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02.05.2014

08:28 Uhr

BMW Elektro-Roller C Evolution

Cool, korrekt, dynamisch, - und sehr teuer

VonRalf Schütze
Quelle:Spotpress

Immer mehr Fahrzeuge stehen unter Strom. Den ersten Elektro-Großroller bringt jetzt BMW auf den Markt. Ab 5. Mai gibt es den C Evolution für stolze 15.000 Euro. Kann ein solcher Preis überhaupt gerechtfertigt sein?

 Ab 5. Mai gibt es den C Evolution für stolze 15.000 Euro. Jörg Künstle

Ab 5. Mai gibt es den C Evolution für stolze 15.000 Euro.

Normalerweise hört man sie von hinten kommen, wenn sie sich durch endlose Autokolonnen schlängeln – jene Roller-Armada, die in Metropolen wie Barcelona einfach schneller vorankommen als jeder hochgezüchtete Sportwagen. Ganz anders der Leisetreter BMW C Evolution: Er bahnt sich fast lautlos seinen Weg durch die City-Staus. Rein elektrisch macht er das rund 100 Kilometer weit dank drei Batterie-Modulen aus dem Elektroauto BMW i3. Vier Fahrmodi lassen den Strom-Piloten die Wahl zwischen maximaler Reichweite oder atemberaubender Performance – zum atemberaubenden Preis von 15.000 Euro.

Mit viel Schubkraft und wenig Sound ist der C Evolution ein dynamischer Blickfang im Großstadtverkehr, wenn er unglaublich antrittsstark und kaum hörbar jeden Ampelstart gewinnt. 35 kW oder 48 PS Leistung klingen schon recht stolz für einen Roller.

Aber es sind vor allem die 72 Nm Drehmoment, die den Elektro-Scooter katapultartig lossprinten lassen. Wahre Dynamiksprünge macht das 265-Kilo-Gefährt aus dem Stand schon nach dem kleinsten Dreh am Handgriff. Dann schnellt er zum Erstaunen daneben beschleunigender Normal-Biker in 2,7 Sekunden auf 50 und in 6,2 Sekunden auf 100 km/h.

Auch in Fahrt legt der C Evolution auf Wunsch noch eine Schippe drauf in seinem schweigsamen Vorwärtsdrang. Erst zwischen 100 km/h und dem Spitzentempo von 120 km/h verflacht die Impulsität ein wenig.

„Urban Mobility" heißt die BMW-Sparte, die der neue C Evolution gemeinsam mit den Benzin-Rollern C 600 Sport und 650 GT bildet. Der Reiz, ihn zu fahren, geht aber deutlich übers städtische Stammrevier hinaus.

Mit seinem niedrigen Schwerpunkt dank tief platzierter Batteriemodule wuselt der Strom-Scooter wieselflink auch über die Landstraße und glänzt beim Überholen mit seiner Spritzigkeit. Der Windschutz ist gut bis Topspeed 120 km/h. Die hat BMW per Abregelung verordnet, da sonst der Stromverbrauch rapide ansteigen würde.

In "electric green" sticht beim BMW C Evolution die Fahrzeugmitte hervor. SP-X/Ralf Schütze

In "electric green" sticht beim BMW C Evolution die Fahrzeugmitte hervor.

Doch zurück zum Stadtverkehr, in dem der BMW C Evolution emissionsfrei und leise um die Ecken wetzt oder sich durch Staus schlängelt. Dabei bremsen den Piloten lediglich die ausladenden Außenspiegel etwas ein, die dafür aber sehr gute Sicht nach hinten bieten. Bremsen sowohl am linken und rechten Hebel als auch durch Gaswegnehmen bringt verbrauchte Energie wieder zurück, denn beim sogenannten Rekuperieren fungiert der Elektromotor als Generator und lädt die Akkus wieder auf.

Trotz der Batteriemodule, die es zu integrieren galt: Die Optik stimmt beim C Evolution, wenngleich das Design des dreifarbigen Elektrorollers nicht ganz so eigenständig wirkt, wie BMW das ursprünglich vorhatte. Nur die Fahrzeugmitte sticht in schrillem „electric green" unverwechselbar hervor.

Den ersten Elektro-Großroller bringt jetzt BMW auf den Markt.  Jörg Künstle

In Fahrt stört am flotten Strom-Dynamiker nur ein wenig das Fahrgeräusch bis 40 km/h. Dann klingt er sowohl beim Beschleunigen als auch beim Verzögern wie eine Micro-Trambahn.

8 kWh liefern drei von acht Batteriemodulen des BMW i3. 6,3 davon werden genutzt, denn der Lebensdauer zuliebe ist ein komplettes Entladen nicht möglich. Aber selbst das genügt tatsächlich für rund 100 Kilometer Reichweite. Reizt man den besonders sparsamen „Eco Pro"-Modus mit weniger Tempo und Beschleunigung aus, dürften bis zu 140 Kilometer drin sein.

Wir kamen in Barcelona mit häufigen Beschleunigungsorgien auf 7,4 kWh Verbrauch, was immer noch für flotte 85 Kilometer reichen würde. Wieder voll sind die Akkus nach vier Stunden Ladezeit an Haushaltssteckdosen.

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