts- und Außerortsstraßen noch keine Markierungen zu finden sind. Erst mit zunehmender Verkehrsdichte und Geschwindigkeit wurden sie als notwendig angesehen. So wurden 1925 in Berlin offiziell weiße Markierungen zur Fahrbahn- und Fahrstreifenbegrenzung eingeführt.

Auch gelbe Fahrbahnmarkierungen gibts in Deutschland: Diese markiert die Einfahrt in die Boxengase auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings. Quelle: dpa

Auch gelbe Fahrbahnmarkierungen gibts in Deutschland: Diese markiert die Einfahrt in die Boxengase auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings.

In den 1930er Jahren wurden Reichsautobahnen und Reichsstraßen mit weißer und oder schwarzer Markierung versehen. Die schwarze Markierung wurde aufgrund des schlechten Kontrastverhältnisses zwischen der hellen Betonfahrbahn oder dem grauen Granitsteinverband und der weißen Markierung gewählt. Richtlinien der damaligen Zeit schreiben einen Trennstrich vor, der die Fahrbahn in zwei Fahrstreifen aufteilt.

Linien von Hand gemalt

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der stark zunehmenden Motorisierung wurde in immer mehr Innenstädten Fahrbahnmarkierung zur Verbesserung der Verkehrsführung aufgetragen. Geräte oder Spezialmaschinen dafür waren damals allerdings noch unbekannt, stattdessen wurden die Linien per Hand aufgebracht. Erst mit der Entwicklung von Markierungsmaschinen in den Nachkriegsjahren nahm auch die Menge an Markierungen rasant zu. Ab den 1950er Jahren setzten sich verstärkt Thermoplast-Markierungen durch und verdrängten die bis dahin verwendeten einfachen Farbsysteme zunehmend.

Zwanzig Jahre später, zu Beginn der 1970er Jahre, wurden erste Kaltspritz-Plastikmarkierungen aufgetragen, durch das Aufkommen von Kaltfräsen wurde das Einlegen von Markierungen möglich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×