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13.10.2016

08:07 Uhr

Chevrolet Camaro Cabrio im Test

Der neue Big Mac ist zum Glück ganz der alte

VonFrank G. Heide

Downsizing und Hybrid zum Trotz: Ein US-V8, massig Hubraum und Power, das ist für viele Auto-Fans immer noch ein Traum. Ford baut so einen mit dem Mustang. Hat Chevrolet mit dem neuen Camaro die bessere Alternative?

So eine Art „Big Mac“ unter den Power-Coupés: Für die einen ist es nur typisch amerikanisches Fast-Food, für andere eine wahre V8-Delikatesse. Der 453 PS starke Camaro mit dem 6,2-Liter-Triebwerk aus der Corvette polarisiert Betrachter, Fahrer und Passagiere. Gut so! Haben wir nicht schon zu viele austauschbare Autos? Frank G. Heide

Chevrolet Camaro Cabrio, Jahrgang 2016

So eine Art „Big Mac“ unter den Power-Coupés: Für die einen ist es nur typisch amerikanisches Fast-Food, für andere eine wahre V8-Delikatesse. Der 453 PS starke Camaro mit dem 6,2-Liter-Triebwerk aus der Corvette polarisiert Betrachter, Fahrer und Passagiere. Gut so! Haben wir nicht schon zu viele austauschbare Autos?

DüsseldorfDie stärksten Argumente für den Kauf eines Chevrolet Camaro sind seit zig Jahren bekannt, und haben Fans ur-amerikanischen V8-Vergnügens stets viel Freude bereitet: Bärenstarker, frei atmender Motor mit mehr als genug Hubraum, grollender Gewitter-Sound, polarisierendes Macho-Design, und vor allem ein unschlagbar gutes Verhältnis von Pferdestärken und Hubraum zum Preis. Mehr Power und Kubikzentimeter pro Euro bekommt man sonst nirgends. Nur der ewige Konkurrent Ford Mustang kann da noch annähernd mithalten.

Im Jubiläumsjahr 2016 - der erste Camaro kam am 29. September 1966 in den US-Handel - schlägt General Motors (GM) mit dem komplett überarbeiteten Camaro ein ganz neues Kapitel auf. Wieder gibt es die äußerlich nun noch schärfer gezeichnete V8-Ikone als Coupé und als Cabrio, nun allerdings mit gleich drei verschiedenen Motorisierungen und jeweils mit Achtgang-Automatik oder als Sechsgang-Handschalter.

Die populärste Variante ist zugleich die größte, und die haben wir getestet: Der 6,2 Liter-V8 kommt aus der Corvette, im Camaro leistet er maximal 453 PS und wuchtet atemberaubende 617 Newtonmeter Drehmoment an die Kurbelwelle.

Wem das zu viel erscheint, der greift zum 3,9-Liter-V6 mit 335 PS, der schon viel Lob in ersten Tests bekam. Neu ist die dritte Motorisierung, die Traditionalisten aufstöhnen lässt: Ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbo mit 275 PS. 39.900 Euro kostet diese Basisvariante. Natürlich bleibt es immer bei zwei Türen, vier Sitzplätzen und Heckantrieb.

Von außen hat sich nicht viel getan im neuen Modelljahr, der neue Camaro wirkt so martialisch und düster wie alte. Allerdings guckt er Passanten nun aus besonders finster dreinblickenden Scheinwerferaugen an, die unter einer ewig langen und weit heruntergezogenen Motorhaube hervorblitzen. Außerdem macht ein Spoiler sein kastiges Hinterteil noch etwas unübersichtlicher.

Seit 2012 steht er auf der Plattform des Cadillac ATS, die bei GM Alpha heißt. Eine Daumenlänge kürzer ist der Neue mit nun 4,78 Meter, auch beim Radstand, aber er hat deutlich an Steifigkeit gewonnen und 90 Kilo abgespeckt.

