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30.06.2012

09:14 Uhr

Audi A3 als Gebrauchte

Der Klassenprimus der Pannenstatistik

Quelle:dpa

Wenn im August die dritte Generation des Audi A3 zu den Händlern kommt, muss sich erst zeigen, ob das Modell seinen Vorgängern in Sachen Zuverlässigkeit das Wasser reichen kann.

Das Pannenrisiko ist beim Audi A3 der zweiten Generation dem ADAC zufolge sehr gering. Der TÜV lobt das Kompaktmodell, das bei der Hauptuntersuchung kaum Probleme macht. PR

Das Pannenrisiko ist beim Audi A3 der zweiten Generation dem ADAC zufolge sehr gering. Der TÜV lobt das Kompaktmodell, das bei der Hauptuntersuchung kaum Probleme macht.

MünchenWenn im August die dritte Generation des Audi A3 zu den Händlern kommt, muss sich erst zeigen, ob das Modell seinen Vorgängern in Sachen Zuverlässigkeit das Wasser reichen kann. Besonders die zweite Auflage des Kompaktwagens hat nach Einschätzung des ADAC «ein sehr niedriges Mängel- und Pannenniveau». Der Wagen zähle zu den besten seiner Klasse, besonders jüngere Baujahre seien sehr zuverlässig.

In seiner Pannenstatistik führt der ADAC für nach 2006 gebaute Exemplare des A3 keine Mängelschwerpunkte mehr auf. Zuvor machten Turbolader und abrutschende Turboschläuche bei Dieseln der Baujahre 2003 bis 2005 Probleme. Bei Benzinern bis 2005 sorgten Defekte an der Einspritzanlage für Zwangsstopps, ebenso bei Dieseln von 2006. Im Kühlsystem versagten beim 1,6-Liter-Benziner von 2003 und bei Dieseln von 2003 und 2004 mitunter die Thermostate und Wasserpumpen, so der ADAC.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Bei der Hauptuntersuchung werden beim A3 laut dem TÜV nur Kleinigkeiten wie verstellte Scheinwerfer und gerissene Achsmanschetten beanstandet - die Gesamtnote lautet «Sehr gut». Der «Golf aus Ingolstadt» - unter dem Blech des Audi A3 steckt weitestgehend die Technik des VW-Erfolgsmodells - kam 1996 auf den Markt. Bis 2003 wurde die Erstauflage gebaut.

Dann folgte Nummer zwei. Karosserieformen sind neben dem Dreitürer die Sportback genannte Version mit fünf Türen und das Cabrio, das 2008 in den Verkauf ging. Beim neuen Modell ist erstmals auch ein kompaktes Stufenheck in Planung. Für die zweite Generation wurde ab 2006 ein Direktschaltgetriebe angeboten.

Die kräftigste Modellvariante ist der RS3: Sein Reihenfünfzylinder entwickelt 250 kW/340 PS. Daneben treiben den A3 ab der zweiten Generation Benziner mit 75 kW/102 PS bis 195 kW/265 PS an. Zum Einsatz kommen Vier-, Fünf- sowie Sechszylinder in V- und Reihenanordnung. Beim Diesel sorgen Vierzylinder mit 66 kW/90 PS bis 125 kW/170 PS für Vortrieb.

Als Neuwagen ist der kompakte Ingolstädter nicht die billigste Wahl - vor allem im Vergleich zum Konzernbruder VW Golf. Auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt hält sich das Auto vergleichsweise gut im Preis. So werden laut der Schwacke-Liste für einen A3 1.4 TFSI Ambiente mit 92 kW/125 PS von 2008 noch rund 12.300 Euro fällig. Ein solches Fahrzeug hat durchschnittlich 57.200 Kilometer hinter sich.

Für einen vergleichbaren Sportback fallen demnach noch 13.300 Euro an - bei einer Laufleistung von durchschnittlich 65.000 Kilometern. Wer einen Diesel sucht, muss im Falle eines A3 2.0 TDI DPF quattro Ambition mit 103 kW/140 PS von 2010 noch etwa 18.850 Euro einkalkulieren - bei 42.550 Kilometern auf dem Tacho.

Mit 18.500 Euro wird ein Cabriolet 1.8 TFSI Attraction von 2009 mit 118 kW/160 PS und 45.200 Kilometern Laufleistung ähnlich teuer gelistet.

Tipps für ein langes Auto-Leben

Öl regelmäßig wechseln

Autobauer geben vor, wie oft das Öl des eigenen Fahrzeugs gewechselt werden muss. Auch welche Sorte und Viskosität die richtige ist, findet man in den Hersteller-Informationen. An diese Vorgaben sollten sich Fahrzeugbesitzer dringend halten, denn Motoröl schmiert nicht nur - auch Metallpartikel und Verbrennungsrückstände lagern sich mit der Zeit darin ab.

