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21.11.2013

08:02 Uhr

BMW 5er Touring im Handelsblatt Autotest

Ein Freund, ein guter Freund

VonFrank G. Heide

Das ist Understatement: Den neuen BMW 5er-Touring leistet man sich für 75.000 Euro, und der Nachbar bekommt davon gar nichts mit. Das wahre Prestige des Premium-Kombi zeigt sich innen und auf der Autobahn.

Ein echter Typ zum Anlehnen ist er, der große und kräftige BMW 5er Touring. Nur zum Sport kommt er nicht so gerne mit. Sebastian Schaal

Ein echter Typ zum Anlehnen ist er, der große und kräftige BMW 5er Touring. Nur zum Sport kommt er nicht so gerne mit.

DüsseldorfDas Bessere ist der Feind es Guten, das weiß auch der deutsche Kombifahrer, der den nützlich-sportlichen Lastesel als Fahrzeugform so begehrenswert findet, wie sonst keine andere Autonation im bislang bekannten Universum. Und bevor die Konkurrenten, allen voran Audi A6 Avant, Mercedes mit der brandneuen E-Klasse als T-Modell, aber auch Jaguar XF Sportbrake, etwas besser machen, nehmen die Bayern das Heft selbst in die Hand. Der rundum optimierte und verschönerte BMW ist seit dem 18. September auf dem Markt, wir sind ihn als 2-Liter-Turbodiesel gefahren, der am Heck die schlichte Bezeichnung 520d führt.

Die Bedeutung des Modells für BMW ist enorm: Erst seit 1991 baut BMW überhaupt eine Kombi-Version der 5er-Baureihe. Inzwischen denkt jeder zweite deutsche Käufer an den Touring, wenn es um Kauf eines 5ers geht. Und von den Verkauften ist rund jeder zweite mit dem Zwei-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel motorisiert, der 184 PS leistet.

Diener fährt mit

Dass der Premium-Bayer aber nun ein Facelift erhalten hat, wird wohl nur eingeschworenen Fans der Marke auffallen, die das Modell sehr gut kennen. Die Änderungen innen und außen, mit denen BMW den sportlichen Charakter der Modellfamilie betonen möchte, sind zu dezent um sie alle aufzuzählen.

Was bei der ersten Begegnung auffällt: Kaum zu glauben, dass dieser mächtig große und prächtig ausgestattete Kombi noch der Mittelklasse zugerechnet wird. Zählen doch zu seinen Extras etwa ein automatischer Notruf , ein Concierge-Service, der Hotelzimmer bucht oder einen Tisch im Restaurant reserviert, Sprachsteuerung, und Streaming-Zugriff auf einen BMW-eigenen Musikserver per Connected Drive, und vieles, vieles mehr.

Wichtige Fragen und Antworten zum Testwagen

Alltagstauglich?

Ja, absolut. Wer Familie, Tiere, Transportgüter und/oder Reisefieber hat, wird mit mit diesem Auto im Alltag glücklich. Und das Image stimmt auch.

Vorbildlich?

Materialanmutung und Verarbeitungsqualität.

Wie fährt er sich?

Dynamisch, aber ruhig. Kraftvoll, aber vernünftig. Schnell, aber entspannt. Sparsam, aber nicht öko. Das Wort Fahrspaß muss dieser Wagen allerdings im Lexikon nachschlagen.

Wo gehört er hin?

Auf den Firmenstellplatz meines Chefs.

Das schönste Detail?

Dass er nicht mit Design protzt, und man von außen nicht sieht, was er kostet.

Enttäuschend?

Dass ich keine Chance hatte, den verflixten automatischen Gurtstraffer abzustellen.

Ist er's wert?

Seinen Basispreis ist dieser Premiumkombi bestimmt wert. Aber die meisten Extras sind mir viel zu teuer.

Sound?

Sehr dezent. Mit einem Zwei-Liter-Turbo-Selbstzünder erschreckt man keine Kinder. Zum Glück ist die Diesel-Laufkultur ruhig und vibrationsarm.

Wie grün ist das Auto?

Hellgrün. Der offizielle Normverbrauch von 5,3 Liter ist schon in Ordnung. Das man den in der Praxis - trotz zahlreicher gewichtiger Extras - auch mal erreichen kann, ist erfreulich. Die Effizienzklasse des 184-PS-Fahrzeugs ist "A".

