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27.10.2012

09:46 Uhr

BMW X5 als Gebrauchter

Groß und unempfindlich

Quelle:dpa

Er ist groß, stark und macht als Gebrauchter eine gute Figur: der BMW X5. In der Pannenstatistik fällt der Geländewagen kaum negativ auf. Mängel sind eher bei Modellen aus den Anfangsjahren zu beobachten.

Zweigeteiltes Urteil: Der BMW X5 bekommt beim ADAC gute Noten, der TÜV moniert allerdings Probleme mit der Vorderachse. Pressefoto

Zweigeteiltes Urteil: Der BMW X5 bekommt beim ADAC gute Noten, der TÜV moniert allerdings Probleme mit der Vorderachse.

BerlinDas Segment der SUV boomt, doch große Geländewagen wie der BMW X5 sind trotzdem auf dem absteigenden Ast. In der Zulassungsstatistik werden sie immer weiter nach unten durchgereicht, während ihre Kinder, die kompakten und kleinen SUV, an Beliebtheit gewinnen.

Doch in der ADAC-Pannenstatistik steht der X5 nach wie vor gut da. Mit Blick auf die Zahlen stellt der Münchener Club fest: «Außer Batterieproblemen gibt es keine Mängelschwerpunkte.» Das heißt natürlich nicht, dass ansonsten keine Probleme bei dem Allradler dokumentiert wären.

Vor allem Modelle aus den Anfangsjahren von 1999 bis 2002 mussten sich mit gelockerten Lenkgetrieben oder nicht ganz fest sitzenden Bremspedalen herumschlagen. Bei den Dieselexemplaren erwähnt der ADAC vereinzelte Defekte an Turboladern und Einspritzpumpen. Etwas getrübt wird das Bild auch bei der Hauptuntersuchung.

Dort haben die Prüfer laut «TÜV Report 2012» nicht selten verschlissene Vorderachsen und teils heftigen Ölverlust festgestellt.

Der BMW X5 wurde 1999 auf der Automesse in Detroit vorgestellt und kam 2000 in Deutschland auf den Markt. In den folgenden Modelljahren wurde die Motorenpalette erweitert. 2003 gab es das erste Facelift, bei dem die Front, die Heckleuchten sowie die Motoren überarbeitet wurden.

Sauberer Kraftprotz – BMW X5

Video: Sauberer Kraftprotz – BMW X5

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Der Nachfolger, optional als Siebensitzer konzipiert, löste Anfang 2007 in Deutschland den ersten X5 ab - unter anderem mit neuen Assistenzsystemen an Bord. Gefertigt wird der X5 im BMW-Werk in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina.

Bei den Antrieben des X5 steht Kraft im Vordergrund - was bei einem mehr als zwei Tonnen schweren Auto auch kein Wunder ist. Schwächster Vertreter ist mit 135 kW/184 PS ein Diesel der ersten Generation. Ansonsten leisten die Selbstzünder je nach Baujahr bis zu 280 kW/380 PS.

Die Leistungsspitze markiert der X5 als M-Modell mit 408 kW/555 PS. Bei den Benzinern geht es mit 170 kW/231 PS los. Während bei den Dieseln ausschließlich Reihensechszylinder für Vortrieb sorgen, arbeiten bei den Benzinern daneben auch V8-Aggregate unter der Haube.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Als Gebrauchter kostet das Münchener SUV laut Schwacke-Liste, die Fahrzeuge ab 2001 berücksichtigt, ab etwa 10.150 Euro. Dafür sollte ein elf Jahre alter 3.0 d mit 135 kW/184 PS aufzutreiben sein, der im Durchschnitt 189.000 Kilometer auf dem Tacho hat.

Wer nach einem jüngeren und kräftigeren Selbstzünder Ausschau hält, sollte im Falle eines X5 xDrive 35d mit 210 kW/286 PS von 2010 um die 43.250 Euro einkalkulieren - bei einer Laufleistung von 48.300 Kilometern.

Der Benziner X5 xDrive 30i mit 200 kW/272 PS von 2009 wird mit 31.800 Euro und 49.200 Kilometern gelistet.

Das M-Modell wurde erstmals 2009 als Neuwagen angeboten, ein Gebrauchtexemplar sollte heute etwa 54.900 Euro kosten und ebenfalls etwas mehr als 49.000 Kilometer hinter sich haben.

Kommentare (2)

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willi

27.10.2012, 15:30 Uhr

Kann ich bestätigen. Meiner hat schon 150.000 und noch nie etwas außerplanmäßiges gewesen.

deep

28.10.2012, 10:27 Uhr

Bei meinem X5 BJ. 2001 mit 92.000 km Getriebe defekt. BMW wollte 4000 Euro und gab natürlich keinerlei Rabatt geschweige denn Kulanz. Ich finde ein Getriebe in einem solchen Wagen sollte schon deutlich länger halten. Desweiteren ständig Elektronik Probleme, def. Navi etc. die nie behoben wurden. Ich bin/war total enttäuscht. Nie wieder BMW!

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