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15.01.2008

15:59 Uhr

Automesse in Detroit

2008 soll das Jahr des Diesels werden

VonCarsten Herz

Die Diesel-Story der deutschen Hersteller in den USA war bisher kein Selbstzünder. Schon ist es zwei Jahre her, dass der deutsche Lobbyverband VDA die Deutschen auf dem größten Automarkt der Welt den Beginn einer Diesel-Offensive verkündet hat.

Mercedes verzeichnet steigende Nachfrage nach sparsamen und möglichst sauberen Dieselfahrzeugen. dpa

Mercedes verzeichnet steigende Nachfrage nach sparsamen und möglichst sauberen Dieselfahrzeugen.

DETROIT. Doch der große Optimismus der deutschen Autobauer beim Diesel hätte sich in der „Nicht-LKW-Klasse“ bisher nicht in einem großen Markterfolg niedergeschlagen, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer. Aber in diesem Jahr soll alles anders werden: Der bislang noch niedrige Marktanteil sollte nicht fehlinterpretiert werden, warnte der Präsident des deutschen Autoverbandes VDA, Matthias Wissmann, in Detroit. Das sei lediglich die „Ruhe vor dem Sturm“. 2008 werde das Jahr des „Clean-Diesel“-Durchbruchs in den USA.

Der Diesel geht damit in ein entscheidendes Jahr auf dem größten Automarkt der Welt. Nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts B&D Forecast, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegen, ging der Dieselanteil in den USA bei PKWs im vergangenen Jahr mit gerade mal 25 000 Fahrzeugen auf 0,2 Prozent zurück. Der Diesel lag damit bei den PKWs weit abgeschlagen hinter dem Hybrid, der es demnach auf 2,5 Prozent Marktanteil brachte.

Doch die Deutschen bauen darauf, dass die Diesel-Botschaft der Sparsamkeit in den USA angekommen ist. „Wir verzeichnen in den USA eine erfreulich rasch steigende Nachfrage unserer Kunden nach Dieselfahrzeugen“, betont Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier. „Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr 12 600 Dieselmodelle in den USA ausgeliefert, 80 Prozent mehr als im Jahr 2006.“

Mercedes und Volkswagen sind momentan die einzigen Hersteller in den USA, die Diesel-Pkw anbieten. Die US-Konzerne verwenden den Selbstzünder bisher lediglich bei schweren Pick-ups und größeren Nutzfahrzeugen. Dieselwagen haben in den USA ein Imageproblem: Vielen Amerikanern gelten sie bis heute als Dreckschleudern. Die Deutschen wollen dieses Image nun mit neuen, abgasarmen Motoren ändern.

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