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13.03.2014

10:48 Uhr

Autohersteller

Rückruf-Trends zeigen Verwundbarkeit der Industrie

Quelle:Spotpress

Es ist ein teils hausgemachtes Problem, aber deshalb nicht weniger gefährlich: Im vergangenen Jahr wurden deutlich mehr Autos zurück gerufen als zuvor, so eine Auswertung.

Rückruf-Trends der globalen Autohersteller - Hohe Verwundbarkeit ADAC

Gleichteil- beziehungsweise Baukastenstrategien der Auto-Massenhersteller erhöhen die Gefahr besonders großer und damit kostenintensiver Rückrufaktionen.

Das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach schlägt Alarm: Im Jahr 2013 wurden auf dem Referenzmarkt USA 20,5 Millionen Pkw zurück gerufen, 2012 waren es noch 15,5 Millionen. Nach Ansicht der Wissenschaftler entwickeln sich die Rückrufe zu einem zunehmenden Risikofaktor der globalen Hersteller.

Insbesondere hohe Wachstumsziele können die Hersteller dazu verleiten, die Qualitätsanforderungen zu vernachlässigen, so die Studie. Fünf Hauptfaktoren für die wachsenden Qualitätsprobleme machte das CAM aus. Zum einen hat die zunehmende Komplexität der Fahrzeuge – mit Sicherheitssystemen, motortechnischen Optimierungen und Komfortmerkmalen - Einfluss auf die Fehleranfälligkeit. Außerdem seien in den vergangenen Jahren Entwicklungs- und Produktzyklen aufgrund des hohen Wettbewerbs deutlich verkürzt worden.

Wenn Hersteller und Verkäufer zu viel versprechen

Korrekte Angaben

Die Regel gilt zwar für alle Preisklassen. Aber die Fehler werden in der oberen Klasse schnell teurer. Darum sollte vor allem darauf geachtet werden, dass im Kaufvertrag das Herstellungsdatum korrekt angegeben ist und dass tatsächlich die Lieferung eines "Inland-Fahrzeugs" vereinbart wird und - falls nicht ausdrücklich gewünscht - die Lieferung eines Re-Imports ausgeschlossen ist.

Schriftliche Vereinbarungen

Gerade bei Edelautos gibt es viele Sonderwünsche. Umso wichtiger ist es, dass alle Vereinbarungen, wie beispielsweise die Lieferung eines speziellen Zubehörs, schriftlich niedergelegt werden.

Die richtige Unterschrift

Auch hier ist schon viel schief gelaufen. Deswegen raten Juristen dazu, unbedingt darauf zu achten, dass der Vertrag von einer vertretungsberechtigten Person auf Verkäuferseite unterschrieben wird.

Die richtige Reihenfolge

Ganz wichtig: Damit Autokäufer nicht ausgenommen werden, sollten sie den Kaufpreis nur Zug um Zug gegen Übergabe des Fahrzeugs mit allen Papieren zahlen. Wer sich hier großzügig zeigt und zu schnell zahlt, kann nachher eine böse Überraschung erleben.

Alle guten Dinge sind zwei

Ist der teure neue Wagen mangelhaft, hat der Verkäufer laut Experten nur zwei Reparaturversuche. Oft wird von Autohäusern und Herstellern behauptet, es gäbe noch einen dritten Versuch. Falsch. Nach schon nach zwei fruchtlosen Nachbesserungsversuchen kann der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten. Gerade bei hohen Kaufpreisen wird hier dann gern gestritten.

Eine Sache für den Anwalt

Nach dem zweiten Reparaturversuch kann die Einschaltung eines Anwalts unter Umständen weiterhelfen. Denn geht es um eine Rücktrittserklärung, sind verschiedene rechtliche Besonderheiten zu beachten.

Da aufgrund von Kosten-, Zeit- und Innovationsvorteilen immer mehr Aufgaben auf die Zulieferer übertragen werden, sieht die Analyse den Bedarf an unternehmerübergreifendem Qualitätsmanagement sowie die Gefahr, dass der Kostendruck sich auf die Produktqualität durchschlägt.

Als letzten Punkt bennenen die Wissenschaftler die Gleichteil- beziehungsweise Baukastenstrategie , durch die die Gefahr besonders großer und damit kostenintensiver Rückrufaktionen entsteht.

Die Studie führt hier das Beispiel des Konzerns Hyundai-Kia an, die nach Auswertung der Wissenschaftler im vergangenen Jahr die höchste Rückrufquote in den USA hatten. Aufgrund von Bremslichtmängeln mussten gleich 20 Modelle mit insgesamt 2,7 Millionen Pkw in die Werkstätten. Die zweithöchste Rückrufquote verzeichneten die Experten 2013 auf dem US-Markt bei Fiat-Chrysler, danach folgten Toyota, BMW und Honda.

Die Auswertungen der Experten beziehen sich auf die USA als Referenzmarkt. Nach ihren Angaben ist der US-Markt aufgrund seiner Absatzgröße, der relativ scharfen Sicherheitsrichtlinien und vor allem des hohen Klagerisikos ein aussagekräftiger Indikator für die Produktqualität der Automobilkonzerne.

Die Studie schätzt das Verwundbarkeitsrisiko der Autohersteller auch in Zukunft als hoch ein. Starke Qualitätsmanagementsysteme und starke Persönlichkeiten, die dafür Verantwortung trügen und sich gegen kurzfristige Vertriebsziele durchsetzten sehen die Experten als wirksame Maßnahme gegen den Trend.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.03.2014, 13:48 Uhr

Verwundbarkeit? Nein unsere Manager können nichts mehr. Qualität ist bei denen ein Wort aus der Steinzeit. Dafür erhalten Sie Boni. Müssten Sie persönlich für Ihre Unfähigkeit, Pfusch usw. aufkommen, gäbe es nur noch Qualität!

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