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14.09.2011

16:00 Uhr

Auto-Technik

Einer geht noch - Getriebe legen einen Gang zu

Quelle:dpa

Viel hilft viel - das gilt auch für die Zahl der Gänge im Autogetriebe. Um den Komfort zu steigern und den Verbrauch zu senken, bekommt die Automatik jetzt erstmals neun und die Handschaltung sieben Stufen.

Fünf Gänge sind Old School: Das neue Automatikgetriebe vom Zulieferer ZF schaltet mit neun Gängen. dpa

Fünf Gänge sind Old School: Das neue Automatikgetriebe vom Zulieferer ZF schaltet mit neun Gängen.

FriedrichshafenFahrradfahrer kennen es längst: Je mehr Gänge sie haben, desto besser können sie Hügel meistern und das Tempo regulieren. Diesem Vorbild folgen zusehends auch die Ingenieure in der Automobilindustrie und rüsten ihre Getriebe auf. Ob Automatik oder manuelle Schaltung - in beiden Varianten halten zusätzliche Schaltstufen Einzug.

Ein Plus an Gängen nützt in erster Linie zur Komfortsteigerung und zum Spritsparen, erklärt Peter Ottenbruch, Technikvorstand beim Zulieferer ZF. Das Unternehmen in Friedrichshafen hat kürzlich die erste Pkw-Automatik mit neun Gängen vorgestellt. Das Räderwerk mit rund 360 Komponenten bietet eine weitere Spreizung und hält den Motor näher und länger im optimalen Betriebsbereich. Dadurch sei ein Verbrauchsvorteil von elf Prozent möglich, sagt Michael Ebenhoch, leitender Entwickler bei ZF.

Die Beschleunigungswerte sollen sich durch die neunstufige Automatik ebenfalls verbessern: Für den Sprint von Null auf Tempo 100 stellte Ebenhoch einen Zeitgewinn von bis zu 0,6 Sekunden in Aussicht. Der Fahrkomfort profitiere von geringeren Motordrehzahlen. "Bei der üblichen Autobahngeschwindigkeit dreht der Motor pro Minute mit etwa 700 Touren weniger", sagt der ZF-Entwickler.

Das neue Getriebe soll in zwei Jahren in Serie gehen und seinen Einstand nach Brancheninformationen in einem Modell der Chrysler Group geben. Da es für Autos mit Frontantrieb und Quermotor konzipiert ist, eignet es sich eher für die Kompakt- und Mittelklasse als für Modelle der Oberklasse.

Vorreiter mit sieben Gängen: Der neue Porsche 911 wird als weltweit erster Serien-Pkw mit mehr als sechs manuellen Schaltstufen fahren. Das senkt den Spritverbrauch. dpa

Vorreiter mit sieben Gängen: Der neue Porsche 911 wird als weltweit erster Serien-Pkw mit mehr als sechs manuellen Schaltstufen fahren. Das senkt den Spritverbrauch.

Nachdem es bei der Automatik seit knapp zwei Jahren die ersten Achtstufen-Getriebe und bald neun Gänge gibt, legen nun auch die Handschalter einen Zahn zu. Als erster Pkw wird die nächste Generation des Porsche 911 ein Siebengang-Schaltgetriebe bekommen. Der Sportwagen feierte auf der 64. IAA Premiere. Laut Hersteller trägt die neue Getriebeabstufung dazu bei, den Verbrauch bei der sparsamsten Modellvariante um rund 16 Prozent auf durchschnittlich 8,2 Liter (CO2-Ausstoß: 194 g/km) zu drücken.

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