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20.03.2013

09:32 Uhr

Auto-Technik

Wie funktioniert ein Doppelkupplungsgetriebe?

Immer mehr Hersteller bauen Doppelkupplungsgetriebe in ihre Fahrzeuge ein. Dafür gibt es gute Gründe. Auch wenn die von VW in China zurzeit massive Probleme verursachen.

Doppelkupplungs-oder Dirketschaltgetriebe: Schematische Darstellung eines VW DSG. PR

Doppelkupplungs-oder Dirketschaltgetriebe: Schematische Darstellung eines VW DSG.

DüsseldorfBei einem Doppelkupplungsgetriebe, das immer ein automatisches Getriebe ist, ist während der Fahrt mit eingelegtem Gang der nächste Gang schon voreingelegt - er ruht allerdings noch. Sobald der Steuerchip anhand der Motordrehzahl den idealen Schaltpunkt erkennt, wird der neue Gang automatisch eingelegt, erklärt der TÜV Nord.

Um den idealen Kraftfluss zwischen Motor und Rädern zu gewährleisten, werde praktisch gleichzeitig die eine Kupplung geöffnet und die andere geschlossen. Oft hat der Fahrer auch die Option, per Ganghebel oder Wippen am Lenkrad zu schalten.

Wichtigste Folge dieser parallel geschalteten Kupplungen: Die beim Schalten eines automatisierten Handschaltgetriebes immer auftretende und von den Autofahrern wenig geschätzte Eigenart der Zugkraftunterbrechung tritt beim Doppelkupplungsgetriebe nicht auf. Grund dafür ist die Tatsache, dass die nächste Fahrstufe permanent auf ihren Einsatz vorbereitet ist.

Fährt ein Fahrzeug zum Beispiel im fünften Gang mit der ersten Kupplung, ist der sechste Gang in der zweiten Kupplung bereits eingelegt und wartet nur noch auf seine Aktivierung. Sobald im Automatik-Modus der ideale Zeitpunkt gekommen ist, öffnet sich die für den fünften Gang zuständige Kupplung, während sich die andere schließt und die Arbeit übernimmt.

Da sich der komplette Vorgang innerhalb von wenigen hundertstel Sekunden abspielt, bleibt bei einem mit Doppelkupplungsgetriebe ausgerüsteten Fahrzeug stets die Zugkraft erhalten. In der Praxis hat dies nicht nur viel subjektiven Fahrspaß zur Folge, die Beschleunigungswerte sind auch objektiv besser. 

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Das Doppelkupplungsgetriebe spart dem TÜV Nord zufolge rund zehn Prozent Sprit im Vergleich zum klassischen Automatikgetriebe und ist zudem günstiger - es wirke aber etwas ruppiger. Ganz neu ist die Idee einer Doppelkupplung allerdings nicht. Laut Wikipedia meldeten im Jahr 1939 der französische Erfinder Adolphe Kégresse und 1940 der Darmstädter Professor Rudolf Franke erste Patente für eine Art Doppelkupplungsgetriebe an. In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts experimentierte ein ZF-Techniker damit, allerdings wurde eine Serienreife damals nicht erreicht. Auch im Motorsport wurde diese Technik bereits eingesetzt, allerdings ohne Ansprüche auf Serieneinsatz. 

In den 1980er-Jahren wurde es von Porsche unter dem Namen PDK (Porsche Doppelkupplungsgetriebe) vorgestellt. Volkswagen verbaute die Technik ab 2002 in der Serienproduktion (unter dem Namen DSG, für Direktschaltgetriebe). Erstmals eingesetzt wurde das DSG im Golf R32 und im Audi TT, damals mit sechs Gängen.

Bis März 2011 verkaufte VW 3,5 Millionen Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Die meisten der Schaltboxen sind in Kassel von den Bändern gerollt, ein kleiner Teil auch im chinesischen Dalian. Mittlerweile gibt es das schnell schaltende Doppelgetriebe auch mit sieben Gängen. Und natürlich montieren heute auch zahlreiche andere Autohersteller Doppelkupplungsgetriebe in ihren Fahrzeugen.

Kommentare (4)

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Groeschel

20.03.2013, 10:48 Uhr

Man sollte mal VW fragen ob es solche Probleme auch bei uns gegeben hat.

Account gelöscht!

20.03.2013, 14:37 Uhr

Sind eigentlich nur die Chinesischen oder auch die Kassler DSGs betroffen?

Account gelöscht!

20.03.2013, 19:37 Uhr

@Groeschel:
Fahrzeuge in Deutschland, Europa, Süd- und Nordamerika seien von dem technischen Problem nicht betroffen, sagte ein VW-Sprecher auf Nachfrage gegenüber Handelsblatt Online. Aus anderen Regionen als China lägen keine Beschwerden von Kunden vor. Zur Ursache hieß es, die besonderen klimatischen Bedingungen (heiß und feucht) könnten zu den Problemen mit der elektronischen Steuerung der komplexen DSG-Mechatronik geführt haben.
Siehe:
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/rueckrufaktion-china-laesst-gegenueber-vw-die-muskeln-spielen/7956068.html

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