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17.03.2017

11:04 Uhr

Audi RS 3 im Fahrbericht

Knallbonbon mit 400 PS

VonPeter Maahn
Quelle:Spotpress

Mit dem inoffiziellen Siegel, der Stärkste seiner Klasse oder im jeweiligen Segment zu sein, schmücken Autohersteller gerne ihre Neuheiten. Audi hat es diesbezüglich leicht.

Das nicht einmal 4,50 Meter lange Kraftpaket hat natürlich serienmäßig Quattro-Allradantrieb und Siebengang-Automatik Audi

Ohne Kontrolle nützt auch viel Kraft nichts

Daher hat das nicht einmal 4,50 Meter lange Kraftpaket natürlich serienmäßig Quattro-Allradantrieb an Bord

Audi bietet erstmals auch die Limousine des kompakten A3 in der bärenstarken RS-Version an. Der viertürige RS3 kommt mit seinem legendären Fünfzylinder-Turbomotor auf gewaltige 294 kW/400 PS. Das nicht einmal 4,50 Meter lange Kraftpaket hat natürlich serienmäßig Quattro-Allradantrieb und Siebengang-Automatik. Wer will, kann bis zu 280 km/h schnell sein und in 4,1 Sekunden auf Tempo 100 spurten. Die Preise beginnen bei 55.900 Euro.

Natürlich sind alle brandneuen Autos, die ein Hersteller erstmals in firmenfremde Hände gibt, blitzblank sauber. Hier, im fernen Oman, ist das besonders wichtig. Dreckige Autos sind per Gesetz verboten. Wer mit einem Schmutzfink erwischt wird, zahlt umgerechnet gut 20 Euro.

Weil der mächtige Sultan seinen Wüstenstaat auch optisch sauber halten will. Vielleicht einer der Gründe, warum die ersten Test-Audis mit dem Modellnamen RS3 noch sorgfältiger gewienert und poliert wurden, als ohnehin bei solchen Anlässen üblich.

Gut profilierte Sportsitze halten im RS3 die vorderen Insassen in aufrechter Position Audi

Für den dynamisch orientierten Fahrer ein wunderbarer Arbeitsplatz

Gut profilierte Sportsitze halten im RS3 die vorderen Insassen in aufrechter Position

Natürlich ist die Reinlichkeit beim Audi RS3 nur ein Randaspekt. Gleiches gilt für oft hinter Kurven lauernde Dromedare, die mittig auf dem Teerband der Bergstraße flanieren und sich auch vom donnernden Sound eines europäischen Fünfzylinder-Motors nicht aus ihrer stoisch-orientalischen Ruhe bringen lassen.

Bei der Größe des Wüstenschiffes sollten also 400 Pferdestärken den Konflikt tunlichst vermeiden. Richtig gelesen, der Audi hat soviel Kraft unter der kurzen Haube, auch wenn er sich äußerlich abgesehen von einer rassigen Frontpartie, gar nicht martialisch gibt. Der weltweit stärkste Fünfzylinder, sagt Audi. Was natürlich auch daran liegt, dass die Rivalen der Rennbahn vergleichbar Werte aus einem Zylinder weniger oder einem mehr zaubern.

Fahrbericht: Audi RS 3  - Knallbonbon mit 400 PS Audi

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Neu ist neben dem Leistungsplus von 33 PS, dass sich jetzt auch die in Europa recht seltene A3-Limousine mit dem Kürzel „RS“ schmücken darf. Den Fünftürer mit Beinamen Sportback gibt es ja schon länger. „Wir sehen in typischen Stufenheck-Märkten wie den USA und China ein großes Potential für den Viertürer“, sagt Produktchef Rolf Michl, von Audi Sport.

Mehr sein als scheinen, heißt die Devise. Für den Krawall sorgt nicht eine Optik mit dickem Spoiler, sondern der typische Sound eben jenes Fünfzylinders, der seine „Töpfe“ so ausgeklügelt zündet, dass alleine das daraus entstehende Konzert für Aufmerksamkeit sorgt. Natürlich nur dann, wenn über einen Drehschalter in der Mittelkonsole die Sport-Einstellung gewählt wird.

Wer den Rambo in sich entdeckt, kann die zunächst ab Werk festgelegte Tempobremse abstreifen und statt mit 250 mit bis zu 280 km/h unterwegs sein. Dann bellen sich die sieben Stufen des Doppelkupplungsgetriebes hoch und runter, krallt sich der berühmte Quattro-Antrieb in Beton oder Asphalt und schickt die Kraft in Bruchteilen von Sekunden stets an die Achse, die gerade am besten mit ihr umzugehen weiß.

Natürlich spielt die Elektronik dabei den Schutzengel und bremst den Tatendrang, wenn es der Hobby-Racer übertreiben sollte. Über den Verbrauch bei derartiger Toberei spricht man lieber nicht. Laut umstrittener Norm sind es nur 8,3 Liter auf 100 Kilometer. Bei einem Benzinpreis von umgerechnet 48 Cent könnte ein Ölland wie der Oman für künftige RS-Eigner zum Paradies werden.

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