Stark modernisiert und aufgewertet hat Chevrolet den Innenraum, der nicht länger Kunststoff-Einöde mit Playmobil-Charme bietet, sondern dem 2014 überarbeiteten Ford Mustang auch in puncto Verarbeitung, Ausstattung und Assistenzsystemen das Leben etwas schwerer machen will.

Leider zeigen Armaturenbrett, Mittelkonsole und Türen immer noch viel schlichtes Plastik, aber der Lederanteil ist gestiegen, und vor allem mit dem neuen Multimedia-Infotainment, einem 8-Zoll-Touchscreen, der selbst bei offenem Dach blendfrei bleibt, einer wahren LED-Lightshow als Innenbeleuchtung sowie gut gemachten Metalleinlagen kommt schon gutes Sportwagen-Feeling auf.

Es wird gesteigert durch sportliche Ledersitze, die auch in schnellen Kurven ausgezeichneten Seitenhalt bieten, und den Fahrer tief hinters Lederlenkrad nah am Asphalt platzieren.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Alltagstauglich?

Falsche Frage. Mit diesem Vehikel lässt man den Alltag hinter sich.

Das schönste Detail?

Bestmöglicher V8-Klang. Unfassbar, was da aus einer serienmäßigen Auspuffanlage kommt.

Enttäuschend?

Beim manuellen Schalten per Wippe wirkt der Gangwechsel meist zu träge. Das „magnetic-ride“-Fahrwerk ist super modern, doch schlechter Asphalt wird von den mindestens 20 Zoll großen Reifen auch gerne mal stoßweise nach innen durchgereicht.

Ist er`s wert?

Definitiv ein Schnäppchen. Mehr amerikanisches V8-Feeling und Power bekommt man nirgendwo sonst fürs gleiche Geld.

Sound?

Brachial, sensationell, eine klare Ansage. Der Camaro wirft den Nachbarn aus dem Bett und lässt Fensterscheiben zittern. Leiser wirds nur im Tour-Fahrmodus bei Richtgeschwindigkeit, wenn die Zylinderabschaltung sparend eingreift.

Wie grün ist das Auto?

Der Normwert lautet durchschnittlich 17,5 Liter Super innerstädtisch. Die haben wir nie gebraucht, es war stets weniger. Wer einen sensiblen Gasfuß hat, schafft auf der Autobahn auch mal 12 oder 13 Liter. Aber ist das bei diesem Auto nicht eher Nebensache?

Vorbildlich?

Souveräner optischer Auftritt, gute Extras und moderne Ausstattung. Deutlich verbesserte sportliche Fahrbarkeit. Und noch mal: Dieser Sound ...

Was sagt der Nachbar?

„Testen Sie jetzt auch noch Zuhälter-Autos?“

Wer guckt?

Alle. Wirklich alle. Männer.

Wie fährt er sich?

Länge, Breite und Gewicht kann er nicht verbergen. Zum Glück werden Fahrwerk, Lenkung und der V8 damit stets spielend fertig. Als niedrigtourig brabbelnden Cruiser fand ich ihn sensationell, doch er beherrscht auch Ampelstart und mittlerweile sogar kurvige Landstraße sehr gut.

Wo gehört er hin?

In die Hände von Menschen, die keine Angst vor neugierigen Blicken und schnell gefällten Vorurteilen haben. Motto: „Gib Gas, ich will Spaß!“

Loben muss man Chevrolet für den sensationell weiten Verstellbereich dieser Sitze, die das Popometer auch mehrstufig per Luftstrom kühlen, und die individuelle Positionierung des mit Knöpfen gespickten Lenkrads, das dem Offenfahrer auf Wunsch die klammen Finger wärmt.

Das riesige Stoffdach lässt sich angenehmerweise auch bei langsamer Fahrt öffnen und schließen. Es verschwindet bei Sonnenschein unter einer festen Klappe, und füllt dann den Großteil eines Kofferraums, der nicht der Rede wert ist.

Kommentare (3)

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18.10.2016, 16:25 Uhr

Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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18.10.2016, 16:32 Uhr

Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

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18.10.2016, 16:48 Uhr

Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

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