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07.05.2011

11:59 Uhr

Autotest Volvo V70

Hochsicherheitswagen

Quelle:Zeit Online

Ein tiefergelegtes Sportfahrwerk, eine sportlich abgestimmte Lenkung, Sportauspuff und große Felgen. Das gehört nicht zu den üblichen Kaufkriterien eines Volvo-Kunden. Doch der V70 R-Design bietet das - und noch mehr.

Henning Sußebach von der ZEIT fuhr den Volvo V70 T4 R-Design.

Henning Sußebach von der ZEIT fuhr den Volvo V70 T4 R-Design.

HamburgIn der Nacht war der Frost zurückgekehrt. Nebel lag auf den Feldern. Im Garten schwiegen die Vögel. Der Redakteur S. sah aus dem Fenster und dachte: So fangen doch auch immer diese schwedischen Krimis an. Da kehrt in der Nacht der Frost zurück, Nebel liegt auf den Feldern, im Garten schweigen die Vögel – und dann bricht das Unglück über irgendein Leben herein.

Vor seiner Haustür stand der neue Volvo. Ein Kombi, grau und groß. S. hatte diese Marke immer für undurchschaubar gehalten: Autos für Menschen, denen es wichtig ist, mit ihrem Auto mitzuteilen, dass ihnen Autos nicht so wichtig sind. Der Volvo vor seinem Haus aber war ein anderer. Ein V70 im R-Design, laut Hersteller "sportiv und emotional wie nie zuvor": tiefergelegt, 18-Zoll-Felgen, Dachkantenspoiler. Für Volvo-Verhältnisse ein Mordinstrument, zugelassen für den Straßenverkehr. Womöglich lauerte da das Unglück, dachte S. Dennoch fuhr er los, gemeinsam mit seiner Frau, tatsächlich Tochter eines Kriminalhauptkommissars.

Durch einen Urwald von Abkürzungen

Ihre Fahrt führte nach Norden, ans Meer. Ruhig und sonor trug der Volvo das Ehepaar durch Holstein – wäre da nicht ein dauerndes Blinken gewesen, mal am linken Rückspiegel, mal am rechten. S. war beunruhigt. Bis ihm einfiel, dass er im Betriebshandbuch vom "Blind-Spot Informationssystem (BLIS) zur Überwachung des toten Winkels" gelesen hatte. Unter der Windschutzscheibe glühten rote Dioden auf, wenn S. zu dicht auffuhr (was er nicht tat, aber hin und wieder schnitten ihn Fahrer deutscher Fabrikate…). Begeistert rezitierte seine Frau, die Polizistentochter, aus dem Handbuch, womit Volvo noch für Sicherheit sorge: Mit SIPS, dem "Seitenaufprall-Schutzsystem", mit WHIPS, dem "Schleudertrauma-Schutzsystem", mit "Vordersitzen und Rückbank mit Durchtauchschutz", mit einem "Sicherheits-Komfortpaket, bestehend aus fernbedienbarer Alarmanlage, Private Locking, Personal Car Communicator inkl. Keyless Vehicle" usw.

Private Locking? Irgendetwas stimmt da nicht, dachte S. Mit ihm oder dem Auto. Konnte es sein, dass jedes Detail beruhigen sollte, alles zusammen den Wagen aber zu einer blinkenden Beunruhigungsmaschine machte? Nicht Angst nahm, sondern schuf? Uneins in dieser Frage, fuhr das Paar wieder nach Hause. Sicherer waren die beiden vermutlich nie unterwegs gewesen. Die Sonne hatte den Nebel aufgelöst, im Garten sangen die Vögel. Alles schien in bester Ordnung. Als S. dem Volvo den Rücken zudrehte, verschloss sich der Wagen "keyless" von selbst. Da begriff S., dass dieser Tag doch ein Opfer gefordert hatte: die Unbekümmertheit.

Der V70 bietet eine sehr umfangreiche Sicherheitsausstattung.

Der V70 bietet eine sehr umfangreiche Sicherheitsausstattung.

Technische Daten
Motorbauart: 4-Zylinder-Benzinmotor
Leistung: 132 kW (180 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 8,7 s
Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h
CO2-Emission: 164 g/km
Durchschnittsverbrauch: 7,0 Liter
Basispreis: 37.380 Euro

Henning Sußebach ist stellvertretender Ressortleiter im Dossier der ZEIT

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