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28.09.2011

09:06 Uhr

1234yf

Neue Kältemittel sorgen für Diskussion

VonChris Löwer

Um Autos grüner zu gestalten, wird auch immer wieder über Kältemittel diskutiert. Aber die klimafreundlichen Alternative 1234f steht bei der Industrie schlecht im Kurs. Denn der neue Kälte-Wunderstoff ist brennbar.

Der Kühlergrill eines Chevrolet. General Motors will in Zukunft auf umweltfreundliche Kühlmittel setzen. AFP

Der Kühlergrill eines Chevrolet. General Motors will in Zukunft auf umweltfreundliche Kühlmittel setzen.

BerlinKaum ein Neuwagen kommt heute ohne Klimaanlage aus – und hat damit klimaschädliche Kältemittel an Bord, meist die fluorhaltige Verbindung R134a. Sie wird im Kyoto-Protokoll als Klimakiller gebrandmarkt. Ihr Treibhauspotenzial ist 1430-mal höher als das von CO2. Die Klimaschädlichkeit eines Stoffes beschreibt der sogenannte GWP-Wert (Global Warming Potential). Nach einer EU-Richtlinie dürfen alle neu entwickelten Autos nur noch Kältemittel mit einem GWP-Wert von maximal 150 verwenden. Ab 2017 gilt dies sogar für alle neu zugelassenen Autos.

Was läge näher als CO2 zu verwenden, das als Kühlmittel R744 heißt und einen GWP-Wert von 1 hat. Doch dazu müssten Klimaanlagen komplett neu konstruiert werden.

Eine Alternative hat der US-Chemiekonzern Honeywell gemeinsam mit DuPont entwickelt. Das synthetische Kältemittel 1234yf, ein Hydrofluor-Olefin, kann in vorhandene Klimaanlagen gefüllt werden und hat nur einen GWP-Wert von 4. Der neue Stoff ist der Favorit der Autoindustrie – aber sehr umstritten.

GM will den neuen Stoff bald nutzen

„1234yf bietet über seinen gesamten Lebenszyklus die klimafreundlichste Bilanz im Vergleich zu gängigen Kältemitteln“, sagt Björn Oliver Jackisch, Geschäftsführer von Honeywell Specialty Chemicals in Seelze. Er beruft sich auf eine Studie, die die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA, der Verband der japanischen Automobilhersteller Jama und General Motors (GM) durchgeführt haben. GM ist der erste Autohersteller, der das neue Kältemittel einsetzen möchte.

Allerdings ist die Flüssigkeit teurer als herkömmliche Kältemittel. Über den genauen Preis schweigt sich noch Honeywell aus. Und dass der Konzern die Patente an 1234yf hält und mit Lizenznehmer DuPont eine marktbeherrschende Stellung einnehmen wird, dürfte sich auch auf die Preisgestaltung auswirken.

Kommentare (1)

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28.09.2011, 14:48 Uhr

Das Zeug muss verboten werden, so ein Wahnsinn. Ich will keine Brandbombe im Motorraum haben. Sicherheitsextras für viel Geld verkaufen und dann vorne dieses Zeug im Auto: toll.

Wo bleibt da der Gesetzgeber? Der Markt kann dass nicht richten, ich habe als käufer da keinen Einfluss drauf.

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