Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.05.2014

12:46 Uhr

Audi Q3 2.0 TDI

Volks-Wagen zum Premium-Preis

VonHanne Lübbehüsen
Quelle:Spotpress

Dass im VW-Konzern eine ausgeprägte Gleichteile- und Baukastenstrategie gepflegt wird ist gut für die Gewinne. Meistens gelingt der Spagat zwischen Marken von Seat bis Bentley ganz gut. Aber nicht immer.

Der Audi Q3 ist seit 2011 auf dem deutschen Markt. PR

Der Audi Q3 ist seit 2011 auf dem deutschen Markt.

Warum kauft man einen Mercedes, einen BMW, einen Audi? Sind es die besseren Fahrwerke, die edleren Innenräume oder die typischen Designmerkmale dieser Marke? Eine ehrliche Antwort könnte lauten: Ich fahre eine deutsche Premiummarke, weil ich es mir leisten kann – auch wenn in vielen Fällen zunächst der Arbeitgeber die Rechnung zahlt.

Für die Hersteller ist dies eine große Herausforderung. Wie kann man Spitzenprodukte herstellen, die den Anspruch der potenziellen Käufer auf Qualität und Extravaganz befriedigen und die sich gleichzeitig aus dem Baukasten bedienen müssen, ohne dass es allzu sehr auffällt und das scheue Reh „Kunde“ vergrault wird?

Im Bereich der großen Limousinen oder mächtiger SUV ist das kein Problem. Schwierig wird es dagegen, wenn die Premiumanbieter in den mittleren Segmenten wildern und sich dort gegen die günstigeren Volumenhersteller durchsetzen müssen, die manchmal sogar aus dem eigenen Haus kommen. Anders gesagt und gefragt: Warum in alle Welt sollte man sich einen Audi Q3 kaufen, wenn man für deutlich weniger Geld einen VW Tiguan bekommen kann?

Ein Audi-SUV ohne Allrad, das ist gar nicht so ungewöhnlich. Jeder dritte Käufer des Q3 wählt diese Option. PR

Ein Audi-SUV ohne Allrad, das ist gar nicht so ungewöhnlich. Jeder dritte Käufer des Q3 wählt diese Option.

Unser Q3-Testwagen zum Beispiel ist mit dem 2,0-Liter-Konzerndiesel ausgerüstet, hier noch mit 140 PS Leistung, den gibt es natürlich auch im Tiguan. Das Aggregat ist ein sehr solider Vertreter seiner Klasse und glänzt genau dort, wo man es von einem Selbstzünder erwartet: Es liegt jederzeit mehr als genug und maximal 320 Newtonmeter Drehmoment an und der Verbrauch hielt sich mit real 6,6 Liter bei häufig zügiger Fahrt in akzeptablen Grenzen.

Zum Motor passt das manuelle Sechsgang-Getriebe prima, die Gangführung ist präzise und leicht. Im Stop-and-Go-Verkehr hätten wir uns natürlich eine Automatik gewünscht, auch weil das Drehmoment eigentlich schon zu früh zu stark anliegt und man vorsichtig mit Gas und Kupplung umgehen muss, um nicht ungewollt Richtung Vordermann zu schießen. Aber eine Automatik bietet Audi für diese Version gar nicht erst an.

Kurzcharakteristik

Alternative zu:

BMW X1, Mercedes GLA, VW Tiguan, Ford Kuga

Passt zu:
Sieht gut aus:

Wenn „unauffällig“ = „gut“ ist, dann ja

Nicht an Bord war bei unserem Testwagen auch der Quattro-Antrieb. Ein Audi-SUV ohne Allrad, das ist  gar nicht so ungewöhnlich. Jeder dritte Käufer des Q3 wählt diese Option. Das macht in den meisten Situationen nichts aus, den Wagen dafür um fast 100 Kilo leichter und entsprechend agiler.

Nur wer in einer schneereichen Gegend wohnt könnte Quattro im Winter vermissen und Gelände sieht der feine Ingolstädter ja wohl praktisch nie. Dieser Audi ist ohne Zweifel ein Asphaltier, daran lässt auch die sehr sportliche Grundabstimmung keinen Zweifel. Dagegen sind die Abrollgeräusche gering und es geht im Innenraum überhaupt sehr leise zu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×