Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.10.2011

10:20 Uhr

BMW Active E

Das elektrische 1er-Coupé

Quelle:mid

Mit dem BMW Active E auf Basis des 1er Coupés überbrücken die Bayern die Zeit bis zur Fertigung des i3. Nur 1.100 Active E werden gebaut und anschließend gegen monatliche Nutzungsgebühren vermietet.

Das 1er Coupé fährt als BMW Active E rein elektrisch. Der Buckel auf der Motorhaube kündet von der sauberen Antriebstechnik. BMW

Das 1er Coupé fährt als BMW Active E rein elektrisch. Der Buckel auf der Motorhaube kündet von der sauberen Antriebstechnik.

MünchenMit dem BMW Active E auf Basis des 1er Coupés wollen die Bayern die Wartezeit bis zum i3 verkürzen. Ähnlich wie der Mini E wird auch der BMW Active E nicht beim Händler um die Ecke zu kaufen sein. Die 1.100 Fahrzeuge, die in einer Kleinserie im Werk Leipzig derzeit vom Band laufen, werden ausschließlich vermietet. 300 Fahrzeuge sind bereits produziert. Die Auslieferung beginnt in den nächsten Wochen. Mit rund 700 Fahrzeugen gehen die meisten Elektro-1er in die USA. Nur ein paar Handvoll der Active-E-Autos dürften daher die deutschen Straßen bevölkern.

Abgesehen von der bauchigen Motorhaube ist der BMW Active E kaum von den 1er-Serienmodellen mit Verbrennungsmotor zu unterscheiden. Auch die Leistungsdaten lesen sich auf den ersten Blick fast wie bei einem Diesel oder Benziner. Denn 170 PS und ein maximales Drehmoment von 250 Nm sollten an sich für genügend Freude am Fahren sorgen - wenn nur das Übergewicht nicht wäre. Während der BMW i3, der 2013 auf den Markt kommen soll, nur 1.250 Kilogramm auf die Waage bringt, ist der auf Spannung umgebaute 1er mit mehr als 1,8 Tonnen ein eiliger Fall für die Weight Watchers. Immerhin wurde das üppige Gewicht sinnvoll im Verhältnis 50:50 auf die beiden Achsen verteilt. Das können andere Elektrofahrzeuge deutlich schlechter.

Zahlen und Fakten zum E-Antrieb

Gewicht

Eine E-Maschine, also der Motor-Generator inklusive der Elektronik drum herum, wiegt nur etwa 50 bis 70 Kilogramm. Ein Verbrenner ist deutlich schwerer: Ein 4-Zylinder-Benziner wiegt ungefähr um die 220 Kilo, eine kleinere Dieselmaschine sogar knapp 300 Kilogramm. Der reine Vergleich der Antriebsformen ist jedoch nur die halbe Wahrheit: Entscheidend ist das Gesamtgewicht - dazu zählen auch die benötigte Batterie oder - beim Verbrenner - der mit Sprit gefüllte Tank.

Reichweite

Reichweite ist noch eines der größten Probleme bei E-Autos. Als Faustformel gilt, dass für eine ähnliche Streckenleistung wie mit einem spritfressenden Fahrzeug das 10- bis 20-Fache der Batterie benötigt wird. Bei 60 Litern Tankvolumen wären das rund 600 bis 1.200 Liter Batterievolumen - eine enorme Größe. Die Leistungssteigerung der Batterien ist daher eines der wichtigsten Themen beim E-Auto.

Wartung

Eine E-Maschine ist auf Lebensdauer wartungsfrei. Verbrenner nicht. Diesel mit großem Hubraum gelten als langlebig - Laufleistungen von mehreren Hunderttausend Kilometern sind nicht selten. Die für die E-Autos benötigten Batterien haben allerdings auch eine begrenzte Lebenserwartung. Sie werden mit der Zeit und dem Laden schwächer.

Ölwechsel

Ein E-Motor braucht keinen Ölwechsel, so wie es bei Verbrennern früher oder später der Fall ist. Die Lagerfette in den E-Antrieben sind auf eine lebenslange Funktionstüchtigkeit ausgelegt.

Getriebe

E-Autos kommen ohne Schaltgetriebe aus. Zulieferer wie ZF Friedrichshafen oder Getrag, die einen großen Teil ihrer Umsätze mit Getrieben erzielen, oder Hersteller wie Daimler, die ihre Getriebe selbst entwickeln und fertigen, werden sich umstellen müssen.

So bullig und satt liegt derzeit kaum ein anderer auf der Straße. Projektleiter Bernhard Hofer: "Der BMW Active E ist kein Serienfahrzeug. Es geht vielmehr darum, weitere Erfahrungen zu machen und weitere Kunden zu gewinnen. Nach dem Mini E ist der BMW Active E nun das zweite Testprojekt vor dem Serienmodell des i3." Im Gegensatz zum Mini E wurde der Motor des Active E im Hause BMW entwickelt. Verschiedene Module aus dem Elektroantrieb sollen später beim i3 in Serie gehen.

Da, wo im Fahrzeug sonst Verbrennungsmotor, Kardanwelle und Tank untergebracht sind, wurden beim Active E die 450 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Akkumodule eingebaut. Ein hundert Kilogramm schwerer Elektromotor treibt die Hinterachse an und vermittelt zumindest auf den ersten Metern allerhand Dynamik. Das sieht bei einem Abstecher auf die Landstraße oder der Autobahn ganz anders aus. Hier wird der Active E schnell zum müden Krieger. Dabei wird das Spurtpotenzial (0 auf 100 km/h in neun Sekunden) für die meisten mehr als ausreichen. Die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h dürfte in den Augen eines dynamischen BMW-Piloten eher zu wenig sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×