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26.04.2011

13:25 Uhr

Benzinpreis gibt wieder nach

Tankstellen stellen auf "Sommerware" um

Quelle:dpa

An den Tankstellen in Deutschland darf vom 1. Mai an nur noch "Sommerware" ausgeschenkt werden. Das gilt für Benzin ebenso wie für Diesel. Und bei beiden Sorten hat sich die Preislage wieder etwas entspannt.

Sprit dpa

Sprit ist nicht gleich Sprit: Im Winter ist die Zusammensetzung von Benzin und Diesel anders als im Sommer.

Berlin/HamburgAn den Tankstellen in Deutschland darf vom 1. Mai an nur noch "Sommerware" ausgeschenkt werden. Das gilt für Benzin ebenso wie für Diesel. Was soll das jetzt heißen, wird sich nun mancher Autofahrer fragen. "Die Kraftstoffe haben im Sommer eine andere Zusammensetzung als im Winter, damit Motoren bei den unterschiedlichen Außentemperaturen optimal anspringen und laufen", erläutert Karin Retzlaff vom Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Berlin. "Benzin hat in den kalten Monaten einen höheren Anteil an flüchtigen Substanzen, die die Zündeigenschaften verbessern", sagt Retzlaff. Im Frühjahr müssen diese Zusätze reduziert werden, weil sie bei sommerlichen Temperaturen zu einer Blasenbildung in den Kraftstoffleitungen führen könnten. Das hätte zur Folge, dass ein Motor nur schlecht oder gar nicht mehr startet, so die Sprecherin.

Vom Herbst an bunkern die Tankstellen dann wieder Winterbenzin - die Umstellung muss jedes Jahr bis Mitte November erfolgt sein. Dem Diesel müssen im Winter Fließverbesserer beigemischt werden. im Sommer ist das nicht erforderlich. Schon bei geringen Minusgraden können sich im Diesel kleine Wolken aus Wachskristallen bilden und den Kraftstofffilter eines Fahrzeugs verstopfen, erklärte Tim Kreitlow vom TÜV Nord. Die Fließverbesserer sorgen bei Kälte dafür, dass sich die Wachskristalle nicht vergrößern oder Klumpen bilden. Einige Selbstzünder sind zusätzlich mit einer Filterheizung ausgestattet, die eine Verstopfung verhindert. Bei vielen Fahrzeugen lässt sich eine solche Filterheizung laut Kreitlow nachrüsten.

Benzinpreis über Ostern um mehrere Cent gefallen
Derweil ist über die Ostertage der Benzinpreis deutlich gefallen. Am Dienstagmorgen kostete der Liter Super nach Angaben von Marktführer Aral 1,54 Euro pro Liter. Das sind fünf Cent weniger als zu den Höchstzeiten zum Start der Osterreisewelle. Diesel war mit 1,43 Euro vier Cent billiger.

Die Ölindustrie hatte vor Ostern erklärt, einzelne Tankstellen könnten am Ostermontag möglicherweise leer sei, weil mehrere Probleme gleichzeitig die Belieferung mit Tankwagen schwierig machten. Sprecher von Aral, Esso und Shell erklärten am Dienstag, es sei höchstens an einzelnen Punkten zu Leerständen gekommen. „Es gab keine Versorgungsprobleme“, sagte ein Aral-Sprecher. Esso sprach von „ein paar“ leeren Tanks, Shell von „punktuellen Leerständen“. Genaue Zahlen darüber, wie viele der rund 15.000 deutschen Tankstellen leer waren, nannten die Firmen nicht.

Zu dem Engpass war es gekommen, weil die Ölindustrie mehrere Probleme gleichzeitig lösen musste: An Ostern gab es zeitweise Fahrverbote für die Tanklaster, gleichzeitig war aber wegen der Reisewelle die Nachfrage höher als sonst. Außerdem sorgt die Einführung des umstrittenen Öko-Sprits E10 immer noch für Ärger, weil vieler Autofahrer den Treibstoff ablehnen. Hinzu kommt die derzeit laufende Umstellung auf Sommerware.

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