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13.06.2012

09:28 Uhr

Abnehmen für alle

Leichtbau erreicht die Kompaktklasse

Karosserien aus Karbon, Rahmen aus Aluminium und Bremsen aus Keramik - bislang war der sogenannte Leichtbau meist Supersportwagen und Luxuslimousinen vorbehalten. Jetzt aber speckt auch die breite Masse ab.

Leichtbau war bislang wegen der hohen Kosten fast nur bei Luxus- und Sportwagen ein Thema. Der Lamborghini Aventador J ist ein Beispiel für teure Gewichtsersparnis PR

Leichtbau war bislang wegen der hohen Kosten fast nur bei Luxus- und Sportwagen ein Thema. Der Lamborghini Aventador J ist ein Beispiel für teure Gewichtsersparnis

Aachen/LeverkusenLeichtbau ist offenbar eine schwere Übung. Denn obwohl mit jedem Kilogramm Verbrauch und CO2-Ausstoß steigen, werden die Autos immer schwerer: «Das Durchschnittsgewicht der Neuwagen ist in der Vergangenheit im Schnitt um zehn Kilogramm pro Jahr gestiegen», zitiert Leichtbauexperte Nico Depner von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen die Fachliteratur. Größer sind die Autos geworden, müssen immer strengeren Sicherheitsanforderungen genügen und auch den Komfortwünschen der Fahrer. Das alles geht aufs Gewicht.

Depner arbeitet am Institut für Kraftfahrzeuge der RWTH Aachen und hat derzeit besonders viel zu tun: Denn um ihre CO2-Ziele zu erfüllen, achten die Autohersteller vermehrt auf die Waage und machen Leichtbau zum Schwerpunkt der Entwicklung. Etwa Audi-Entwicklungsvorstand Michael Dick verspricht, dass alle neuen Audis künftig weniger wiegen werden als ihre Vorgänger.

Bislang haben die Hersteller beim Leichtbau auf teures Material und aufwendige Verfahren gesetzt: So findet man Karosserien aus Karbon und Aluminium nur bei Supersportwagen wie dem Lamborghini Aventador oder Mercedes SLS und Luxuslimousinen wie Audi A8 oder Jaguar XJ. Doch jetzt erreicht die Diätwelle ganz normale Fahrzeuge: Kleinwagen wie der Peugeot 208, Geländewagen wie der Mazda CX-5 und Kompaktklasse-Modelle wie der Audi A3 specken ohne nennenswerten Preisaufschlag gehörig ab.

Neue Plattform, neue Karosseriestruktur, gewichtsoptimierte Motoren und Getriebe: Das macht den Mazda CX-5 gegenüber herkömmlicher Bauweise rund 100 Kilo leichter. PR

Neue Plattform, neue Karosseriestruktur, gewichtsoptimierte Motoren und Getriebe: Das macht den Mazda CX-5 gegenüber herkömmlicher Bauweise rund 100 Kilo leichter.

Der Mazda CX-5 nutzt dazu eine neue Plattform, eine neue Karosseriestruktur mit hochfesten Stählen und gewichtsoptimierte Motoren und Getriebe. Offenbar hat sich die Mühe gelohnt: «Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Konstruktion ist das Auto rund 100 Kilo leichter geworden», sagt Entwicklungschef Hirotaka Kanazawa.

Einen noch größeren Erfolg reklamiert Peugeot für den neuen 208. Dass der Kleinwagen im Schnitt 110 und im besten Fall 173 Kilogramm weniger wiegt als der Vorgänger 207, liegt allerdings nicht allein am neuen Material: «Der Wagen ist deutlich kleiner als vorher», sagt Pressesprecher Bernhard Voß. Statt wie sonst bei jedem Generationswechsel in die Länge zu gehen, haben die Franzosen den 208 um sieben Zentimeter beschnitten.

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Ungewöhnlich lange war der Audi A3 im Markt. Neun Jahre sind dieser Fahrzeugklasse ein biblisches Alter. Nun steht der Nachfolger auf dem Genfer Salon. Und er ist deutlich leichter geworden.

Verstärkt auf neue Materialien setzt dagegen Audi. War Aluminium bislang vor allem den großen Modellen vorbehalten, hält es in Motorhaube und Kotflügel der Kompaktklasse Einzug. «Das spart über neun Kilogramm», sagt Pressesprecher Albrecht Trautzburg und weist für das gesamte Modell einen Gewichtsvorteil von 80 Kilogramm aus.

Kommentare (1)

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Kermit

09.08.2012, 15:25 Uhr

Der Golf 1 wog 730 kg mit 60 PS, als GTI wog er 860 kg. DAS ist LEICHTBAU. Heutige Autos habe leichtere Metalle, kleine Batterien, dünnere Bleche... aber dafür Airbags und Seitenaufprallschutz mit 700 kg Zusatzgewicht so dass das Auto schlussendlich das doppelte wiegt? Ich kann da keinen Fortschritt erkennen, in Sachen Gewicht - und genau das ist der Schlüssel zum Erfolg beim Thema Spritsparen!

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