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12.01.2009

09:03 Uhr

Autotest

Lancia Delta: Der feine Unterschied

"Delta" ist nicht nur ein griechischer Buchstabe. Der Begriff markiert in der Mathematik auch den Unterschied zwischen zwei Größen. Und genau diesen Unterschied macht jetzt auch Lancia wieder zum Thema.

Lancia Delta dpa

Mit dem neuen Delta will Lancia eine verführerische und elegante Alternative zur normalen Kompakt- und Mittelklasse bieten. (Bild: Lancia)

dpa-infocom HAMBURG. Denn als ebenso elegante wie überraschende Alternative zu den gesichtslosen Massenmodellen in der Kompakt- und Mittelklasse hat die noble Fiat-Tochter jetzt ein Auto gleichen Namens an den Start gebracht. Für Lancia ist der neue Delta allerdings mehr als ein neues Modell: Er ist das Lebenszeichen einer Marke, die zwar schon über 100 Jahre besteht, auf deren Zukunft aber bis vor kurzem kaum einer gewettet hätte.

Ein Fiat Bravo im eleganten Smoking

Dass der Delta sich eine Plattform mit vergleichsweise schnöden Autos wie dem Fiat Bravo teilt, sieht man dem Hoffnungsträger nicht an. Mit einem Radstand von 2,70 Metern und einer Länge von 4,50 Metern sprengt er die Grenzen der sogenannten Golfklasse und klopft zaghaft in der Liga darüber an. Das merkt man vor allem im Fond, der schon in der Standard-Konfiguration überdurchschnittlich geräumig ist. Weil sich zudem die beiden Hälfte der Rückbank um zwei Handbreit verschieben lassen, genießen Sitzriesen auch in der zweiten Reihe auf Wunsch mehr Beinfreiheit als im Erste-Klasse-Abteil des ICE. Auf ausreichend Kofferraumvolumen müssen sie dabei nicht verzichten: Selbst wenn die Rückbank ganz nach hinten geschoben ist, passen hinter die steil stehende Glasklappe noch 380 Liter und damit mehr als zum Beispiel in einen Golf. Wer der Kniefreiheit minimiert, kann maximal 465 Liter einladen, und bei umgeklappter Rückbank fasst der Delta mehr als das Doppelte. Allerdings ist die Ladekante recht hoch, und dahinter geht es erst einmal wieder tief hinunter.

Ein Hauch von Noblesse in der Kompaktklasse

Aber der Wagen ist nicht nur groß und geräumig, sondern auch sehr elegant: Das gilt nicht nur für das wallende Blechkleid mit dem verchromten Wappengrill, den großen Scheinwerfern, den breiten Hüften und der Option auf eine zweifarbige Lackierung mit schwarz abgesetztem Dach. Auch der Innenraum hinterlässt einen guten Eindruck: Die Materialauswahl ist vornehm, die Verarbeitung zumindest sorgfältig. Ein paar schmucke Chromleisten sowie ab dem zweiten Ausstattungsniveau auch Alcantara und Leder bringen zudem einen Hauch von Noblesse ins obere Ende der Kompaktklasse. Dabei soll der Lancia gar nicht Premium sein, sagt Markenchef Ferdinand Kaiser, sondern eine verführerische Alternative. Das zeigt nicht zuletzt der Preis, der bei 19 990 Euro beginnt. Natürlich sind Golf, Astra oder Focus deutlich billiger. Doch bietet der Lancia nicht nur mehr Platz, sondern auch die bessere Ausstattung. Neben sieben Airbags und einem ESP mit überdurchschnittlich vielen Stellschrauben gibt es auch CD-Radio, Klimaanlage, LED-Tagfahrlicht und ein statisches Kurvenlicht.

Ein Technologieträger für Marke und Konzern

Weil der Delta für Lancia und den Mutterkonzern Fiat auch ein Technologieträger sein soll, bieten die Italiener eine ellenlange Aufpreisliste mit einer ganzen Reihe von Komfort- und Assistenzsystemen, die in dieser Klasse Seltenheitswert haben. So bügelt auf Wunsch ein aktives Fahrwerk alle Unebenheiten glatt oder presst den Delta wie ein Brett auf die Fahrbahn. Eine Videokamera und ein Elektromotor im Lenkrad bringen unaufmerksame Fahrer zurück auf den rechten Weg. Eine zweite Videokamera vermisst im Vorbeifahren Parklücken und lotst den Delta halbautomatisch auf seinen Stellplatz, und die Xenon-Scheinwerfer leuchten in die Kurve.

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