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21.01.2008

08:01 Uhr

Auto-Test

Mit Schirm und Charme

VonDavid Selbach

Seine Begeisterung für den Aston Martin V8 Vantage kann Ingo Winterstein, Partner der britischen Kanzlei Lovells nicht verbergen. Für den Jaguar-Liebhaber ist der Roadster der ideale Sportwagen. Auch, weil die Handarbeit unter der Motorhaube demonstriert wird.

Heckansicht des Aston Martin Vantage. Foto: AP

Heckansicht des Aston Martin Vantage. Foto: AP

Doch, der Wagen steht James Bond gut zu Gesicht, selbst wenn der zuletzt mit der geschlossenen Variante vorliebnehmen musste. Das Stoffverdeck ist elegant und angemessen - nicht so ein stilloses Blech-Faltdach - und trotzdem für englisches Wetter gemacht. Man muss nur den richtigen Tag abpassen, dann lässt sich die Haube immerhin in rund 18 Sekunden elektrisch öffnen.

Selbst in diesem irren Himmelblau sieht er umwerfend aus - nur englische Autobauer trauen sich, einen 120 000-Euro-Sportwagen so zu lackieren. Auf der Insel können Sie Autos ja sogar in "Purple" und mit den tollsten Farbkombinationen bestellen. Ein bisschen exzentrisch, ein bisschen gentlemanlike. Der Engländer läuft ja heute noch gern mit gelbem Hemd und lila Schlips herum. Aston Martin spielt geschickt mit diesem Image: aufregend, aber doch konservativ. Ich bin jetzt 48 Jahre alt und damit die klassische Zielgruppe für einen Aston. Junge Investmentbanker, die sich ihren ersten Millionenbonus abgeholt haben, kaufen sich meiner Erfahrung nach lieber einen Porsche.

Der Wagen wirkt sehr kompakt, und die Ähnlichkeiten mit dem neuen XK8, der auch in meiner Garage steht, sind verblüffend. Da muss Aston Martin aufpassen, dass man nicht zu massentauglich wird. Bei Jaguar ist das leider passiert. Der X-Type ist von der Technik und vom Gefühl her in weiten Teilen ein Ford Mondeo. Bisher hat sich Aston seinen Charme und Charakter bewahren können. Man erkennt auch beim neuen Roadster ganz deutlich die Handschrift. Schauen Sie unter die Haube und gucken sich das "Hand built"-Schild an, auf dem steht, welcher Ingenieur die Endabnahme durchgeführt hat. So was finde ich einmalig."

Ingo Winterstein hat ein Faible für britische Autos. Als Partner bei der britischstämmigen Großkanzlei Lovells bringt er milliardenschwere Immobilien an den Mann und pendelt regelmäßig zu seinen englischen Kollegen in die Londoner City. Der Anwalt, der hierzulande als einer der wichtigsten Vertreter seiner Zunft gilt, besitzt außer einem Range Rover sowohl den XK8 als auch den klassischen Daimler Double Six von Jaguar, außerdem einen Rolls-Royce Cloud III von 1964. Um seine Schmuckstücke unterzubringen, hat sein Haus im Taunus eine extragroße Doppelgarage.

"Irgendwann in den 90er-Jahren stieß ich auf Jaguar - über die ich von anderen Partnern schon die schlimmsten Geschichten gehört hatte - dass sie furchtbar unzuverlässig seien und dauernd in der Werkstatt stünden. Ich begann, mich also für die Marke zu interessieren, und habe mir schließlich einen XK6 gekauft. Das war ein super Auto. Das bin ich bis 160 000 Kilometer gefahren, da war es dann schon mehr als zehn Jahre alt. Ich ärgere mich heute noch, dass ich den verkauft habe.

Warum britische Autos? Man erkennt sie sofort: Ich habe mir Leder bei Porsche, BMW und Mercedes angeschaut; aber ein Conolly-Leder wie das im Aston Martin bekommen Sie nur in UK. So eine Verarbeitung! Und dann der Klavierlack auf den Konsolen, so blank, dass sich darin die einzelnen Regentropfen spiegeln.

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