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21.03.2006

08:30 Uhr

Cadillac BLS

Der Onkel aus Amerika

VonJürgen Pander

Die US-Automarke Cadillac würde nur zu gerne in Europa Fuß fassen. Mit der Mittelklasse-Limousine BLS soll nun der erste große Schritt gelingen.

"Männlich, präzise, seriös" - so soll der Cadillac BLS wirken. Foto: Hersteller

"Männlich, präzise, seriös" - so soll der Cadillac BLS wirken. Foto: Hersteller

FRANKFURT. Wie begeistert man europäische Autokäufer? Die Frage bringt Marketingstrategen bei Cadillac seit Jahren ins Grübeln. Der jüngste Versuch, darauf eine Antwort zu finden, ist 4,68 Meter lang und sieht aus, als hätten die Designer das Tonmodell der Karosserie mit dem Schwert bearbeitet. Kantig, zackig, kraftvoll ist das Auto geformt. „Männlich, präzise, seriös“, sagt Cadillac-Markenchef James Taylor. Die Limousine BLS jedenfalls, von der die Rede ist, tritt ab 8. April in Deutschland an, um Mittelklasse-Kunden, die das Extravagante suchen, zu überzeugen.

Der Name Cadillac ist Unterstützung und Bürde zugleich. Unterstützung, weil bereits seit 1902 Autos unter dem Namen Cadillac produziert werden und die Traditionsmarke über Jahrzehnte als Luxuslabel unter den US-Autofirmen galt. Modelle wie der Eldorado oder der Fleetwood waren Ikonen der Straßenkreuzer-Ära. Eine Bürde, weil Cadillac immer noch nach Benzinschlucker klingt, nach überbordenem Schnickschnack und dem weich gefederten „american way of drive“.

Doch damit hat der BLS nichts zu tun. Das Auto ist das erste Modell des Hauses, das aus US-Sicht ausschließlich für den Export bestimmt ist. Weil der Wagen auch noch bei Saab in Schweden gebaut wird, kommt er also nicht einmal in Berührung mit Amerika. Technisch basiert der BLS auf der so genannten Epsilon-Plattform, dem Fundament, das auch den Opel Vectra und den Saab 9-3 trägt. Zudem ist die Limousine das erste Auto in der jüngeren Geschichte der Marke, das mit einem Dieselmotor angeboten wird.

Das einzige, wodurch der Cadillac BLS dann doch zum Amerikaner wird, ist sein Design. Selbstbewusst und etwas grob haben die Designer die Bleche geformt. „Wer den BLS zum ersten Mal sieht, soll ihn auf Anhieb als Cadillac erkennen“, sagt Taylor. Das Auto tritt auf wie der Onkel aus Amerika – etwas laut vielleicht, aber im Grunde sympathisch. Dieser Eindruck entsteht vor allem in Innenraum, weil die Materialien angenehm wirken, die Verarbeitung keine Macken erkennen lässt und die Gestaltung des Interieurs wohltuend abwechslungsreich zum hiesigen Einerlei gelungen ist.

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