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29.04.2012

10:37 Uhr

Alfa Romeo Spider

Von klassisch bis modern

Quelle:dpa

Klassiker hat die italienische Marke Alfa Romeo schon so einige hervorgebracht. Einer der bekanntesten dürfte wohl der Spider sein, ein offener Zweisitzer. Als Gebrauchter hat der Spider keine großen technische Probleme.

Von 1966 bis 2010 hat Alfa Romeo den Spider in sechs Generationen gebaut. Laut dem ADAC hat der Roadster recht viele, aber eher kleine Macken. dpa

Von 1966 bis 2010 hat Alfa Romeo den Spider in sechs Generationen gebaut. Laut dem ADAC hat der Roadster recht viele, aber eher kleine Macken.

BerlinDas italienische Pendant zum 1980 eingestellten Triumph Spitfire war noch ein paar Jahrzehnte länger zuhaben, bevor der Wagen 2010 aus dem Programm genommen wurde. Wahre Fans des Alfa Romeo Spider dürfte auch die Einschätzung des ADAC nicht von einer Anschaffung abhalten: Demnach leidet der Roadster "allgemein an einer Vielzahl kleinerer, unterschiedlicher Probleme".

Hauptursache für Pannen sind laut dem ADAC vor allem entladene Batterien, bei älteren Modellen machen oft die Generatoren Ärger. Und speziell bei Exemplaren von 1998 und 1999 seien häufig die Kupplungsnehmerzylinder undicht.

Der vom Designbüro Pininfarina entworfene Spider wurde 1966 vorgestellt und lief in vier Generationen 27 Jahre lang nur wenig verändert von Band. Die Grundform der Karosserie wurde bis 1994 weitgehend beibehalten. Dann kam zum Schrecken vieler Fans die technisch auf dem Alfa 159 basierende, stark modernisierte Auflage Nummer fünf: Mit ihr schlugen die Italiener vor allem optisch eine neue Richtung ein und passten das Modell mehr der Formensprache der Marke an, wodurch es an Eigenständigkeit einbüßte. Markant sind zum Beispiel die drei kleinen Frontleuchten auf jeder Seite.

2006 wurde die sechste Generation eingeführt, die bei einem Facelift 2008 unter anderem eine sechsstufige Automatik für die Dieselmotoren bekam. Für die ersten fünf Modellgenerationen des Spider standen ausschließlich Ottomotoren zur Wahl. Für die letzte Auflage des Autos hatte Alfa Romeo auch Diesel mit vier und fünf Zylindern im Programm, die zwischen 170 PS und 210 PS leisten. Ab dem Jahr 2000, mit dem die aktuelle Schwacke-Liste beginnt, waren Benziner mit vier und sechs Zylindern zu haben, die eine Leistungsspanne zwischen 144 PS und 260 PS abdecken.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Ein Alfa Romeo Spider 2.0 Twin Spark Base von 2004 mit 150 PS kostet laut Schwacke rund 8.150 Euro. Im Schnitt haben solche Exemplare 77.250 Kilometer auf dem Zähler. Ein Roadster der letzten Generation, etwa der 3.2 JTS V6 24V Q4 Exclusive von 2008 mit 260 PS, wird demnach mit rund 22.050 Euro gehandelt (Laufleistung: 41.250 Kilometer).

Bei den Dieseln beginnen die Gebrauchtwagenpreise der Schwacke-Liste nach bei rund 18.050 Euro: Dafür müsste ein Alfa Romeo Spider 2.4 JTDM 20V DPF von 2007 mit 200 PS aufzutreiben sein (Laufleistung: 50.250 Kilometer). Mit Preisen ab rund 16.300 Euro wird das Original 1600 Spider Duetto aus dem Startjahr 1966 im gepflegten Zustand laut Classic Car Tax sogar günstiger gehandelt.

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