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13.04.2015

11:44 Uhr

Audi A3 im Gebrauchtwagen-Check

Ein echter Siegertyp

Quelle:Spotpress

Er ist der vornehmere VW Golf. Der Audi A3 ist die chice und edle Alternative zum Wolfsburger Massenmodell. Aber nicht nur deshalb ist er eine Empfehlung wert.

Mittlerweile ist die zweite Generation des Audi A3 (8P) seit 12 Jahren auf der Straße.  Audi

Ein echter Dauerläufer für Audi

Mittlerweile ist die zweite Generation des A3 (8P) seit 12 Jahren auf der Straße.

Mittlerweile ist die zweite Generation des Audi A3 (8P) seit 12 Jahren auf der Straße. Letztlich ist der Ingolstädter ein teurer und enger VW Golf mit Premium-Anspruch. Diesen erhebt der Kompakte allerdings zurecht. Der TÜV hat beim Gebrauchten wenig auszusetzen.

Karosserie und Innenraum: Man sieht dem von 2003 bis 2012 gebauten Audi A3 nicht an, das er eigentlich ein VW Golf V ist. Der Ingolstädter – seit dem Facelift 2008 auch mit neuen Scheinwerfern unterwegs – gibt sich schicker und sportlicher als sein norddeutscher Cousin. Echte Konkurrenz zum Wolfsburger Bestseller ist er allerdings nicht, viel zu eng geht bei ihm im Innenraum zu.

Wer also im Audi mehr Platz braucht, sollte gleich den Sportback genannten Fünftürer nehmen. Der ist zudem sieben Zentimeter länger und bietet etwas mehr Laderaumvolumen. Die allgemein beengten Platzverhältnisse im Innenraum werden durch gute Verarbeitungsqualität und Materialien ausgeglichen. Diese liegen über alle Baujahre auf gewohnt hohem Niveau.

Motoren: Die Motoren-Bandreite beim A3 der zweiten Generation ist üppig. Benziner von 75 kW/102 PS bis 250 kW/340 PS, Diesel von 66 kW/90 PS bis 125 kW/170 PS. Die sportliche Speerspitze bildet der RS3 mit 340-PS-Fünfzylinder und Allrad. Bei den stärksten Benzinern ist Allradantrieb automatisch an Bord. Serienmäßig ist der A3 mit Frontantrieb ausgestattet.

Für vernunftorientierte Gebrauchtwagenkäufer ist der etwas raue 1,9-Liter-Diesel mit 77 kW/105 PS eine gute Wahl, da er ordentlichen Durchzug mit geringem Verbrauch kombiniert. Soll es sportlicher sein, ist der 2,0-Liter-Turbobenziner (TFSI) mit 147 kW/200 PS empfehlenswert. Wer nicht selbst schalten will, kann für einige Motoren das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) wählen (ab 2006).

Die A3-Benziner sind laut dem TÜV-Mängelreport eher unauffällig. Vorsicht ist beim Diesel geboten: Besonders beim 2.0 TDI sind Turbolader- und Zylinderkopfschäden bekannt. Hier sollten Gebrauchtwagenkäufer aufmerksam sein. Dafür ist die Auspuffanlage noch nach Jahren solide, auch Ölverlust an den Aggregaten tritt nur in weit unterdurchschnittlichen Größenordnungen auf.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Sicherheit und Ausstattung: Wie immer bei deutschen Premiumherstellern gilt in Sachen Ausstattung: Die Klassenstandards sind serienmäßig an Bord, alles andere muss für viel Geld dazu bestellt werden. Da macht auch der A3 keine Ausnahme.

Die Basisversion war zwar im Vergleich mit den Volumenmodellen ihrer Klasse ordentlich ausgestattet und bot mit ESP und sechs Airbags vor allem ein gutes Sicherheitsprogramm. Wer aber richtiges Premium-Flair wollte, musste sich aus der langen Optionsliste bedienen.

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