Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.07.2011

09:59 Uhr

Alternative Antriebe

Elektroautos sofort einsatzfähig

Quelle:dpa

Über ein Jahr lang haben Wissenschaftler Elektroautos getestet und kommen nun zu dem Ergebnis: Alles bestens, wir könnten sofort umsteigen. Zusätzliche Ladesäulen braucht man nicht.

KölnElektroautos könnten in deutschen Großstädten sofort in großem Maßstab eingesetzt werden - zusätzliche Ladesäulen sind dafür nicht nötig. Das ist das wichtigste Ergebnis eines noch laufenden Pilotprojekts in Köln, bei dem Elektroautos seit über einem Jahr in der Praxis getestet werden. «Morgen früh könnte man in Köln auch bei den privaten Pkw mit Elektroautos starten», sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen, der das Projekt mit fast 50 Wissenschaftlern begleitet hat, in Köln.

Der Versuch hat gezeigt: In deutschen Großstädten könnte ab sofort eine große Anzahl an Elektroautos losrollen. Man benötigte dafür noch nicht einmal zusätzliche Ladesäulen. dpa

Der Versuch hat gezeigt: In deutschen Großstädten könnte ab sofort eine große Anzahl an Elektroautos losrollen. Man benötigte dafür noch nicht einmal zusätzliche Ladesäulen.

Der Versuch hat nach seinen Angaben gezeigt, dass die meisten Leute ihr Elektroauto zu Hause an der normalen Haushaltssteckdose aufladen würden. Deshalb wären Zusatzinvestitionen in Form von Ladesäulen erst mal überflüssig. In einer Stadt wie Köln mit einer Million Einwohnern könnten jetzt schon gut 30 000 Elektroautos fahren. Für die Leitungsnetze würde das nur gut drei Prozent mehr Stromverbrauch bedeuten, errechneten die Forscher.

Die Reichweite der Elektroautos mit den heutigen Lithium-Ionen -Batterien liege bei 180 Kilometern - danach müsste aufgeladen werden. Im Winter schrumpft die Reichweite durch das Heizen auf nur noch gut 100 Kilometer. «Aber auch das wäre kein Problem, da im Schnitt der Kölner pro Tag etwa 30 Kilometer zurücklegt.»

Dudenhöffer untersuchte auch, ob die Elektroautos im Straßenverkehr für Fußgänger gefährlicher sind, weil sie so leise fahren. Es habe sich jedoch kein höheres Risiko feststellen lassen, sagte der Autoexperte. Künstliche Warngeräusche seien darum unnötig. «Wir können die Ruhe der Fahrzeuge ohne Nebenwirkungen genießen.»

Bei dem Test sind seit April vergangenen Jahres 20 Transporter im Kölner Stadtgebiet unterwegs - bisher haben sie 50 000 Kilometer zurückgelegt. Zusätzlich wurden Tests mit Elektro-Pkw und Vergleichsfahrzeugen mit Verbrennungsmotor ausgeführt. Das Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert.

Der deutsche Ford-Chef Bernhard Mattes bewertet den Versuch als «außergewöhnlichen Erfolg» und sagt: «Klar ist: die Elektromobilität funktioniert. Die Autobranche steht im größten Umbruch ihrer Geschichte.»

Elektroautos seien eine riesige Chance für die deutsche Autoindustrie, ergänzt Dudenhöffer. Wenn man sich Megastädte etwa in China mit ihrer enormen Luftverschmutzung anschaue, dann sehe man sofort, dass sich hier mittelfristig ein riesiger Markt entwickle.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.07.2011, 10:19 Uhr

Schön dass die Wissenschaft jetzt (endlich) den Beweis erbracht hat, dass Elektromobilität auch in Deutschland funktioniert. Zu dem Ergebnis ist man in anderen Ländern schon vor 1-2 Jahren gekommen.
Jetzt gilt es für die deutschen Hersteller die passenden Angebote zu machen und für die Politik die Weichen zu stellen, damit diese Erkenntnis auch tatsächlich umgesetzt werden kann.
Ich würde liebend gerne mit in Deutschland produziertem Strom fahren anstatt mit Treibstoff aus importiertem Erdöl. Und mit jedem zusätzlichen Windrad wird der Strom sauberer.

HelgaTod

12.07.2011, 15:30 Uhr

Guten Tag - ein interessanter Beitrag. Ich verfolge dieses Thema schon länger auf http://www.siemens.de/elektromobilitaet/elektromobilitaet.html und ich würde mich freuen, wenn mehr Elektroautos auf die Straße kommen würden. Ich kann die Situation in Köln schlecht beurteilen, allerdings fehlt es in München definitiv an Ladesäulen! Ich habe hier noch keine gesehen!

Account gelöscht!

13.07.2011, 15:28 Uhr

Elektromobilität – oder, das Schreckgespenst der Auto und Mineralöl - Industrie.
Elektroautos, so wird argumentiert sind zu teuer, Preis wird künstlich hochgehalten,
mehr oder minder im Versuchsstadium, Akkus zu wenig Kapazität, lange
Aufladzeiten, geringe Reichweiten und so weiter…
Dann das Problem mit den Ladesäulen die permanent favorisiert werden und jeder
„Quatscht“ dem andern nach.
So wird jahrelang um den straßentauglichen Einsatz von Elektroautos herumgeredet.
Ladesäulen taugen höchstens was für die eigene Garage, oder wie will man sich
das vorstellen solche in Hochhaus –Wohnsiedlungen aufzustellen.
Dem Vandalismus ist doch Tür und Tor geöffnet. Und was ist bei Regen,
Eis, Schnee? Kurzschlussgefahr! Wir tanken auch nicht unter freiem Himmel, -
und, wieviele stehen bereits „Schlange“ an der Ladestation?
Will man die Bürgersteige Aufreißen, Kabel legen, Ladestationen aufstellen
und dann über die Kabel stolpern? – Was für eine unausgegorene Phantasie.
Dieses System ist bereits Heute schon von Gestern, ist überholt bevor es richtig
zum Einsatz kommt. Was der Kohle-Bergbau hinter sich hat, wird die
Mineralöl-Industrie auch schaffen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×