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24.04.2013

11:01 Uhr

Blamage für Daimler

Citan fällt mit schwachem Crashtest auf

Drei Sterne, die nicht glänzen. Der vor allem bei Familien und Dienstleistungsunternehmen beliebte Mercedes Citan hat im Euro NCAP-Crashtest nur drei von fünf möglichen Sternen bekommen.

Mercedes Citan Worker PR

Mercedes Citan Worker

München/DüsseldorfZu den heute vorgelegten schwachen Quartalszahlen des Autoherstellers Daimler mitsamt einkassierter Gewinnprognose gesellen sich weitere schlechte Nachrichten: Der in Kooperation mit dem kriselnden französischen Autobauer Renault hergestellte Stadtliefer- und Familienwagen Citan, mit dem man eigentlich neue Zielgruppen ansprechen will, erzielt denkbar schlechte Crashtest-Ergebnisse. Euro NCAP gab dem Wagen jetzt nur drei von fünf möglichen Sternen.

Große Schwächen und Sicherheitsmängel offenbarte der Van bei der aktuellen Runde des Euro NCAP vor allem beim Frontalcrash und Pfahlaufprall sowie bei der Ausstattung für die aktive Sicherheit.

Crashtest-Experten des ADAC bemängeln angesichts dieser Ergebnisse beim Insassenschutz des Citan vor allem harte Strukturen im Armaturenbrett, die hohe Verletzungsgefahr für Fahrer und Beifahrer im Brustbereich sowie fehlende Gurtwarner beim Beifahrer und auf der Rückbank. Darüber hinaus verfing sich sowohl beim Seiten- als auch beim Pfahlaufprall der elementar wichtige Kopfairbag an der B-Säule und war damit weitgehend nutzlos.

Dieses schwache Ergebnis überrascht umso mehr, da das Kombimodell des Stuttgarter Autobauers weitgehend baugleich mit dem Renault Kangoo ist, der bereits im Jahr 2008 beim Crashtest nicht überzeugen konnte.
Unzureichend gestalteten sich auch die Ergebnisse in puncto Fußgängerschutz: Offenbar wurden von den Konstrukteuren nur Teilbereiche des Stoßfängers und hintere Bereiche der Motorhaube im Sinne der Verkehrssicherheit entschärft. Deutlich zu aggressiv zeigten sich die Vorderkante und viele Randbereiche der Motorhaube.

Ein echter Mercedes?

"Citan" ist eine Wortschöpfung aus den Elementen "City" und "Titan". Bei den ersten Ankündigungen des Fahrzeugs hatte Volker Mornhinweg, Leiter des Geschäftsbereichs Vans bei Mercedes-Benz den Nachfolger des nur mäßig erfolgreichen Vaneo gleich verteidigen müssen. „Wir haben da nicht nur einfach den Mercedes-Stern aufgeklebt“, wehrte sich Mornhinweg gegen des Vorwurfs des so genannten "Badge-Engineerings" und betonte: „Der Citan ist ein eigenständiges Fahrzeug, ein echter Mercedes.“ Allerdings wird er, wie der Kangoo, im nordfranzösischen Renault-Werk Maubeuge gebaut.

Das führte zu frühem Spot. Schon zur Markteinführung lästerten Handwerker über den Schwaben französischer Abstammung. So raunen sich zwei Bauarbeiter in einem Youtube-Clip zu: "Der Kalle sagt, er fährt jetzt Mercedes", bevor der mit einem Kangoo ins Bild rollt.

PKW-Ambiente im Innenraum des Citan. PR

PKW-Ambiente im Innenraum des Citan.

Der Citan ist seit dem 27. Oktober 2012 im Handel. Den Stadtlieferwagen auf Basis des Renault Kangoo gibt es als Kastenwagen in drei Längen von 3,94 Meter (Citan Kompakt) über 4,32 Meter (Lang) bis 4,71 Meter (Extralang). Darüber hinaus stehen die Varianten Kombi und Mixto zur Verfügung. 

