Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.08.2012

18:36 Uhr

ADAC Werkstatt-Test 2012

Schlechte Noten für A.T.U. und Bosch

Beim Werkstatt-Test sind fast zehn Prozent der Reparaturbetriebe mit mangelhaft durchgefallen. ADAC-Tester hatten 75 Werkstätten überprüft, darunter die Betriebe großer Autohersteller und freier Werkstatt-Ketten.

ADAC-Werkstatt-Test: Wem kann man vertrauen?

Video: ADAC-Werkstatt-Test: Wem kann man vertrauen?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Düsseldorf/MünchenBeim ADAC-Werkstatttest 2012 sind fast zehn Prozent der getesteten Reparaturbetriebe durchgefallen. Insgesamt nahmen die ADAC-Tester 75 Werkstätten unter die Lupe, darunter die Betriebe großer Autohersteller wie 25 Werkstätten der Kette A.T.U und 25 des freien Werkstattsystems Bosch Car Service. Sieben der freien Werkstätten bekamen ein mangelhaft und genügten damit nicht den Anforderungen, wie der Autoclub am Donnerstag in München mitteilte. Die Vertragsbetriebe bekamen hingegen fast durchweg gute Noten. Testsieger wurde ein Berliner Mercedes-Betrieb, der die vollen 100 Punkte erreichte. Der Testverlierer in Hamburg, der zu Bosch Car Service gehörte, schaffte nur 17 Punkte. Im Gesamtergebnis sei aber A.T.U schlechter gewesen: 18 von 25 Filialen hätten hier gepatzt.

Beim Werkstatt-Test des ADAC fielen sieben von 75 überprüften Betrieben mit der Note mangelhaft durch. dpa

Beim Werkstatt-Test des ADAC fielen sieben von 75 überprüften Betrieben mit der Note mangelhaft durch.

„Wir nehmen die Ergebnisse des ADAC-Werkstatttests sehr ernst und werden uns intensiv mit den Bewertungen der einzelnen Filialen auseinandersetzen“, sagte A.T.U.-Geschäftsführer Manfred Ries. „Es gilt, die Abläufe und Prozesse weiter zu überprüfen, um mögliche Schwachstellen noch besser zu erkennen und letztlich abzustellen.“ Der Test zeige aber auch, dass 72 Prozent der getesteten A.T.U-Filialen die Noten „sehr gut“ oder „gut“ in der Kategorie Technik erhalten hätten, unterstrich Ries.

Bei Mercedes, dessen fünf getestete Werkstätten wie Renault durchweg ein „sehr gut“ bekamen, hieß es, die Leistung habe Kontinuität, auch bei anderen Tests habe Mercedes sehr gute Noten erhalten.

Nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand GmbH (DAT) gab es im Jahr 2011 insgesamt 38 000 Werkstätten in Deutschland, darunter 17 600 Markenbetriebe und 20 400 freie Betriebe. Bei dem Werkstatttest handele es sich um eine Stichprobe, betonte dazu ADAC-Sprecher Christian Buric. Sie gebe aber durchaus Aufschluss, wie die Werkstätten arbeiteten.

Der Club testete Werkstätten in fünf Städten mit verschiedenen gängigen Fahrzeugmodellen. ADAC-Mitglieder fuhren dazu mit ihren Autos in die Werkstätten. Die Fahrzeuge wurden davor mit fünf Mängeln präpariert: Ein verstelltes Scheinwerferlicht, eine defekte Kennzeichenleuchte, ein ausgehängter Auspufftopf, ein zu niedriger Kühlmittelstand und ein Ersatzrad mit zu wenig Reifendruck.

Tipps für ein langes Auto-Leben

Öl regelmäßig wechseln

Autobauer geben vor, wie oft das Öl des eigenen Fahrzeugs gewechselt werden muss. Auch welche Sorte und Viskosität die richtige ist, findet man in den Hersteller-Informationen. An diese Vorgaben sollten sich Fahrzeugbesitzer dringend halten, denn Motoröl schmiert nicht nur - auch Metallpartikel und Verbrennungsrückstände lagern sich mit der Zeit darin ab.

Inspektionen nach Wartungsplan

Bei Inspektionen sollten die Wartungspläne des Herstellers genau eingehalten werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle möglichen Schwachstellen überprüft und gegebenenfalls auch gefunden werden können. Außerdem wichtig: Der Zahnriemen des Autos sollte regelmäßig ausgetauscht werden.

Langsam "Warmfahren"

Auf den ersten Kilometern sollten Autofahrer den Motor mit relativ niedriger Drehzahl warmfahren. Der Grund: Der Motor besteht aus verschiedenen Materialien, die sich nach dem Kaltstart unterschiedlich schnell erwärmen und demzufolge auch ausdehnen. Zu schnelles Aufs-Gas-Drücken könnte also dazu führen, dass der Kolben nicht mehr in den Zylinder passt und klemmt. Hinzu kommt, dass auch das Öl nach dem Start noch kalt und zähflüssig ist - es braucht also eine gewisse Zeit, um zu den Schmierstellen gepumpt zu werden.

