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20.02.2014

12:56 Uhr

911 GT3-Rückruf

„Porsche empfiehlt, das Fahrzeug nicht zu nutzen“

Nach mehreren Bränden von GT3-Modellen muss nun der ganze aktuelle Jahrgang des besonders sportlichen 911ers in die Porsche-Werkstätten. Verletzte hatte es bisher aber nicht gegeben.

Brennender Porsche 911 GT3 in der Schweiz: Die Löschversuche waren vergeblich. Foto: Kantonspolizei St. Gallen Screenshot

Brennender Porsche 911 GT3 in der Schweiz: Die Löschversuche waren vergeblich.
Foto: Kantonspolizei St. Gallen

StuttgartNach Bränden in zwei Exemplaren des neuen Porsche 911 GT3 ruft der Sportwagenbauer alle 785 weltweit ausgelieferten Fahrzeuge zurück. Porsche wolle alle Motoren des Modelljahres 2014 überprüfen, teilte die VW-Tochter am Donnerstag in Stuttgart mit. Nach der Ursache werde immer noch „mit Hochdruck“ geforscht, sagte ein Sprecher. Die internen Untersuchungen der Motorschäden seien aber noch nicht abgeschlossen. O-Ton der entsprechenden Pressemitteilung des Herstellers: "Porsche informiert die Halter der betroffenen Fahrzeuge direkt und empfiehlt, das Fahrzeug nicht zu nutzen."

Porsche hat in diesem Jahr bisher 322 Exemplare vom neuen Modell des 911 GT3 verkauft, das seit August 2013 in Deutschland auf dem Markt ist. Diese Variante gilt vielen Fans der Ikone seit jeher als die puristischste und damit unverfälschteste Möglichkeit, einen 911 zu bewegen. Die Preise für die vierte Generation beginnen bei 137.303 Euro.

Das Unternehmen bietet den Kunden nun an, die Fahrzeuge umgehend in das nächste Porsche Zentrum zurückzuholen. Bislang gab es keine Unfälle und keine Personenschäden im Zusammenhang mit den Fahrzeugbränden.

Weil in der Schweiz und in Italien zwei Exemplare des neuen Porsche 911 GT3 ausgebrannt sind, hatte der Stuttgarter Autobauer zunächst die Auslieferung gestoppt. Verschiedene Medien hatten über die Brände berichtet. Der erste Brand geschah nach Angaben des Unternehmens am 5. Februar in der Schweiz.

Auf der Autobahn Richtung St. Gallen seien dem Fahrer merkwürdige Geräusche im Motorraum aufgefallen, berichtet AutoBild.de. Nachdem er das Auto abgestellt habe, sei Rauch aus dem Motorraum aufgestiegen – Sekunden später brannte der Porsche. Die Feuerwehr konnte den GT3 nicht mehr retten, er brannte vollständig aus. Die Kantonspolizei St. Gallen schloss Brandstiftung aus. 

Der zweite 911 GT3 brannte in der vergangenen Woche in Süditalien. Auch hier fing der neue Wagen nach Motorproblemen Feuer. Porsche-Techniker seien jeweils an die Unfallorte geeilt, um die Schäden unter die Lupe zu nehmen.

Die Auto-Websites "Left Lane News" und "World Car Fans" hatten sogar von fünf oder mehr brennenden 911 GT3 in den vergangenen Wochen berichtet, allerdings ohne Quellen zu nennen.

Über den Fall aus Italien berichtete das Weblog „Axis of Oversteer“ das nagelneue Fahrzeug habe vor niedrigem Öldruck gewarnt bevor es vom Feuer komplett zerstört wurde.

Kommentare (7)

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20.02.2014, 14:00 Uhr

Porsche nimmt die EIGENE Sportwagen-Fraktion nicht mehr ernst. Lieblos zusammengeschusterte GT3, die noch dazu brennen, ein bißchen Revivalgetöse in Le Mans, schwere Pseudo-Sportler a la GTS etc.

Und der Fokus auf Cashcow Macan, Panamera und Cayenne.

Liebe Porsche Leute, Ihr habt nichts verstanden.

Hr. Piech: Warum gehen Sie so mit Ihrem (technischen!!!) Erbe um?


Bankster

20.02.2014, 15:44 Uhr

Es geht doch um Kohle und das kann Porsche sehr gut. Alle 3 Jahre eine neues Modell mit 20 PS mehr und etliche teuere Sport, Sport Plus, Sport Mega usw. Tasten zum Spielen und angeben. Von den Wartungskosten (700€ für einen Ölwechsel mit Stempel im Heft) mal abgesehen.
So lange es Leute gibt die für so etwas Geld bezahlen warum denn nicht abkassieren ?

Porsche

20.02.2014, 18:05 Uhr

Ist leider nicht mehr zeitgemäß, das alles. Pervertierter Quatsch - so wie vieles, was sich die so genannten hochentwickelten Industrienationen auf Kosten anderer gönnen.

Kann Porsche auch Autos für die Zukunft bauen, wenn wir es uns nicht mehr leisten können, unser Öl auf der Straße abzulassen? Dann ist es eben keine Frage des Geldes mehr, sondern der Ressourcen.

Wer klug ist handelt öknomisch und ökologisch und verzichtet auf diese Prestige-Marke, wenngleich ich zugeben muss: schön sind die Modelle schon.

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