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26.09.2012

08:31 Uhr

Auto Bild testete Ganzjahresreifen

Allrounder im Härtetest

Quelle:MID

Zehn Ganzjahresreifen hat Auto Bild bei Hitze, Nässe und Schnee an ihre Haftgrenzen gefahren. Viele der Multitalente erreichen ordentliche Ergebnisse. An die Referenzen, kamen sie aber nicht heran.

Testsieger beim Ganzjahresreifen-Test waren mit der Bestnote der Goodyear Vector 4Seasons und der Sava Adapto. MID

Testsieger beim Ganzjahresreifen-Test waren mit der Bestnote der Goodyear Vector 4Seasons und der Sava Adapto.

HamburgZehn Ganzjahresreifen der Dimension 175/65 R14 hat Auto Bild jetzt einem Härtetest bei Hitze, Nässe und Schnee unterzogen. Resultat: Viele der Multitalente erreichen ordentliche Ergebnisse. An die Leistungen der Sommer- und Winterspezialisten, die als Referenz dienten, kommen sie aber nicht heran. Die überprüften Kandidaten kosten zwischen 50 Euro und 75 Euro pro Stück, was sich aber nur teilweise in den Platzierungen ausdrückt.

Die ersten drei Plätze belegen der Goodyear Vector 4Seasons 82T für 70 Euro, der Sava Adapto 82T für 55 Euro und der Hankook Optimo 4S H730 82T für 65 Euro. Nicht empfehlenswert sind laut dem Test das chinesische Modell Tyfoon All Season 82T für 55 Euro und der Herse 4Season 82H für 50 Euro.

Auf Schnee sind die Testkandidaten in den Kategorien Bremsen, Slalom, Traktion und Handling angetreten. Hier überzeugte der Tyfoon All Season mit durchgehend sehr guten Werten die Tester am meisten. Bei Nässe sind Aquaplaning, Bremsweg, die Rundenzeiten auf einer Kreisbahn und die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem Handling-Kurs in die Bewertung eingeflossen. Dort hat der Bridgestone A001 Weather Control 82T klar die Nase vorn und war beim Bremsweg sogar besser als der getestete Sommerreifen.

Auf trockener Straße haben die Tester neben dem Bremsweg auch den Abrollkomfort, den Rollwiderstand und das Vorbeifahr-Geräusch bewertet. Bei sommerlichen Temperaturen hat sich der Vredestein Quatrac Lite 82T am besten geschlagen, der gar in zwei Disziplinen vor dem Sommerreifen liegt.

Tipps zum Winterreifen-Wechsel

Früh kaufen und wechseln

Jeder Autofahrer kennt die Winterreifen-Faustregel "von Oktober bis Ostern". Doch wenn sich alle daran halten, sollte man sich möglichst schon im September darum kümmern. Das empfehlen u.a. die großen Autoclubs. Hans-Georg Marmit von der Prüforganisation KÜS sagt: "Wer mit der Anschaffung bis zum ersten Kälteeinbruch wartet, muss damit rechnen, dass sein bevorzugtes Reifenmodell vergriffen ist oder ein höherer Preis dafür gezahlt werden muss als im Spätsommer."
Außerdem ist schwieriger auf den letzten Drücker noch einen Werkstatt-Termin zu bekommen, wenn der Winter plötzlich da ist. Denn dann werden die Werkstätten erfahrungsgemäß überrannt.

Pflicht oder freiwillig?

In Deutschland gilt die sogenannte situative Pflicht zur passenden Bereifung. Der Gesetzgeber schreibt Winterreifen oder Ganzjahrespneus mit "M+S"-Symbol (Matsch und Schnee) also nicht für einen bestimmten Zeitraum vor, sondern für winterliche Straßenverhältnisse - also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Wer bei solchen Witterungsbedingungen von der Polizei mit Sommerreifen am Wagen erwischt wird, muss sich auf Strafen einstellen.
SUVs brauchen übrigens trotz des technischen Traktionsvorteils gleichfalls spezielle Profile in der kalten Jahreszeit, denn beim Bremsen hilft der Allradantrieb kein bisschen.

