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08.07.2013

11:54 Uhr

A-Klasse im Fahrtest

Stern mit Sonnenflecken

Quelle:MID

Zwei Wochen und 2.000 Kilometer mit einem A 200. liefern eine klare Antwort auf die Frage: Ist die "A-Klasse" der Mercedes-Benz in der Kompaktklasse?"

Der Mercedes "A 200" tritt mit 115 kW/156 PS an. PR

Der Mercedes "A 200" tritt mit 115 kW/156 PS an.

DüsseldorfAller Anfang ist schwer. Die aus dieser Binsenweisheit resultierende Erfahrung musste auch Mercedes machen, als sich die Schwaben mit der neu entwickelten "A-Klasse" 1997 zum ersten Mal dem Wettbewerb in der Kompaktklasse stellten. Die konzeptionell pfiffig angelegte erste Limousine des Hauses mit Frontantrieb setzte auf besonders kompakte Maße, dank eines doppelten Bodens, der den Antrieb aufnahm und nicht zuletzt für eine erhöhte Sitzposition sorgte. Daraus resultierte eine gute Übersichtlichkeit und ein bequemer Ein- und Ausstieg.

Der nur 3,58 Meter lange kleine Wagen lädierte gleich bei seinem Erscheinen das Sternbild, weil er mangels Stabilisierungsprogramm ESP beim Ausweichmanöver ("Elch-Test") zum Kippen neigte. Mit serienmäßigem ESP und einem kommunikativen Kraftakt brachten die Schwaben ihren Kleinen wieder auf Kurs, doch wegen der vornehmlichen Ansprache älterer Kunden, gerade wegen Einstieg und Übersichtlichkeit, wollte der Hersteller nie richtig Frieden mit seinem Kompakten schließen.

So nahmen die Marktforscher mit dem Nachfolger ab 2012 vornehmlich die virtuelle Zielgruppe der "Jungdynamiker" ins Visier. Die müssen an erster Stelle solvent genug sein und für den Einstieg in die schöne neue Welt der "A-Klasse" mindestens 24 335 Euro zu bezahlen. Zur Auswahl stehen neun Motorversionen, die ein Leistungsspektrum von 66 kW/90 PS bis 265 kW/360 PS abdecken.

Mit dem breiten Angebot an Vierzylindern genügt Mercedes formal ebenso dem Premiumanspruch wie mit der Schwemme optionaler Pakete und Ausstattungsdetails, die eine lange Preisliste zum Leeren jedes Kontostands aufführt. In diesem Punkt ist die "A-Klasse" so Premium wie die direkten Wettbewerber Audi "A3", BMW "Einser" oder auch der Volvo "V40".

Der A 200 beschleunigt aus dem Stand auf Tempo 100 in 8,4 Sekunden und erreicht 224 km/h. PR

Der A 200 beschleunigt aus dem Stand auf Tempo 100 in 8,4 Sekunden und erreicht 224 km/h.

Für die Testversion "A 200" sind mindestens 27 370 Euro fällig. Die Modellbezeichnung offenbart den ersten Etikettenschwindel. Der Motor ist mitnichten ein Zweiliter. Der Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung tritt mit 1 595 ccm Hubraum an und leistet 115 kW/156 PS bei 5 300/min. Der stets leise und drehfreudige Motor profitiert im Alltag vor allem von seinem beachtlichen Drehmoment, dessen Maximum von 250 Newtonmetern bereits ab 1 250/min zur Verfügung steht. Da lässt sich im Alltag beim Hochschalten gerne die eine oder andere Schaltstufe schwänzen. Dabei siedelt das butterweich schaltende, präzise definierte Sechsganggetriebe auf die Schokoladenseite der 4,29 Meter langen Limousine.

Egal, mit welchem Aspekt der "A-Klasse" sich der Fahrer sonst auseinandersetzt, es bleibt stets bei zwiespältigen Eindrücken. Die Karosserie ist von vorne charakteristisch, unverwechselbar, dynamisch und selbstbewusst gezeichnet. Ab der B-Säule gleitet das Design mit jedem Zentimeter, mit dem es sich dem Heck weiter nähert, in die Beliebigkeit franko-italo-asiatischer Brot-und-Butter-Kost, den die Fahrzeugklasse an der breiten Basis bietet.

Kommentare (1)

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markentypisch

09.07.2013, 00:20 Uhr

HB schreibt: 'Die "A-Klasse" ist zwar der offizielle Beitrag von Mercedes zur Kompaktklasse. Zum inoffiziellen Titel "Mercedes unter den Kompakten" reicht es jedoch nicht.'

Wieso denn nicht? Natürlich ist die A-Klasse der 'Mercedes unter den Kompakten', denn AUDI, VW und BMW haben eben deutlich bessere Kompakt-Autos zu bieten.

Genauso wie Mercedes seit Jahren in der Formel 1 hinterherfährt, ist das mittlerweile typisch für die Marke.

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