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03.03.2012

09:59 Uhr

Audi Q7 im Gebraucht-Check

Der dicke Musterknabe

Quelle:dpa

Der Audi Q7 zeigt sich auch in zweiter Hand häufig mängelfrei. Zwar hat man mit dem 5,07 Meter langen Vehikel hin und wieder ein Parkplatzproblem, in technischer Hinsicht gibt es dagegen kaum etwas zu beanstanden.

Der große Audi Q7 hat kaum Mängel. Dem ADAC fiel das SUV lediglich mit Batterieproblemen auf. PR

Der große Audi Q7 hat kaum Mängel. Dem ADAC fiel das SUV lediglich mit Batterieproblemen auf.

BerlinDer Audi Q7 zählt zu den Riesen unter den Automodellen: Die ausladende Karosserie bietet Insassen reichlich Platz. Und der Spritdurst hält sich mit weniger als 10 Litern auf 100 Kilometer, die bei sparsamer Fahrweise möglich sein sollen, für ein Fahrzeug dieses Formats in Grenzen.

Großer Nachteil: Für viele Stellplätze in Parkhäusern und Tiefgaragen ist der 5,07 Meter lange Wagen schlicht zu lang und auch zu breit für manche Fahrspur. Kaum etwas zu bemängeln gibt es dagegen in technischer Hinsicht. Lapidar urteilen die Experten vom ADAC Technik Zentrum über den Audi Q7: «Sehr zuverlässig.» Nur mit Batterieproblemen sei das Modell mit dem permanenten Allradantrieb den Pannenhelfern des Münchener Automobilclubs bisher aufgefallen.

Bei der Hauptuntersuchung ergibt sich ein ähnliches Bild: Sehr häufig fahre der Q7 mängelfrei auf den Prüfstand, berichtet der TÜV. Nur die Bremsscheiben verschleißen demnach recht schnell, was auf das hohe Leergewicht des Audis von rund 2,3 Tonnen zurückzuführen ist.

2006 brachte Audi den Q7 als «sportliches, komfortables und hochleistungsfähiges Freizeit- sowie Businessauto im großen Zuschnitt» auf den Markt. Der Radstand von mehr als 3 Metern schafft reichlich Platz im Innenraum, auch der Stauraum ist mit mindestens 775 Litern und maximal mehr als 2.000 Litern üppig und lässt Luft für eine optionale dritte Sitzbank.

2009 bekam der Q7 eine leichte Modellpflege, die Neugestaltungen an Kühlergrill, Stoßfängern und der Heckklappe brachte. Die Effizienz der Motoren optimierten die Ingolstädter ebenfalls: Seit Frühjahr 2009 wird der Spritdurst bei allen Antrieben durch ein Rekuperationssystem gezügelt, das in Brems- und Ausrollphasen die mechanische Energie in Strom umwandelt und in der Batterie zwischenspeichert.

Topmodell ist der Q7 V12 TDI, der aus 6,0 Litern Hubraum 368 kW/500 PS schöpft. Je nach Baujahr leisten die übrigen Selbstzünder zwischen 150 kW/204 PS und 250 kW/340 PS. Die Benziner decken eine Spanne von 200 kW/272 PS bis 257 kW/350 PS ab.

SUVs sind nach Erkenntnissen des TÜV allgemein recht mängelanfällig. Da dies nicht für den Q7 gilt, empfiehlt er sich als Gebrauchtwagen mehr als andere - sofern man das nötige Geld dafür aufbringen möchte: Interessenten müssen für einen kräftigen Benziner, etwa den Q7 4.2 quattro tiptronic mit 257 kW/350 PS von 2009 laut der Schwacke-Liste rund 40 700 Euro einplanen, das aufgefrischte Modell kostet 3.000 Euro mehr.

Solch ein Achtzylinder hat im Schnitt 41 150 Kilometer hinter sich. Der Sechszylinder Q7 3.0 TDI quattro tiptronic mit 176 kW/240 PS steht als Baujahr 2009 bei einer angenommenen Laufleistung von 53.750 Kilometern mit 38.450 Euro in der Preissammlung, die geliftete Version mit rund 2.500 Euro mehr. Wer zu dem ab 2008 angebotenen stärksten Diesel greift, muss dafür um die 75.450 Euro zahlen.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Kommentare (1)

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manne

05.03.2012, 10:21 Uhr

Hallo, was ist das für ein oberflächlicher und nichtssagender Artikel.
Aus eigener Erfahrung kann ich diesem Artikel in seiner Grundaussage nicht zustimmen. 12,1 l/100 km Verbrauch im Drittelmix sind auch bei normaler Fahrweise Standart (Motor 3,0 TDI). Ich frag mich, wo solche Statistiken herkommen und wie diese dann gedeutet und vergewaltigt werden(Glaube nur einer Statistik, die du selbst gefälscht hast).
Zu den Fehlern und Macken nur soviel: bei einer Fahrleistung von weniger als 100000 km in 4 Jahren Austausch der Stömungsklappen, einseitig defekte Dreieckslenker, 4x Klimaanlage defekt, Sitzheizung defekt, klemmende Türgriffe und eingefrorene Bowdenzüge in den Türen, Batteriewechsel nach 2 Jahren, neben den üblichen Verschleißerscheinungen vergleichbar mit anderen Fahrzeugen der Oberklasse und durchaus kein Musterschüler.
Ein Angebot für eine Baugruppengarantie für das 5. Jahr für 1.800,- € sagt außerdem Einiges über eine mögliche und einzukalkulierende Schadensentwicklung.
Wie auch andere Fahrzeuge deutscher Hersteller haben heute selbst alle Luxusfahrzeuge "TBC" (tested by customers). Einen Vergleich mit ausländischen Fahrzeugen nehme ich hier jedoch nicht vor. Trotzdem fahr ich meinen Q7 gern, da das Konzept und auch die Optik sowie die sonstigen Fahrleistungen ansprechen.

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