Welche Strafen drohen

Wer bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte von der Polizei mit Sommerreifen am Wagen erwischt wird, muss sich auf ein Bußgeld von 40 Euro und einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei gefasst machen. 80 Euro und ein Punkt sind fällig, wenn wegen der unpassenden Bereifung andere Verkehrsteilnehmer behindert werden.

Wann sind neue Pneus fällig?

Für einen neuen Satz Reifen sei die Zeit reif, wenn das Profil auf 4 Millimeter heruntergefahren ist, sagen die meisten Experten. Der Gesetzgeber schreibt zwar nur ein Mindestprofil von 1,6 Millimetern vor, aber damit lässt sich vor allem auf Schnee und Eis kaum etwas erreichen. Generell wird auch davon abgeraten, Reifen länger als 8 Jahre lang zu fahren oder lagern. Das Herstellungsdatum geht aus der sogenannten DOT-Nummer an der Reifenflanke hervor.

Stoßdämpfer checken

Defekte Stoßdämpfer verlängern den Bremsweg um 20 Prozent, d.h. 6 Meter mehr bei Tempo 80. Und 22% aller Autos fahren mit defekten Stoßdämpfern, 13,4 Prozent der Wagen haben Mängel am Fahrwerk gemäß TÜV Report 2012.
Über 50 Prozent der Unfälle von Pkws, die mehr als zehn Jahre oder 150.000 Kilometer auf dem Buckel haben, sind durch defekte Stoßdämpfer mit verursacht, stellt das Instituts für Verkehr und Umwelt (IVU) fest. Der Reifenwechsel in einer Werkstatt ist daher ein guter Anlass, Stoßdämpfer und Federn überprüfen zu lassen, die Räder sind ja sowieso abmontiert.

Reifen-Kennzeichnung

Ein Buch mit sieben Siegeln sind für viele Autofahrer die Hieroglyphen auf der Reifenflanke. Sie geben u.a. Aufschluss über Größe, Bauart, Höchstgeschwindigkeit, Laufrichtung, Herstellungsdatum, Tragkraft und Wintereignung (M+S). Wer ganz genau wissen will, wo was steht, erhält hier und hier genauen Aufschluss.

Unterschiede zwischen Winter- und Sommerreifen

Von Ostern bis Oktober ist Sommerreifen-Zeit. Von April bis Ende September fährt es sich mit Sommerpneus sicherer. Winterreifen nutzen sich auf sommerlichen Straßen schnell ab. Und je stärker der Abrieb, desto höher ist der Spritverbrauch.
Sommerreifen haben die besseren Eigenschaften für die warme Jahreszeit. Die Gummimischung ist härter, sie ist auf höhere Temperaturen und aufgeheizten Asphalt abgestimmt. Das gewährleistet gute Bodenhaftung, Stabilität und geringeren Abrieb.
Außerdem ist das spezielle Sommerprofil optimal für trockene Straßen und nasse Fahrbahnen ausgelegt. So kann sich der Bremsweg mit Sommerreifen und ABS-Bremsen auf trockener Fahrbahn verkürzen: Aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h steht das Auto zirka drei Meter früher als mit Winterreifen.

A bis G: Das neue Reifen-Label

Ab 1. November 2012 müssen alle ab dem 1. Juli 2012 produzierten Reifen mit dem neuen Reifenlabel gekennzeichnet sein. Die Bewertung erfolgt in sieben Kategorien von "A" bis "G". "A" steht für den Bestwert, "G" für die schlechteste Benotung. Auf dem Label wird oben links mit Buchstabenkennung von A bis G angegeben, ob der Rollwiderstand niedrig oder hoch ist.
Zwischen Reifen mit der Kennung "A" (sehr gut) und solchen mit der Kennung "G" (schwach) liegen 0,5 bis 0,75 l/ 100 km Mehrverbrauch. Oben rechts auf dem Label ist die Nasshaftung und Nassbremsleistung angegeben. Zwischen den Werten "A" und "F" können 18 Meter Unterschied beim Bremsweg liegen.
Unterhalb von diesen Angaben wird die Geräuschemission beim Vorbeifahren in drei Klassen angezeigt; ein leiser Reifen erhält einen ausgefüllten Balken, ein lauter bekommt drei Balken. Das Reifengeräusch muss in Ziffern in der Geräuscheinheit "dB" angegeben werden. Damit sind neue Reifen für Verbraucher auf den ersten Blick leichter zu bewerten, das Studium umfangreicher Reifentests ersetzt das Label aber nicht. Denn die Informationen sind nicht vollständig, das Label weist allein eine Klassifizierung des Rollwiderstands, der Nasshaftung und des Geräuschniveaus aus.

Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen sind Allrounder, und immer ein Kompromiss. Die Pneus sind weicher als Sommerreifen und härter als Winterreifen, auch das Profil ist eine Zwischenlösung. Folge: Sie fahren sich schneller ab und haben zum Beispiel bei Glätte oder auf nasser Fahrbahn in den Sommermonaten nicht die Haftungs- und Bremseigenschaften wie reine Saisongummis.
Wer nur in der Stadt oder in mittleren Lagen fährt, und bei viel Eis und Schnee auch mal auf das Auto verzichtet, mache mit guten Ganzjahresreifen nichts falsch. Für schneereiche, bergige Gegenden sind sie aber nichts. Auch für Vielfahrer, sportliche Zeitgenossen und Fahrzeuge mit Breitreifen lohnt sich der halbjährliche Wechsel von Sommer- und Winterreifen.

Korrekte Lagerung

Für Saisonreifen ist jeweils ein eigener Felgensatz von Vorteil, denn allzu oft machen Reifen das Auf- und Abziehen nicht mit. Außerdem lassen sich Kompletträder, die gerade nicht genutzt werden, materialschonender einlagern. Am besten werden sie auf einen Felgenbaum am Felgenloch aufgehängt und an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahrt.
Reifen ohne Felge sollten aufrecht stehen oder liegen, dann höchstens zwei Gummis aufeinanderstapeln. Werden sie aufgehängt, können sie sich verziehen und unbrauchbar werden.

Kommentare (2)

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Monopolfeind

01.02.2013, 23:38 Uhr

Ich habe - toi, toi, toi! - die Million auf dem Buckel - unfallfrei! Ich fuhr früher nur Sommerreifen, hatte aber immer Schneeketten dabei (und manchmal auch benutzt). Seit Jahren fahre ich auf dem PKW den GOODYEAR-Vector 5+ (gibts nicht mehr), auf dem VW-Bus den Cargo-Vector. Für uns Flachlandtiroler in Südhessen, die wir ausserdem auch noch Wenigfahrer sind (10.000 km/ Jahr / Auto) ist das die optimale Lösung. Wer da was erzählt von wegen "schlechter Grip", "schlechtes Bremsverhalten" usw. sollte lieber mal sein eigenes Fahrverhalten überprüfen und nicht - wie mein lieber Nachbar - bei Schneematsch auf der Autobahn sich darüber beschweren, dass die "anderen, die Deppen" mit 100 km/h "schleichen". DARIN liegen nämlich oft die Ursachen der schweren Unfälle: In der Selbstüberschätzung, nicht aber in der Technik! Ich bleib jedenfalls aus Überzeugung bei Ganzjahresreifen, die übrigens auf dem PKW etwa 65.000 km halten, auf dem VW-Bus 100.000 km. Was sind das denn für Irre, bei denen ein Reifensatz nur 30.000 oder 40.000 km hält?!

literbus

21.03.2013, 20:01 Uhr

das stimmt noch nie so viele unfalle,seit das geaenderte gesetze, weil winterreifen schletter sind bei nasse und trockene fahrbahn, auch im winter, nur bei eis und schnee sind winterreifen besser und bei eis kan mann besser nicht fahren geht nur noch mit spikes und nach 10.000km braucht man neue gruesse aus emsland ohne selbst ueberschatzung

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