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29.08.2013

11:42 Uhr

190 Kilometer ohne Benzin

Was VWs erste Elektro-Autos leisten

Doppelpremiere auf der IAA: Volkswagen startet im Vergleich zur Konkurrenz zwar spät ins Elektro-Zeitalter, zeigt aber gleich zwei Modelle, die das Zeug zu echten Verkaufsstars haben sollen. Die ersten Details.

Volkswagen E-Up und E-Golf. PR

Volkswagen E-Up und E-Golf.

Volkswagen hat nun angekündigt, auf der wohl wichtigsten Automesse in diesem Jahr, der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt (10. bis 22. September) gleich zwei neue Elektroautos vorzustellen: den E-Up und E-Golf. Damit transferiert Europas größter Autohersteller zwei Großserienmodelle ins Zeitalter der Elektromobilität. Zwar nennt der Hersteller noch nicht die entscheidenden Daten, wie etwa den Preis, gibt aber quasi als Appetithäppchen vor der Messe einige Leistungsdaten preis.

Der in Frankfurt vorgestellte E-Golf wird von einem 85 kW / 115 PS starken Elektromotor angetrieben. Der E-Up kommt mit einer Batterieladung auf eine Reichweite von 160 Kilometern; beim E-Golf sind es aufgrund der größeren Batterie 190 Kilometer. Und wie alle Elektroautos wird er durch seinen kräftigen Antritt wohl viele überraschen, die noch keinen Stromer pilotiert haben. Die Maschine stellt schon beim Start ein sattes Anfahrmoment von 270 Nm zur Verfügung. In 10,4 Sekunden ist der frontgetriebene E-Golf 100 km/h schnell. Aus Gründen der Reichweite wird der fünfsitzige Fronttriebler bei 140 km/h elektronisch abgeregelt.

Diese Maximalreichweite des E-Golf von 190 Kilometern erfüllt laut VW vielerorts die Ansprüche der meisten Autofahrer, womit die Firma sicher richtig liegt: Laut Statistischem Bundesamt fahren 6 von 10 Erwerbstätigen mit dem Auto zur Arbeit, und im Durchschnitt legt dabei rund die Hälfte (45,8%) weniger als zehn Kilometer für eine einfache Fahrt zurück, bei weiteren 28,1 Prozent der Autopendler sind es zwischen zehn und 25 Kilometer und nur 16,2 Prozent legen mehr als 25 Kilometer zurück.

Stromer-Akzeptanz rückläufig

Gefertigt werden die Zero-Emission-Autos von Volkswagen übrigens auf den selben Großserienproduktionsanlagen, wie ihre Pendants mit Verbrennungsmotoren. In den Handel geht der E-Golf wohl Anfang 2014. Aber seine Verkaufschancen sind eben nicht nur durch die 190 Kilometer Maximalreichweite eingeschränkt. Auch die aktuelle Stimmung der Käufer spricht eher für den "normalen" Golf.

So stellt das ifo-institut für die zum sechsten Mal von Aral aufgelegte Studie "Trends beim Autokauf" Mitte August fest: Dem Elektroauto trauen zwar viele Autofahrer einen großen Nutzen für den Umweltschutz zu. Aber die Akzeptanz dieser alternativen Antriebsform ist eher rückläufig. Vor zwei Jahren konnten sich noch 29 Prozent vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen; in der 2013-Befragung sind es nur noch 27 Prozent.

Volkswagen E-Up und E-Golf. PR

Volkswagen E-Up und E-Golf.

Offensichtlich fällt die Beurteilung der Alltagstauglichkeit des Elektroantriebs immer skeptischer aus: Vor vier Jahren waren noch 36 Prozent der Befragten bereit, ein Elektroauto in ihre Kaufentscheidung einzubeziehen. Dabei spielt die Mindestreichweite zwischen zwei Ladevorgängen eine große Rolle. Denn nur elf Prozent der Befragten geben sich mit einer Reichweite von 150 km oder weniger zufrieden und fast die Hälfte erwartet mindestens 350 km.

Der eine ganze Fahrzeugklaase unter dem Golf fahrende E-Up kommt mit einer Batterieladung (18,7 kWh) auf eine Reichweite von 160 Kilometern. In beiden Modellen helfen die beiden Fahrmodi „Eco“ und „Eco+“ sowie vier aktivierbare Rekuperationsstufen („D1“, „D2“, „D3“ und „B“), diese Maximal-Reichweiten zu fahren. 

