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13.10.2011

14:04 Uhr

Benzinpumpe zerstört

E10 legt Opel Signum im ADAC-Dauertest lahm

Lange sah es so aus, als würde es gut gehen, doch nach 27.000 Kilometern Fahrt, in denen der ADAC einen Opel Signum mit E10 bewusst falsch betankt hat, ist der Wagen kaputt. Das schürt die Unsicherheit beim Biosprit

Benzinpumpe kaputt nach 27.000 Testkilometern: Der ADAC fuhr diesen Opel Signum bewusst mit E10-Kraftstoff, obwohl das Fahrzeug dafür keine Herstellerfreigabe hat. Pressefoto

Benzinpumpe kaputt nach 27.000 Testkilometern: Der ADAC fuhr diesen Opel Signum bewusst mit E10-Kraftstoff, obwohl das Fahrzeug dafür keine Herstellerfreigabe hat.

München/DüsseldorfDen Biosprit E10 dürfen nur die Autos tanken, die für den Kraftstoff freigegeben sind. Doch was passiert eigentlich bei einer Falschbetankung? Der ADAC hat das mit einem gebrauchten Opel Signum aus dem Baujahr 2003 ausprobiert, der offiziell kein E10 tanken darf.

Das überraschende Zwischenergebnis 11.000 Kilometer nach der Fehlbetankung lautete noch: Null Probleme. Doch ADAC-Techniker Carsten Graf warnte schon zu diesem Zeitpunkt schon: "Die Langzeitfolgen sind noch nicht abschätzbar, möglicherweise macht der Motor erst zu einem späteren Zeitpunkt schlapp."

Und genau so kam es dann auch: Nach 27.000 Kilometern Fahrt, in denen der ADAC den Opel Signum mit dem neuen Bio-Kraftstoff betankte, ist der Wagen nun kaputt, meldet der ADAC. Diagnose: undichte Benzinpumpe. Damit ist nachgewiesen, dass der höhere Ethanolgehalt im E10 tatsächlich ungeeignete und dafür nicht freigegebene Motorenteile angreift.

Autofahrern raten Experten nicht erst seit diesem Langstreckentest, sie sollten nur dann E10 tanken, wenn ihr Modell seitens des Herstellers offiziell für diesen Sprit freigegeben ist. Überprüfen lässt sich das anhand entsprechender Listen auch problemlos im Internet. Zum Beispiel über den ADAC (hier) oder die DAT (hier).

Opel rät im Fall einer nur einmaligen Fehlbetankung darauf hin, dass umgehend ethanolarmer Kraftstoff nachgetankt werden soll. Auch Ford und Mercedes sehen für ihre Modelle, die kein E10 vertragen, eine einmalige Fehlbetankung als unkritisch an, wenn so schnell wie möglich mit E5 nachgetankt wird. Alle anderen Hersteller stellen klar, dass eine Fehlbetankung mit E10 von dafür nicht freigegebenen Fahrzeugen schädlich ist.  

Keinen Grund zur Verunsicherung gibt es bei Autos, die E10 laut Hersteller vertragen. Dem ADAC sind bislang keine Fälle bekannt, in denen das Korrosionsproblem bei für E10 freigegebenen Fahrzeugen auftritt.

Der Griff zur E10-Zapfsäule bleibt hierzulande dennoch weitgehend aus. Laut einer aktuellen Umfrage haben nur ein Viertel aller deutschen Benziner fahrenden Autofahrer bisher den Biosprit getankt. Hauptursache sind laut TNS Infratest technische Bedenken wie die Angst vor Motorschäden.

Sieben von zehn Autofahrer verzichten deshalb auf E10, obwohl über 90 Prozent aller Benziner eine solche Tankfüllung problemlos vertragen sollen. Vor allem bei den unteren Einkommensgruppen und älteren Menschen besteht der Umfrage zufolge der größte Nachholbedarf, denn dort sind die Bedenken am größten.

Von

fgh

Kommentare (12)

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great_engineers

13.10.2011, 14:24 Uhr

Herzlichen Glückwunsch! Gelungene Panikmache!
Wer weiss denn schon, dass der Opel Signum ein veraltetes und nicht mehr auf dem Markt als Neuwagen angebotenes Fahrzeug ist.
Wirklich brillante Irreführung!

ronner

13.10.2011, 14:44 Uhr

@great_engineers,

Ihr Beitrag ist komplett sinnfrei.

Was spielt es für eine Rolle, ob der Opel veraltet ist oder nicht mehr angeboten wird ? Ist Ihnen in den Sinn gekommen das es auch Gebrauchtwagenkäufer gibt ?

Die möchten vielleicht gerne wissen, was bei Fehlbetankung passiert...egal welche Marke und Alter ein Auto hat.

Fakt ist - das E10 aggressiv ist. Selbst wenn ein Modell freigegeben ist, wird jedem bewusst das er bei E10-Betankung auf längere Sicht vielleicht Probleme bekommen KÖNNTE, die man mit E5 von vornherein vermeiden kann. Erst in 2-3 Jahren werden die Laufleistungen der Fahrer soweit sein, das man realistisch einschätzen kann, ob auf breiter Basis ein aggressives Verhalten von E10 tatsächlich generell nicht erfolgen wird bei freigegebenen Modellen.

Atze

13.10.2011, 14:51 Uhr

Vielleicht sollte man zur Beruhigung aller Signum-und Vectra Fahrer darauf hinweisen, um welchen Motor es sich bei diesem Fahrzeug genau handelt. Denn wenn ich richtig informiert bin, trifft das E10-Verbot nur für den Benziner 2,2 Direct zu.
Also vor Veröffentlichung solcher Berichte bitte genau recherchieren. Oder sollte das hier nur wieder ein Seitenhieb gegen Opel sein??
Ich denke wir alle sollten uns hüten, permanent auf unsere deutschen Hersteller einzuprügeln, sondern vielmehr eine entsprechende Ünterstützung zeigen!!!

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