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17.03.2014

09:43 Uhr

BMW 420d

Wie eine schöne Frau, die zu laut und zu oft lacht

VonPeter Eck
Quelle:Spotpress

Keine Schönheit ohne Makel. Der BMW 4er kann zwar in den für ein Coupé wichtigsten Disziplinen überzeugen. Er erstaunt aber auch mit einer penetranten Unart.

Test: BMW 420d - Die laute Schönheit BMW

Test: BMW 420d - Die laute Schönheit

Unsere Fahrzeuge werden sich immer ähnlicher – das ist zumindest eine recht weit verbreitete Meinung im autofahrenden Volk. Nichts könnte falscher sein. Wer sich zum Beispiel ältere Fahrzeuge der Mittelklasse anschaut, sagen wir in den 80er-Jahren, erkennt ein unter dem Diktat des cW-Werts geborenes Design, das in seiner Gleichförmigkeit aus aktueller Sicht erschreckend wirkt.

Ganz anders heute: Viele Marken haben eine klar erkennbare Linie, die sich eben nicht mehr auf unterschiedliche Kühlergrills reduzieren lässt. So kann man zum Beispiel in der heutigen Mittelklasse die Premiumangebote leicht unterscheiden.

Hier die optisch zurückhaltenden Audis, dort die in Formen und scharfen „Bügelfalten“ ihrer Karosserie schwelgenden Mercedes-Modelle und schließlich das klar erkennbare, sportlich-knappe Design von BMW.

Einen Höhepunkt findet letzteres im aktuellen 4er, der Coupé-Version des 3ers. Sie ist zwar noch kein Jahr auf dem Markt, wir prophezeien aber jetzt schon einen künftigen Designklassiker.

Kurzcharakteristik

Alternative zu:

Audi A5 Coupé, Mercedes C-Klasse Coupé

Passt zu:

Menschen mit Sinn für Ästhetik und leichten Hörproblemen

Sieht gut aus:

das auf jeden Fall

Münchener Zahlenspiele

In der neuen BMW-Nomenklatur heißen Coupé und Cabrio der 3er-Reihe nun 4er. Beim neu hinzugekommenen 2er Coupé ist es ebenso, es hieß früher 1er. Beim 2er gibt es noch kein Cabrio, aber bald einen Sportsvan, der heißt 2er Active Tourer. Beim 4er gibt es neben Coupe und Cabrio noch das Gran Cabrio als kleinen Ableger des 6er Gran Cabrio. Neu bei den mit X gekennzeichneten SUV ist der X4 als Ableger des X6.

Wir ließen bei unserem Testwagen die wunderschöne Form mit einem Antrieb der Vernunft kombinieren, was eine nicht ganz reuelose Entscheidung war.

Dazu gleich mehr. Feiern wir zunächst einmal gebührend die gelungene Optik des Zweitürers. Die Blechhaut wirkt extra straff auf der Karosserie gespannt, und obwohl die Ähnlichkeit mit dem viertürigen 3er weder unverkennbar noch ungewollt ist, gibt es doch einige entscheidende Unterschiede. Der 4er ist nicht nur ein wenig länger (+ 2 cm) und breiter (+ 1 cm), er ist vor allem deutlich flacher (- 5 cm).

Das gibt ihm die von den meisten Designern bevorzugte, aber nur selten in dieser Konsequenz umgesetzte geduckte Haltung, gerne auch als  „kauernd auf dem Asphalt“ beschrieben. Hinzu kommen die bei BMW üblichen kurzen Überhänge und ein flach angesetzter Kühlergrill. Bringen wir es auf den Punkt: Unserer Meinung nach zählt der neue BMW 4er zu den schönsten Autos überhaupt.

Das Design ist dynamischer als beim Vorgänger  BMW

Das Design ist dynamischer als beim Vorgänger

Zu einem solchen Fahrzeug muss die Motorisierung passen. Und da haben die Bayern exquisites im Angebot, etwa den seidigen 435i mit 306 PS oder – eine Stufe darunter und mit vier statt sechs Zylindern – den starken 428i mit immerhin 245 PS. Leider startet ein 435i bei knapp 50.000 Euro und mindestens weitere 10.000, eher 15.000 Euro werden fällig, um das Fahrzeug angemessen auszustatten.

Von den anschließenden Praxis-Verbräuchen wollen wir hier schweigen. BMW baut aber auch formidable Diesel. Dachten wir uns und orderten den 2,0-Liter mit 135 kW/184 PS, genügend Leistung für fast alle Situationen. Tatsächlich ist der Vierzylinder einer der begeisterndsten Antriebe seiner Art, vielleicht sogar das Beste, was in dieser Leistungsklasse erhältlich ist.

380 Newtonmeter werden an die Hinterachse geleitet, was für einen bulligen Antritt aus fast jeder Situation sorgt. Das unterstreichen auch die Fahrwerte: 7,5 Sekunden vergehen beim Standardspurt auf 100 km/h, bis zu 240 km/h sind auf der Autobahn möglich.

Unter dem Blech ist der Vierer ein waschechter Dreier: Antrieb und Ausstattung sind deshalb nahezu identisch BMW

Unter dem Blech ist der Vierer ein waschechter Dreier: Antrieb und Ausstattung sind deshalb nahezu identisch

Ein weiteres großes Plus verdient sich der Motor für seine Sparsamkeit. Es ist kein Problem, den mit 4,6 Liter Durchschnittsverbrauch angegebenen 420d im Alltag um die 5 Liter pendeln zu lassen. Unser Testverbrauch von 6,2 Litern ist einigen sehr schnell gefahrenen Autobahnetappen zu verdanken und dafür ein immer noch sehr guter Wert.

Denn schnell fahren mag man diesen BMW. Zumal die schon häufig und an dieser Stelle einmal mehr gelobte Achtgang-Automatik (+ 2.350 Euro) jederzeit alles richtig macht und die Gänge fehlerfrei sortiert.

Kommentare (5)

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17.03.2014, 10:19 Uhr

Optisch zurückhaltende Audis? Hab ich irgendwelche neuen Modelle verpasst?

Account gelöscht!

17.03.2014, 12:01 Uhr

Solange Autos immer noch mit Frauen verglichen werden, haben unsere Damen von der Gleichberechtigungsfraktion noch viel zu tun. Bin ja gespannt, wann wie lange das noch dauert.

Account gelöscht!

18.03.2014, 09:41 Uhr

Also wenn schon Coupé, dann den Ford Shelby GT 500:
Für gut 60.000 € gibt's fast 700 PS plus eine Ausstattung die kaum Wünsche übrig läßt.
http://www.ford.com/cars/mustang/trim/shelbygt500/
Freude am Fahren? Den hat man mit dem GT 500 (ggf. noch mit Racing-Paket) eher als mit dem 4er BMW, zumal diese "Schleuder" Kultstatus hat.

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