Was sagt der Nachbar?

"Und was haben die jetzt daran neu gemacht?"

Wer guckt?

Die anderen Business- und Lifestyle-Premium-Kombi-Fahrer mit grauen Haaren.

Wichtig ist es dem Hersteller offensichtlich in jeder Beziehung eine große Auswahl zu bieten. So stehen für den Touring mit der neuen Einstiegsmotorisierung 518d nun Triebwerke von 143 bis 450 PS zur Verfügung, der Allradantrieb xDrive, und sogar in der mehr als 20 Seiten langen Liste mit Extras und Optionen wurden noch einige vermeintliche Lücken geschlossen.

So ist ab diesem Monat (November 2013) ein Stau-Assistent erhältlich, der das Auto in der Spur hält, den Abstand zum Vordermann reguliert und bremst. Dazu kommt ein vollautomatischer Parkassistent, der allein in ausreichend große Lücken stößt. Aus der individuellen Konfiguration eines solchen Fahrzeugs kann man ein solides Tagwerk machen – und den Basispreis der Modellreihe von rund 43.00 Euro fast verdoppeln.

Image-Beförderung

Und dieser rundum unaufdringlich hochwertige, souveräne Eindruck, der den 5er-Touring zu einem echten Chef-Fahrzeug macht, bestätigt sich auf den ersten Kilometern Testfahrt. Man freundet sich trotz gewaltiger Außenabmessungen schnell an, sehr gute Materialien innen und hervorragende Verarbeitungsqualität unterstützen den Wohlfühlcharakter des Wagens, in dem man sich stets sicher aufgehoben und ein bisschen wie gerade beruflich befördert fühlt.

Ein sattes Drehmoment von 380 Newtonmeter steht schon bei 1.750 Touren der Kurbelwelle zur Verfügung und presst den Fahrer sanft aber nachdrücklich ins angenehm sitzende Lederpolster, falls per Kickdown gewünscht. Von 0 auf 100 geht's in etwas mehr als acht Sekunden, das ist nicht atemberaubend, aber immer noch respektabel flott.

Der 184 PS starke 1.995 cm-Diesel muss eben auch mindestens 1.800 Kilo beschleunigen, das kann nicht immer souverän gelingen. So sind es vor allem Autobahnpassagen bei Richtgeschwindigkeit, auf denen der Touring seine Souveränität am besten ausspielen kann. Sanftes Beschleunigen und Mitschwimmen im Berufsverkehr belohnt er mit Testverbräuchen, die nah an meist unerreichbare offizielle Normverbräuche herankommen.

Kommentare (5)

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esboern

21.11.2013, 08:59 Uhr

Über 80% der von BMW verkauften Fahrzeuge sind geleast oder finanziert, da hat man viel Freude, wenn man die Raten nicht mehr bezahlen kann oder einen Kofferraum voll Schulden.

Account gelöscht!

21.11.2013, 09:17 Uhr

einen Aussendienstwagen im Leasing zu betreiben ist normal; allerdings: welcher Aussendienstler darf sich schon einen 75T Euro teuren Wagen aussuchen? I.d.R. ist bei 45T Schluss; und einen sparsamst ausgestatteten 5er will doch auch keiner haben. Man darf sich schon einmal fragen, was an der Karre immerhin 150.000 Mark Wert ist ( die Kohle wird immer weniger Wert ); BMW hin oder her. Wer ihn privat haben will wartet 3 Jahre und holt sich sowas gebraucht; BMW steht voll von Leasingrückläufern die unters Volk gebracht werden müssen.
Und: letztendlich ist die Masse von BMW auch nur: ein hunderttausendfach existierendes Standardfahrzeug. Gähn.

Hansea52

21.11.2013, 09:20 Uhr

Hanseat 52:

Die Fahrzeuge von BMW, Audi und Mercedes sind vollkommen überteuert. Das erkennt mann wenn ein 80Tsd € Fahrzeug nach einem Jahr für deutlich unter 50Tsd in den Gebrauchtwagen Hallen steht. Das Leasing mit extremen Rabatten macht es möglich. Die Fahrzeuge der sogenannte Premiummarken werden auch nicht günstiger nur weil man einen Dreier bestellt. Sie sind dans halt nur kleiner!!Ich
ich fahre seit 18 jahren Jaguar in der Zeit wo aber immer noch teuer.

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