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29.08.2013

09:59 Uhr

ADAC Werkstatt-Test 2013

Viele Autowerkstätten arbeiten mangelhaft

Ernüchternde Erkenntnisse beim aktuellen Werkstatt-Test des ADAC: 78 Prozent der getesteten freien Werkstätten sind glatt durchgefallen. Und bei den Werkstatt-Ketten sieht das Bild nicht viel erfreulicher aus.

Mitarbeiter einer BMW-Autowerkstatt in München: Insgesamt nahmen ADAC-Tester 75 Werkstätten unter die Lupe. dpa - picture-alliance

Mitarbeiter einer BMW-Autowerkstatt in München: Insgesamt nahmen ADAC-Tester 75 Werkstätten unter die Lupe.

Ein Wartungsauftrag kann in freien Autowerkstätten für den Kunden ebenso schnell zum Roulettespiel werden wie in Werkstatt-Ketten. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen ADAC-Tests, bei dem der Autoclub in diesem Jahr 72 Unternehmen unter die Lupe nahm, davon 36 freie Betriebe.

Der Autoclub hatte für seinen Test die Fahrzeugmodelle Audi A3, Renault Megane und VW Golf 5 vor der Prüfung wieder bewusst mit Mängeln präpariert: Ein verstelltes Scheinwerferlicht, eine defekte Kofferraumleuchte, ein ausgehängtes ABS-Kabel, ein zu niedriger Kühlmittelstand sowie ein Ersatzrad mit zu wenig Reifendruck, fehlendes oder abgelaufenes Pannenset.

28 von 36 untersuchten freien Betrieben haben indes die Bewertung "mangelhaft" erhalten. Bei den Werkstatt-Ketten (A.T.U, Bosch, Meisterhaft und 1a Autoservice) sieht das Gesamtbild aber nur unwesentlich besser, hier fielen 17 von 36 Betrieben durch (47 Prozent).

Des Weiteren zeigt der Test deutlich, dass die Freien bei der Inspektion nicht günstiger sind als die Ketten. Insgesamt enttäuschend bei dieser Stichprobe: Von allen getesteten 72 Betrieben (Freie und Werkstatt-Ketten) erhielten gerade einmal sechs die Wertung "sehr gut" (8 Prozent).

Die Arbeitsleistung wurde mit höchstens 60 Punkten, der Service mit maximal 40 Punkten bewertet. Punktabzug gab es, wenn wesentliche Serviceleistungen fehlten oder Zusatzarbeiten ohne vorherigen Auftrag ausgeführt wurden.

Testgewinner bei den Ketten ist ein A.T.U-Betrieb in Hamburg (Heidhorst 3). Positiv: Keine einzige A.T.U-Werkstatt erhielt die Note mangelhaft. Den Testern fiel bei A.T.U zudem auf, dass bei der Inspektionsannahme offen und realistisch über die voraussichtlichen Kosten gesprochen wird. Sechs der neun getesteten A.T.U-Service-Unternehmen fanden alle Mängel. Bei den Bosch-Werkstätten fielen drei Betriebe durch, bei "1a" sechs und bei Meisterhaft acht. Von allen freien Werkstätten hat Riegelhof Karosseriebau in Frankfurt/Main am besten abgeschnitten.

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Als „unbefriedigend und in dieser Form nicht zu erwarten“ bewertete der Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) die Ergebnisse, der sich um verbale Schadensbegrenzung bemühte. Basierend auf den Erfahrungen im Werkstattalltag habe das Übersehen simpler Mängel, wie es im Test zu Tage trete, so gut wie nie mit mangelnder Erfahrung des Werkstattpersonals zu tun.

Gerade große Routine könne schon einmal auf Kosten der Aufmerksamkeit gehen. „Ohne das beschönigen zu wollen: Wenn die Testfahrzeuge mit wirklich kapitalen Mängeln an Bremsen, Lenkung und Fahrwerk präpariert worden wären, dann hätte es garantiert lauter Bestnoten gegeben“, sagte ein Sprecher.

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Es wird also offenbar für die Kunden nicht viel besser, denn 2010 fanden beim gleichen Test nur 24 Prozent der geprüften Meisterhaft-Betriebe alle Fehler. Bei der Kette A.T.U waren es mit 32 Prozent nicht viel mehr. Demgegenüber hatten vor drei Jahren 76 Prozent der vom ADAC getesteten Hersteller-Werkstätten alle Fehler entdeckt.

2012 wurden bei A.T.U in nur 28 Prozent der Stichproben alle Fehler gefunden. Bei den Bosch Car Service Betrieben waren es auch nur 40 Prozent. Die Hersteller-Werkstätten hatten in 88 Prozent der Testdurchgänge alle Fehler gefunden.

Der ADAC rät Verbrauchern, den Wagen zusammen mit dem Serviceberater anzuschauen und den Wartungsauftrag schriftlich zu erteilen. So würden Missverständnisse weitgehend ausgeschlossen.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

29.08.2013, 11:14 Uhr

Das kann ich nur leidvoll bestätigen. Mein T4 springt manchmal schlecht an. Wenn er einmal lief danach kein Problem. Vier Werkstätte, jeder hat da ein bisschen was rumgefummelt. Hat alles nix gebracht. Außer das die jetzt mein Geld haben. Immer so um die 50 - 90 Teuros.

steuerhilfe.net

29.08.2013, 11:34 Uhr

Ist doch nicht überraschend, bei den meisten Werkstätten wird gepfuscht und der Kunde über das Ohr gehauen.

Glücklich kann der sein, der eine Werkstatt seines Vertrauens hat udn die Leute dort persönlich kennt.

Account gelöscht!

29.08.2013, 11:39 Uhr

Innerhalb der letzten Wochen hat es zahlreiche Tests, nicht nur vom ADAC gegeben. Darunter auch Vertragswerkstätten der Hersteller.
Das Ergebnis ist insgesamt sehr "ernüchternd", wenn dann auch noch festgestellt wurde, dass selbst die Qualität in einigen Vertragswerkstätten nachgelassen hat. Am Schluß verzweifelt der Kunde, wird dauerhaft verärgert und verliert das Vertrauen an der Werkstatt, an der jeweiligen Marke, wenn nicht gar am Auto insgesamt.
Den gegenwärtigen Zustand und die eingetretene negative Entwicklung kann man insofern nur kontraproduktiv für den Absatz der Automobilindustrie und aller daran beteiligter sonstiger Firmen bezeichnen.

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