Der E-Up soll nur 11,7 kWh Strom auf 100 Kilometern verbrauchen, der E-Golf kommt auf einen Wert von 12,7 kWh. Bei einem Strompreis von 0,258 Euro je Kilowattstunde würden 100 Kilometer Fahrtstrecke mit dem E-Up so 3,02 Euro, mit dem E-Golf rund 3,30 Euro kosten. Den nötigen Strom liefern Akkus mit einer Kapazität von 24,2 kWh im Golf, 18,7 kWh sind es im E-Up. 

In dem kleineren Viersitzer bringt es der Elektromotor auf 60 kW / 82 PS. Aus dem Stand heraus wuchtet dieser Motor 210 Nm auf die angetriebene Vorderachse. Der Sprint auf 100 km/h ist in 12,4 Sekunden erledigt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 130 km/h.

An den schnellsten CCS-Ladestationen (Gleichstrom) verkürzt sich die Aufenthaltsdauer eines E-Up oder E-Golf auf rund eine halbe Stunde, um die Batterie bis auf 80 Prozent ihrer Kapazität zu laden.
Beide Zero-Emission-Alltagsautos sind serienmäßig mit Klimaautomatik mit Standheizung und -kühlung, Radio-Navigationssystem, Frontscheibenheizung, und LED-Tagfahrlicht ausgestattet. Beim E-Golf kommen außerdem erstmals bei Volkswagen LED-Scheinwerfer zum Einsatz. 

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

29.08.2013, 12:06 Uhr

Aufgrund der Reichweite wird es aber eben nur ein Zweitauto bleiben, für den Weg zur Arbeit. Und die sollten schon preiswerter sein, als die Familienautos.
Ob das bei VW so sein wird???

Nixblicker

29.08.2013, 12:22 Uhr

Mann muß schon ein ganz schön großer (und gut verdienender) Idealist sein, um solche Autos zu fahren. Natürlich kann man sich vorstellen, so ein Auto zu fahren, natürlich ist es ein Beitrag zur Schonunng der Umwelt...Aber ganz platt: Keiner hat Lust und Zeit, jeden 2. Tag mindestens eine halbe Stunde an der "Tankstelle" zu stehen und ausserdem fällt die Entscheidung beim Kauf recht leicht wenn das E-Auto doppelt so teuer ist wie das gleiche Modell mit Otto- oder Dieselmotor....(Beispiel Golf: von 15.000€ kann ich verdammt viel Diesel tanken)....Der Grund, warum die Fahrzeughersteller, diese E-Autos in die Serie bringen ist einzig und allein, das gesetzliche Ziel, den Flottenverbrauch und -emissionen zu senken, so dass vielleicht pro Jahr 10.000 Fahrzeuge gebaut und davon 9.500 von Volkswagen selber als Dienstwagen und Demofahrzeuge zugelassen werden...ein Schelm wer....
Ausserdem könnte man sich mal fragen, wer vielleicht auch noch ein Interesse daran hat, das es nicht zuviele Zulassungen und Erfolgsgeschichten mit E-Autos gibt...Wären die Fahrzeuge genauso teuer wie Autos mit Verbrennungsmotor und wäre die Reichweite und "Tankgeschwindigkeit" ähnlich würde sich jeder ein E-Fahrzeug kaufen und wer hätte dann bei ca 100Mio jährlich weltweit produzierten, verkauften und gefahrenen Auto ein richtiges Problem? Richtig...die Jungs die Ölbohrplattformen betreiben ;-)

Wolfsfreund

29.08.2013, 12:29 Uhr

"Aber ganz platt: Keiner hat Lust und Zeit, jeden 2. Tag mindestens eine halbe Stunde an der "Tankstelle" zu stehen und ausserdem fällt die Entscheidung beim Kauf recht leicht wenn das E-Auto doppelt so teuer ist wie das gleiche Modell mit Otto- oder Dieselmotor....(Beispiel Golf: von 15.000€ kann ich verdammt viel Diesel tanken)..."
---
Es kommt noch was anderes dazu:
Die Reichweite von 190 km dürfte unter idealisierten Bedingungen ermittelt worden sein. Was haben wir hier fast ein halbes Jahr?
Naßkalt bis eiskalt
Brennende Scheinwerfer
Laufende Heizung
Laufende Scheibenwischer
Wie sieht's dann mit der Reichweite aus? Ich möchte mit so einer Kiste nicht im tiefsten Winter unterwegs sein!

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