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10.01.2013

09:22 Uhr

Astra OPC im Handelsblatt-Autotest

Der Opel mit dem Turbo-Boost

VonJörg Hackhausen

Jeder Popel fährt 'nen Opel. Das war einmal. Die Zeiten des Kadetts sind vorbei. Opel ist längst keine Marke mehr für Opas. Glauben Sie nicht? Dann fahren Sie mit uns eine Runde im schnellsten Opel aller Zeiten.

Mit 280 PS ist der OPC der bislang stärkste Astra. Sebastian Schaal

Mit 280 PS ist der OPC der bislang stärkste Astra.

DüsseldorfEin bisschen komme ich mir vor wie Michael Knight. Sie wissen schon, der aus Knight Rider, gespielt von David Hasselhoff. Immer wenn es brenzlig wurde, hatte der eine Taste im Auto, den „Turbo Boost“. Auf Knopfdruck hob der Wagen ab, flog in hohem Bogen durch die Luft, über alle Hindernisse hinweg, und landete halbwegs sanft auf der anderen Seite. So ein Knöpfchen gibt es auch im Opel Astra. Nur dass es nicht „Turbo Boost“, sondern „OPC“ heißt. Genau genommen handelt es sich nicht um einen ganz normalen Astra, sondern um einen Astra OPC.

Die entscheidenden Fragen und Antworten zum Opel Astra OPC

Alltagstauglich?

Beim Einparken wäre man ohne das Gepiepe der Sensoren verloren. Die übergroße C-Säule verdeckt alles, was sich schräg hinter dem Fahrzeug befindet. Die schmale Rückbank ist für großgewachsene Menschen eine Tortur – nicht geeignet für lange Urlaubsreisen.

Das schönste Detail?

Die futuristischen Schalensitze vermitteln Rennwagenflair; in jedem anderen Opel wären sie deplatziert, zum OPC passen sie. Bequem sind sie übrigens auch, wenn man es etwas härter mag.

Enttäuschend?

Bedienung von Bordcomputer und Unterhaltungselektronik ist nicht gerade das, was man intuitiv nennt. Zu viele Knöpfe und Tasten, unübersichtlich.

Ist er`s wert?

Der Wagen soll 34.250 Euro kosten. Ob einem der Spaß das wert ist, muss jeder selbst wissen. Im Vergleich zu anderen Kompaktsportwagen geht der Preis in Ordnung. Den Golf R gibt es ab 36.400 Euro.

Sound?

Ein tiefes Grollen im unteren Drehzahlbereich, hält leider nur kurz.

Wie grün ist das Auto?

Wer das Auto so fährt, wie es gedacht ist, wird mindestens zehn Liter verbrauchen, auf schnellen Autobahnabschnitten gerne auch mal 15 Liter. Muss man mehr sagen?

Vorbildlich?

Die Zeitschrift „Sport Auto“ hat den Astra OPC auf der Nordschleife des Nürburgrings getestet. Ergebnis: Mit einer Rundenzeit von 8.20 Minuten war er schneller als die direkte Konkurrenz. Der Audi TTS brauchte neun Sekunden mehr, der Golf R sogar 14 Sekunden mehr.

Wer guckt?

Junge Männer in getunten Autos und andere Angeber.

Wie fährt er sich?

Drei Einstellungen des Fahrwerks sind per Knopfdruck möglich: „normal“, „Sport“ oder „OPC“. Während sich das Umschalten auf „Sport“ noch wenig spektakulär bemerkbar macht, entfesselt erst „OPC“ die ganze Power. Trotz Frontabtriebs fährt der Wagen wie an der Schnur gezogen.

Wo gehört er hin?

Auf eine freie Autobahn. Ausflüge auf die Rennstrecke sind ebenfalls drin.

Mit dem Kürzel OPC bezeichnet Opel seine hochgezüchteten Sportmodelle. Es steht für Opel Performance Center und soll zeigen, was Opel alles kann. Beim Astra OPC sind das 280 PS, 400 Newtonmeter, sechs Sekunden von 0 auf 100, 250 km/h in der Spitze. Und nicht zu vergessen: die OPC-Taste.

Als ich die Taste zum ersten Mal bei hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn betätige, sehe ich buchstäblich rot. Die Beleuchtung der Instrumente springt von weiß auf rot um (schöner Effekt, gerade bei Dunkelheit). Auch unterm Hintern spüre ich, was ich entfesselt habe: Das Fahrwerk wird straffer, um nicht zu sagen bretthart, die Lenkung reagiert direkter, das Gaspedal spricht schneller an, der Motor dröhnt noch lauter.

Im OPC-Modus leuchten die Instrumente rot. OPC steht für "Opel Performance Center". Sebastian Schaal

Im OPC-Modus leuchten die Instrumente rot. OPC steht für "Opel Performance Center".

Unwillkürlich spanne auch ich mich an, stemme mich in den Schalensitz, fasse das Lenkrad fester. Jetzt ist höchste Konzentration angesagt. Die Tachonadel klettert schnell. 180, 200, 220. Es ist ein Gefühl, wie kurz vor dem Abheben. Zum Glück bleibt der Wagen – anders als der Knight Rider - dann doch auf dem Boden und lässt sich dabei immer noch erstaunlich präzise steuern.

Von einem Opel überholt zu werden, scheinen die Fahrer in den Oberklasse-Limousinen nicht gewöhnt zu sein. Mancher schaut verdutzt, als er bemerkt, wem er da Platz machen muss. Herrlich.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

10.01.2013, 09:42 Uhr

die OPC Modelle von Opel,haben nur eins nicht im Griff; denn Spritverbrauch!

Account gelöscht!

10.01.2013, 11:11 Uhr

Warum testen Sie ausgetrechnet immer solche Autos ohne Gebrauchswert, die niemand braucht! Auch Opel baut gute Autos, aber der ist albern.

wolftraut

10.01.2013, 12:22 Uhr

Mit Ihrer Kritik an der Mittelkonsole, weger der vielen Knöpfe zeigt mir wieder,abgeschrieben bei AB/AMS.Fahre seit 3 Jahren einen AstraJ 1.4 Sport,nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist alles logisch angeordnet und kann auch beim Fahren ohne Ablenkung ( im Gegensatz zu den Drehknöpfen der Premium-Marken) bedient werden. Ebenso das eingebaute Navi.Sonst stimmt die Feststellung,dass Opel wieder gute,vernünftige und vor allem bezahlbare Autos baut.Wenn jetzt noch die neue Motorengeneration passt,dann dürfte auch das Image wieder besser werden, ausser es kommen wieder Querschüsse aus Detroit.

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