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19.10.2013

11:42 Uhr

Augmented Reality im Auto

Angereichert um zu helfen

VonRalf Schütze
Quelle:Spotpress

Zunehmend verschmelzen reale und digitale Welt im Automobil. So kombinieren etwa Navis animierte Richtungspfeile mit einem realen Videobild. Die Grenzen zwischen real und digital werden fließender.

Augmented Reality im Automobil -  Angereichert um zu helfen Mercedes Benz

Augmented Reality: Reale Videobilder werden mit digitalen Informationen angereichert.

Die sogenannte „Innovations-Werkstatt“ von Mercedes-Benz mit rund 100 Mitarbeitern ist ihrer Zeit stets um etwa sieben Jahre voraus. Zurzeit arbeitet das Team um Ralf Lamberti, an der immer intensiveren Verschmelzung von realen Videobildern mit digitalen Informationen. Diese „Augmented Reality“, also angereicherte Wirklichkeit, soll den Fahrer spätestens 2020 anschaulicher unterstützen als bisher.

Lambertis Prognose: „Wir werden künftig weniger mit Knöpfen, dafür mehr über Gesten die Funktionen im Auto steuern. Und eine neue Ästhetik der Darstellung wird Einzug halten. Dabei spielt Augmented Reality die zentrale Rolle.“

Das Problem klingt vertraut: Die Stimme aus dem Navi empfiehlt, den Kreisverkehr in der vierten Ausfahrt zu verlassen. Ein Feldweg als mögliche zweite Ausfahrt verwirrt den Fahrer, schon verpasst er die richtige Abzweigung. In Zukunft wird an solchen kritischen Punkten Augmented Realtiy auf einem großen Monitor ein reales Videobild der befahrenen Straße darstellen, auf dem ein „Fahrbahnteppich“ von blauen Richtungspfeilen die exakte Route hervorhebt. Digitale und reale Welt verschwimmen zur bestmöglichen Orientierung für den Fahrer.

Auch sogenannte „Points of interest“ am Straßenrand hebt das System virtuell hervor. Auf dem Monitor tauchen immer wieder kleine Symbole für Restaurants, Parkhäuser oder Sehenswürdigkeiten auf. Klickt man drauf, öffnen sich Speisekarten, Fotos oder Lagepläne.

Marc Necker aus der Vorentwicklung Telematik von Mercedes-Benz verrät: „Exakt eingeblendete virtuelle Hausnummern stoßen auf besonders großen Zuspruch.“ Knackpunkt in der Entwicklungsarbeit hingegen sei der Fahrbahnteppich, weil er die höchsten Ansprüche an die Verbindung von GPS-Daten, Fahrzeugsensoren und Realbild am Monitor stelle.

 Bislang wechselt das System im Versuchsträger bei Richtungsänderung auf die augmentierte Ansicht Mercedes Benz

Bislang wechselt das System im Versuchsträger bei Richtungsänderung auf die augmentierte Ansicht

In den Versuchsträgern zur Weiterentwicklung von Augmented Reality kommen die aktuellen Sensoren der Mercedes S-Klasse zum Einsatz sowie deren vier Bordkameras. Schon heute fügt das System deren Bilder zu einer 360°-Ansicht von oben zusammen, um dem Fahrer optimale Hilfestellung etwa beim Einparken zu liefern. Das Bild der Kameras wird um dynamische digitale Hilfslinien angereichert, die zum Beispiel den Rangierweg bei voll eingeschlagenen Rädern anzeigen. Oder Hindernisse sind erst gelb, dann rot hervorgehoben. Diese Darstellungen werden künftig noch anschaulicher, damit Augmented Reality auch hier für immer bessere Orientierung sorgt.

Reale und digitale Welt verschmelzen auch beim Nachtsicht-Assistenten: Nähert sich das Fahrzeug im Dunkeln einem Fußgänger am Fahrbahnrand, so teilt sich blitzschnell die Instrumentenanzeige, und ein Bild zeigt den Warnhinweis.

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