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17.11.2012

10:31 Uhr

Audi TT als Gebrauchtwagen

Schön und gut

Quelle:dpa

Es ist erst wenige Jahre her, dass der Audi TT der Traumwagen der meisten Deutschen war. Aber auch in die Jahre gekommen, macht er noch eine gute Figur. Als Gebrauchte empfehlen sich Wagen ab der zweiten Generation.

Je jünger, umso besser: Der aktuelle TT  zeigt laut TÜV kaum Schwächen. Audi

Je jünger, umso besser: Der aktuelle TT zeigt laut TÜV kaum Schwächen.

BerlinAudi bezeichnet seinen TT als Design-Ikone. Und tatsächlich: Selbst die ältesten Modelle, die mittlerweile 14 Jahre hinter sich haben, kommen immer noch recht modern daher. Doch hinsichtlich der Technik ist die seit 2006 angebotene zweite Generation die verlässlichere, so ein Befund des TÜV.

Auch der ADAC betrachtet die jüngere Auflage als das ausgereiftere Auto. So nennt der Münchner Automobilclub die meisten Mängel, die ADAC-Pannenhelfer dokumentiert haben, für die frühen Baujahre. TTs, die 1999 vom Band liefen, fielen recht häufig mit gerissenen Zahnriemen und durchgebrannten Ventilen auf. Auch Kupplungen, Kühlmittelpumpen und Thermostate machten Probleme.

Bei neueren Modellen von 2006 und 2007 nennt der ADAC kaputte Zündspulen und defekte Fensterheber. Das Fazit im «TÜV Report 2012» fällt ähnlich aus: Der aktuelle TT zeige kaum Schwächen. Fahrzeugen der ersten Auflage wird wegen ausgeschlagener Achs- und Lenkgelenke ab einem Alter von elf Jahren jedoch schon mal eine frische Plakette verwehrt. Generell biete aber auch der alte TT eine gewisse Langzeitqualität.

Mitte 1998 kam der Audi TT zunächst als zweitüriges Coupé erstmals in den Handel. Die Roadster-Version folgte im Herbst 1999. Kurz danach wurde ESP serienmäßig eingebaut, bei einem Rückruf wurden ältere Modelle mit dem Schleuderschutz, geändertem Fahrwerk und Heckspoiler nachgerüstet, um das kritisierte Fahrverhalten im Grenzbereich zu verbessern.

2006 folgte die zweite TT-Generation, 2010 wurde das Design bei einem Facelift aktualisiert. Im Zuge dieser Modellpflege wurden auch die Motoren optimiert und sparsamer gemacht, den bis dahin verfügbaren V6 ersetzte ein aufgeladener Vierzylinder mit 155 kW/211 PS. Auch sonst entspricht das breite Motorenangebot dem sportlichen Auftritt des TT.

Je nach Generation und Baujahr leisten die Benziner zwischen 110 kW/150 PS und 265 kW/360 PS. Bemerkenswert ist, dass Audi mit dem TT RS 2009 das Comeback des Fünfzylinders feierte, der dort anfangs auf 250 kW/340 PS kam. Einen Diesel gibt es seit 2008 für den TT, der Selbstzünder leistet 125 kW/170 PS.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Ein gebrauchter TT von 2002 sollte ab etwa 7.400 Euro zu bekommen sein: Diesen Wert nennt die Schwacke-Liste für das Coupé 1.8 T mit 110 kW/150 PS. Die durchschnittliche Laufleistung beträgt 133.200 Kilometer. Gut 1.200 Euro mehr sind für die ansonsten gleich ausgestattete Roadster-Version fällig (Laufleistung: 107.700 Kilometer).

Wer es auf den 184 kW/250 PS starken Sechszylinder TT Coupé 3.2 quattro von 2010 absieht, kann von Preisen um die 27.350 Euro ausgehen (36.950 Kilometer). Den Roadster 2.0 TDI quattro von 2008 führt Schwacke mit derzeit etwa 20.500 Euro (70.200 Kilometer).

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