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23.02.2011

12:10 Uhr

ADAC Sommerreifen-Test 2011

Billig-Pneus steigern das Unfallrisiko

Alarmierendes Ergebnis im aktuellen ADAC Sommerreifentest: Ein 22 Meter längerer Bremsweg auf nasser Fahrbahn unterscheidet einen Testsieger vom Schlusslicht.

Als Faustregel für den Reifenwechsel gilt "von O bis O", von Oktober bis Ostern. Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vor, Experten empfehlen aber bei Sommerreifen mindestens 3 Millimeter. Quelle: dpa

Als Faustregel für den Reifenwechsel gilt "von O bis O", von Oktober bis Ostern. Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimeter vor, Experten empfehlen aber bei Sommerreifen mindestens 3 Millimeter.

München/DüsseldorfWie in jedem Jahr hat der ADAC in zwei verschiedenen Größenklassen eine Vielzahl aktueller Sommerreifen einem Härtetest unterzogen, bevor die Masse der deutschen Autofahrer mit steigenden Außentemperaturen die Winterbereifung austauscht. Eines der Tester-Fazits lautet: Den Autofahrern steht mit zwölf "guten" und elf "befriedigenden" Modellen eine ausreichende Auswahl an Reifen zur Verfügung, um gut über den Sommer 2011 zu kommen. Sieben Reifen im Test zeigten allerdings – vor allem auf nasser Fahrbahn – so schlechte Leistungen, dass der Club vom Kauf dieser Produkte abrät.

So kommt zum Beispiel der beste 175er-Reifen, der Conti Premium Contact 2, beim Bremsen auf nasser Fahrbahn schon nach 58,3 Metern zum Stehen, der italienische Dayton braucht dazu 80,4 Meter. Im Ernstfall kann dieser 22,10 Meter weitere Anhalteweg über Leben und Gesundheit entscheiden.

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ADAC Sommerreifen Testergebnisse 175/65 R 14

Die Detailergebnisse in der Dimension 175/65 R 14 des ADAC Sommerreifentests 2011 in der Übersicht.

Getestet wurden Reifen aus zwei Größenklassen, wie sie in der Mittelklasse etwa beim Skoda Octavia (195/65 R15V) zum Einsatz kommen, sowie eine etwas kleinere Dimension, die auf den Ford Fiesta oder den Citroën C2 (175/65 R14T) passt. Neben dem Verhalten auf trockener und nasser Fahrbahn wurden das Geräuschverhalten, der Kraftstoffverbrauch und der Verschleiß untersucht. Im zusätzlich durchgeführten Schnelllauftest fielen in der größeren Dimension zwei Reifen (Point S und Chengshan) negativ auf. Der Point S bestand den verschärften ADAC-Test nicht, der Chengshan fiel sogar durch den einfacheren DIN-Test.

Testsieger bei den 195ern wurde der Vredestein Sportrac 3 mit sehr ausgewogenem Fahrverhalten und der Bestnote auf Nässe. Am anderen Ende der 16 Reifen finden sich drei Billigprodukte (Sava Intensa hp, Point S Summerstar 2 und Chengshan CSR 66).

Der Chengshan mit extrem schlechten Nässewerten zeigt, wie mangelhaft abgestimmt diese Produkte teilweise sind: Er hat mit Abstand den besten Verschleißwert. Beim Sava und beim Point S liegt in der schwachen Seitenführung bei Nässe der Grund für die Abwertung.

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ADAC Sommerreifen Testergebnisse 195/65 R 15

Die Detailergebnisse in der Dimension 195/65 R 15 des ADAC Sommerreifentests 2011 in der Übersicht.

In der kleineren Dimension erhielt der Conti Premium Contact 2 vor dem Uniroyal Rain Expert die besten Noten. Auch hier gab es mit dem Dayton D110 einen als "mangelhaft" eingestuften Reifen.

ADAC Sommerreifentest

Video: ADAC Sommerreifentest

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Wer neue Sommerreifen braucht, sollte sie in diesem Jahr früh kaufen. Weil Naturkautschuk und Rohöl zurzeit teuer sind, werden die Preise für Pneus im Jahresverlauf deutlich ansteigen, prognostiziert der TÜV Süd. Eventuell drohten sogar Lieferengpässe. Wer Sprit sparen und die Umwelt schonen will, sollte sich Spezialreifen mit geringem Rollwiderstand zulegen, rät die Prüforganisation.

Ein Vergleich des Auto Club Europa (ACE) hatte allerdings kürzlich ergeben, dass Leichtlaufreifen ein schlechteres Bremsverhalten bei Nässe haben.

Zusätzliche Einsparmöglichkeiten bietet laut dem TÜV die Reifenbreite: Wird ein Auto mit möglichst schmalen Reifen gefahren, reduziert dies ebenfalls den Rollwiderstand und damit den Verbrauch.

Conti führt bei den Rolloptimierten

Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ), die sieben Marken-Reifen der Dimension 205/55 R16 91 V verglichen hatte, kommt zu dem Ergebnis, dass nur ein Reifen den Spagat zwischen optimiertem Rollwiderstand und Sicherheit bei Nässe schafft: der Continental Sport-Contact 2 (296 Euro für vier Reifen). Mit ausschlaggebend dafür war die höhere Gewichtung, die die GTÜ-Tester den Sicherheitseigenschaften zugewiesen haben. Auch der Pirelli Cinturato P7 (312 Euro) bekam ein „sehr empfehlenswert“ und belegte als „sicherer Allrounder“ Platz zwei. Der Dunlop SP Sport Fastresponse (288 Euro) landete im Testranking mit einem „empfehlenswert“ auf einem guten dritten Platz.

Von

fgh

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.02.2011, 18:14 Uhr

Wozu gibt es eigentlich ein Kraftfahrzeug-Bundesamt? Wo heute jede Leberwurst und jeder Schnulli zugelassen werden muß, sollte es ja wohl für Reifen einen Mindeststandard geben, z.B. Bremsweg nicht länger als der Mittelwert der drei besten plus 10% oder so ähnlich. Und wenn nicht einmal DIN-Werte eingehalten werden? Gilt da auch Geiz ist geil?

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