Motor abkühlen lassen

Turbomotoren können sich sehr stark erhitzen. Damit das Öl nicht an der Achse des Turbinenrades verkohlt und die Ölkanäle verstopft, sind Fahrer gut beraten, wenn sie den Motor ein paar Minuten im Leerlauf abkühlen lassen.

Kurzstrecken und Kaltstarts vermeiden

Beim Kaltstart eines Verbrennungsmotors wird das Kühlwasser und Öl nicht vorgewärmt. Auch im Schmierölkreislauf kann vorher kein Druck aufgebaut werden. Die hohen Temperaturunterschiede belasten den Motor. Unnötige Kaltstarts und Kurzstrecken sollten aus diesen Gründen vermieden werden.

Drehzahlen im Auge behalten

Wird ein kaltes Triebwerk zu hoch gedreht, führt das zu Verschleißerscheinungen. Wer permanent mit voller Leistung fährt, wird auch trotz behutsamen "Warmfahrens" und regelmäßigem Ölwechsel mit mehr Abnutzungserscheinungen rechnen müssen. Aus diesem Grund sind Drehzahlen im mittleren Bereich zu empfehlen.

Durchlüftung

Auch wenn das Merkmal "Garagenwagen" bei Gebrauchtwagenkäufern gern gesehen ist, trocknen nasse Fahrzeuge aufgrund der mangelnden Belüftung in Garagen meist langsamer - vor allem in den Zwischenräumen. Besser aufgehoben sind Autos in einem Carport.

Reinigung

Die Schmutz- und Rostnester eines Autos liegen meist im Verborgenem. Deswegen sollte bei einer Reinigung wirklich gründlich vorgegangen werden. Dabei sollten vor allem die Tür- und Haubenkanten, die Radläufe und der Unterboden nicht vergessen werden.

Hohlraumkonservierung

Wer seinem Fahrzeug ein langes Leben bescheren möchte, sollte Hohlräume und den Unterboden vor Rost schützen. Am besten geht das mit Wachs oder Fett.

"Reifenschonend" fahren

Wer ständig über Bordsteine und durch Schlaglöcher brettert, setzt nicht nur den Reifen seines Autos ordentlich zu, sondern auch eine Achse wird das auf Dauer kaum unbeschadet aushalten können. Deswegen ist bei solchen Hindernissen Vorsicht gefragt.

Die Arbeitsleistung wurde mit 60 Punkten, der Service mit maximal 40 Punkten bewertet. Punktabzug gab es, wenn wesentliche Serviceleistungen fehlten oder Zusatzarbeiten ohne Auftrag ausgeführt wurden.

Einer der ältesten Kritikpunkte seit Beginn der ADAC-Werkstatt-Tests vor 42 Jahren: Punkte aus Wartungslisten werden zwar abgehakt, aber gar nicht geprüft. Gerade die getesteten Werkstatt-Ketten hätten zudem nicht selten Schwierigkeiten, die richtige Wartungsliste zu wählen, die zum Fahrzeug und seiner Laufleistung beziehungsweise seinem Alter passe, stellte der Autoclub weiter fest.

Bei den Vertragswerkstätten bekamen 21 der 25 Betriebe ein sehr gut, nur eine ein ausreichend; keine einzige wurde mit mangelhaft bewertet. Bei den freien Ketten hingegen gab es bei 50 Reparaturbetrieben nur acht sehr gut, 13 gut, dafür aber 10 ausreichend und sieben mangelhaft.

Allerdings gab es entsprechend große Unterschiede bei den Preisen. Die Stundenlöhne reichten von 42 bis 158 Euro - die Vertragswerkstätten waren dabei durchweg deutlich teurer als die freien Betriebe, teilweise waren die Stundensätze mehr als doppelt so teuer. Auch beim Öl verlangte sie mehr. Bei den Stundenpreisen waren die Vertragswerkstätten teils mehr als doppelt so teuer.

Der ADAC riet Autofahrern, den Wagen zusammen mit dem Serviceberater anzuschauen und den Wartungsauftrag schriftlich zu erteilen.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

hedgehog

23.08.2012, 08:56 Uhr


Gibt es einen derartigen Test auch für Nutzfahrzeuge?
Mich würde insbesondere die Qualität von MAN bzw. DAF-Servicewerkstätten und den freien Werkstätten im Rhein-Main-Gebiet interessieren.

Samaranch

23.08.2012, 15:15 Uhr

Was wird hier verglichen?
Der Test zeigt doch nicht wirklich ein Gesamtbild!
Hier werden gerade mal Werkstätten von 5 Fahrzeugherstellern getestet, zudem auch fast alles deutsche Fabrikate.
Wo bleiben Werkstatttests von Porsche, Subaru, Toyota, Mazda, Peugeot, Seat etc.
Der Vergleich dieser Werkstätten ist nur ein weiterer erfolgreicher Beweis, dass Lobbyarbeit hierzulande bestens funktioniert. Der ADAC zeigt dies immer und immer wieder vortrefflich.
Mit dieser fehlenden Objektivität ist dieser Test für den Gulli prädestiniert. Solche Tests helfen keinem.
[Ironie]
Achso halt.
Freie Werkstätten schlecht...Vertragswerkstätten gut... DAS hab ich als Einzigstes gelernt.
[/Ironie]

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×