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22.03.2014

09:02 Uhr

3er BMW aus zweiter Hand

Probleme nur in der Vergangenheit

Quelle:dpa

Prollschüssel – so haben ihn manche Kritiker genannt. Dieses Image hat der 3er BMW aber längst abgeschüttelt. Doch noch immer neigt der Wagen dazu, eine Kundschaft anzuziehen, die die sportliche Gangart bevorzugt.

Der 3er BMW macht in technischer Hinsicht seit einigen Jahren kaum noch Probleme - im Bild ein Exemplar der fünften Generation. PR

Der 3er BMW macht in technischer Hinsicht seit einigen Jahren kaum noch Probleme - im Bild ein Exemplar der fünften Generation.

BerlinEin sportliches Image gehört zur bayrischen Marke BMW. Dass das eine Gratwanderung sein kann, zeigen 3er-Fahrer, die mit ihrem tiefergelegten Gefährt schon mal eine Tempo-30-Zone mit einer Schnellstraße verwechseln. Davon unberührt bleibt aber der gute Ruf des Mittelklassemodells, den es sich nach den Achsproblemen der Vergangenheit inzwischen erarbeitet hat.

„Mängelzwerg“ - so wird der 3er BMW wegen seiner Zuverlässigkeit im «„TÜV Report 2014“ bezeichnet. Die bis 2013 gebaute Modellgeneration (Baureihen E90 bis E93) absolviere die Kfz-Hauptuntersuchung weit öfter ohne Probleme als der Durchschnitt.

Allerdings gab es ein paar Rückrufe, unter anderem wegen der Zündspulen bei Benzinern. Als weniger zuverlässig gilt der direkte Vorgänger (E46), vor allem wegen Problemen mit den Radführungsgelenken und Querlenkern.

Zu den wenigen typischen Mängeln des Modells E90 zählt laut dem ADAC ein erhöhtes Lenkungsspiel. Gelegentlich mussten die Pannenhelfer des Automobilclubs auch wegen defekter Turbolader, streikender Anlasser sowie verstellter Steuerketten und Nockenwellen bei 3ern vom Baujahr 2008 ausrücken.

Der ADAC hat zudem Probleme mit den Einspritzventilen (Benziner 2007 bis 2008) und defekte Kühlmittel- und Kraftstoffpumpen verzeichnet. Doch unter dem Strich stehe der 3er in seiner Klasse gut da.

Die Geschichte des 3er BMWs reicht bis 1975 zurück: In diesem Jahr kam das Modell als Zweitürer zu den Händlern. Im Laufe der Jahre wurden weitere Varianten aufgelegt - vom Viertürer bis zum Kombi und Cabrio. Nur mäßigen Erfolg hatte der Compact, eine dreitürige Schrägheck-Variante der 3er-Modelle E36 und E46 aus der Zeit von 1994 und 2004.

1998 debütierte die vierte Generation, 2005 kam die fünfte Generation auf den Markt, die 2013 vom aktuellen Modell abgelöst wurde.

Im sportlich ausgelegten 3er BMW kamen erst nur Benziner zum Einsatz, zunächst mit vier Zylindern, ab 1977 dann auch mit sechs. Dieselaggregate gab es für das Auto erstmals 1985 zu kaufen. Heute stehen die Selbstzünder wegen ihrer Durchzugsstärke dem sportlichen Anspruch längst nicht mehr entgegen.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Je nach Modell und Generation leisten die seit dem Jahr 2000 gebauten 3er als Benziner zwischen 77 kW/105 PS und 309 kW/420 PS im M3. Bei den Dieselmodellen reicht die Spanne von 66 kW/90 PS bis 210 kW/286 PS. Die aktuelle Auflage (F30) wird auch als Hybrid-Modell mit einer Systemleistung von 250 kW/340 PS angeboten.

Wer sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt umsieht, sollte ein 325i Coupé (E92) von 2007 mit 160 kW/218 PS für rund 16.500 Euro finden. Die Schwacke-Liste geht bei diesem Durchschnittspreis von einer Laufleistung von 90.200 Kilometern aus.

Wer einen Allrad-Kombi mit Diesel sucht, muss im Fall des 180 kW/245 PS starken 320d xDrive DPF Touring (E91) von 2011 noch etwa 23.750 Euro einplanen (61.100 Kilometer). Für im Schnitt 9.350 Euro wird mit dem 318 Ci (E46/2C) ein Cabrio von 2003 mit 105 kW/143 PS gehandelt, das rund 131.000 Kilometer hinter sich hat.

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