Mercedes-Benz positioniert ihn unterhalb des Vito und bewirbt ihn mit dem Claim "Born to run". Gewerbekunden wird derzeit das Sondermodell "Worker" ab 11.990 Euro zuzüglich Umsatzsteuer angeboten. Es basiert auf dem Citan 108 CDI mit 1,5-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor und einer Leistung von 55 kW/75 PS.

Mercedes erwartet für den Citan europaweit einem Marktanteil bei den Transportern von vier bis fünf Prozent, rund 700.000 Fahrzeuge dieser Art werden pro Jahr in Europa abgesetzt. Größter Konkurrent dürfte der Caddy von Volkswagen sein, den es ab 14.600 Euro netto als einfachen Kastenwagen gibt.

Von

fgh

Kommentare (13)

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realist

24.04.2013, 10:53 Uhr

...das war doch abzusehen. Wie konnte man nur mit dieser Ober-Rost und Schrottschmiede Renault eine Zusammenarbeit anbändeln. Und dann noch mit Nissan. Es ist, es ist nicht zu fassen. Wie konnte man nur von Aufsichts-Seite diese Zusammenarbeit gutheißen. Auch hier die gleiche Reaktion.....es ist nicht zufassen. Wie heruntergekommen ist dieser Laden Daimler alias Mercedes Benz. Schon der Name Daimler, früher im Hintergrund, heute der Namensträger anstatt Mercedes Benz. Dieser unbrauchbar und unfähige Vorstand unter Zetsche, Renschler und andere dieser Nadelstreifen. Raus damit, entlassen, keine Abpfindung. Öffentlicher Prozeß in Werkshallen vor Mitarbeitern, wäre das Beste. China-Firmenanteile zulassen, eine Katastrophe. Dann soll doch China komplett die Marke übernehmen. Geht doch garnichts mehr bei dieser altehrwürdigen deutschen Firma. Von der Formel 1 bis hin zu Serie, nichts geht mehr. Der Vorstand schaut vor lauter Verzweifelung aus dem Fenster, was unten auf der Straße fährt, um danach der Konkurrenz Audi und BMW angepaßt auch ein Modell auf die Straße zu geben. Sich mit Skona-Fahrzeugen in der Autobild zu messen, was für eine Schande für die Marke Mercedes Benz. Alles ist weg. Jeglicher Nimbus, jegliche Exklusivität, jegliche Wertigkeit. Ja sie erreichen sie noch nicht einmal. Es ist alles Schall und Rauch. Wie geht es weiter. China wird weiter einkaufen in Stuttgart und Möhringen. Die Anteile werden weiter aufgestockt, bis der Rest feststeht und alles nach China abtransportiert wird. Ja, es wird so kommen. Dann in Gottes Namen. Alles in eine Holzkiste, Deckel drauf nicht nageln, sondern schrauben und ab nach China. Dann will man nicht mehr zuschauen, wie eine Firma zerbricht, die nur noch Rostlauben herstellen kann. Von LKW bis PKW. Es ist endgültig aus.............

eksom

24.04.2013, 11:09 Uhr

Billige Optik, vereint mit billigster Technik plus preiswerte Partner/In, aber mit einem voll gescheiterten Versuch der Maximierung des Profits! Kennen die Herrschaften in den Vorstandsetagen nicht mehr das Gesetz der Wirtschaft bei MB?

Account gelöscht!

24.04.2013, 11:20 Uhr

Ich gebe Ihnen volkommen Recht. Wir leben eben in einer Zeit in der die völlig unfähigen Blender hofiert werden und Entscheidungsgewalt erreichen. Besonders krass ist es in Russland wo unter dem Alkoholiker Jelzin alle Reichtümer an Hochkrimminelle verteilt wurde. Bei Mercedes Benz hat alles mit Reuter seinen Anfang genommen und bisher ist ja auch jeder Nachfolger aus dem vorherigen hervor gegangen. Was soll da schon entstehen? Gott erschaft es und Gott reisst es nieder....

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