Inspektionen nach Wartungsplan

Bei Inspektionen sollten die Wartungspläne des Herstellers genau eingehalten werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle möglichen Schwachstellen überprüft und gegebenenfalls auch gefunden werden können. Außerdem wichtig: Der Zahnriemen des Autos sollte regelmäßig ausgetauscht werden.

Langsam "Warmfahren"

Auf den ersten Kilometern sollten Autofahrer den Motor mit relativ niedriger Drehzahl warmfahren. Der Grund: Der Motor besteht aus verschiedenen Materialien, die sich nach dem Kaltstart unterschiedlich schnell erwärmen und demzufolge auch ausdehnen. Zu schnelles Aufs-Gas-Drücken könnte also dazu führen, dass der Kolben nicht mehr in den Zylinder passt und klemmt. Hinzu kommt, dass auch das Öl nach dem Start noch kalt und zähflüssig ist - es braucht also eine gewisse Zeit, um zu den Schmierstellen gepumpt zu werden.

Motor abkühlen lassen

Turbomotoren können sich sehr stark erhitzen. Damit das Öl nicht an der Achse des Turbinenrades verkohlt und die Ölkanäle verstopft, sind Fahrer gut beraten, wenn sie den Motor ein paar Minuten im Leerlauf abkühlen lassen.

Kurzstrecken und Kaltstarts vermeiden

Beim Kaltstart eines Verbrennungsmotors wird das Kühlwasser und Öl nicht vorgewärmt. Auch im Schmierölkreislauf kann vorher kein Druck aufgebaut werden. Die hohen Temperaturunterschiede belasten den Motor. Unnötige Kaltstarts und Kurzstrecken sollten aus diesen Gründen vermieden werden.

Drehzahlen im Auge behalten

Wird ein kaltes Triebwerk zu hoch gedreht, führt das zu Verschleißerscheinungen. Wer permanent mit voller Leistung fährt, wird auch trotz behutsamen "Warmfahrens" und regelmäßigem Ölwechsel mit mehr Abnutzungserscheinungen rechnen müssen. Aus diesem Grund sind Drehzahlen im mittleren Bereich zu empfehlen.

Durchlüftung

Auch wenn das Merkmal "Garagenwagen" bei Gebrauchtwagenkäufern gern gesehen ist, trocknen nasse Fahrzeuge aufgrund der mangelnden Belüftung in Garagen meist langsamer - vor allem in den Zwischenräumen. Besser aufgehoben sind Autos in einem Carport.

Reinigung

Die Schmutz- und Rostnester eines Autos liegen meist im Verborgenem. Deswegen sollte bei einer Reinigung wirklich gründlich vorgegangen werden. Dabei sollten vor allem die Tür- und Haubenkanten, die Radläufe und der Unterboden nicht vergessen werden.

Hohlraumkonservierung

Wer seinem Fahrzeug ein langes Leben bescheren möchte, sollte Hohlräume und den Unterboden vor Rost schützen. Am besten geht das mit Wachs oder Fett.

"Reifenschonend" fahren

Wer ständig über Bordsteine und durch Schlaglöcher brettert, setzt nicht nur den Reifen seines Autos ordentlich zu, sondern auch eine Achse wird das auf Dauer kaum unbeschadet aushalten können. Deswegen ist bei solchen Hindernissen Vorsicht gefragt.

Kommentare (2)

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purzel

01.07.2012, 16:26 Uhr

Also eine ADAC-Pannenstatistik,vor allem bei MB, BMW, Audi, ist nicht das Papier wert auf das sie gedruckt ist!
Nachdem die o.g. Hersteller nur ~25% an Endverbraucher verkaufen, der große "Rest" aber an Firmen. Sind solche Statistiken nur bedingt aussagefähig. Flottenfahrzeuge gehen regelmäßig zum Service, haben deshalb die Mobilitätsgarantie.
Die Fahrer dieser Fahrzeuge haben es gar nicht nötig den ADAC zu holen wenn es klemmt, diese Autos erscheinen nicht der Statistik!
Als Vielfahrer sieht man schon was am Straßenrand herumsteht, da ist aber Audi gut vertreten.

Mike

02.07.2012, 09:56 Uhr

Der A3 als Firmenwagen sollte wohl eher die Ausnahme als die Regel sein. Auch das die Firmen ihre eigenen Wagen besser warten als Privatleute halte ich für ein Gerücht.
Ob die Statistik nun um vielleicht 1-5% verfälscht ist oder nicht spielt eigentlich keine Rolle.
Aber ich würde es mir schon überlegen ob ich mir das Auto auf dem letzten Platz holen würde.

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