Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.11.2013

09:23 Uhr

Chevrolet Corvette Stingray

Auf dem Highway ist wieder die Hölle los

Quelle:dpa

Kein anderer Sportwagen steht so sehr für den "American Way of Drive" wie die Corvette. Gerade 60 Jahre alt geworden, geht das Kult-Coupé in die nächste Runde: Stärker und schneller als je zuvor.

Sie ist ein Höllengefährt: Die neue Chevrolet Corvette Stingray PR

Sie ist ein Höllengefährt: Die neue Chevrolet Corvette Stingray

BerlinWas dem Deutschen sein Porsche und dem Italiener der Ferrari, das ist dem Amerikaner die Corvette. Sie feiert gerade ihren 60. und mit 1,5 Millionen Exemplaren der erfolgreichste Sportwagen der Welt. Doch damit nicht genug: Noch im Herbst startet die neue Generation der US-Ikone ab 69.990 Euro.

Leistungsexplosion in laszivem Design

Die Entwickler haben tatsächlich bis auf den Griff für das herausnehmbare Dachelement jedes Bauteil erneuert. Der Charakter der Corvette bleibt aber unverändert: Sie ist ein ebenso vollblütiger wie vorlauter Sportwagen, der auf Political Correctness genauso pfeift wie auf das Ansehen bei den Nachbarn. Schon das rasiermesserscharfe Design irgendwo zwischen der Coke-Bottle-Skulptur aus den frühen Corvette-Jahren und einem futuristischen Ferrari ist pure Provokation und der nagelneue 6,2 Liter-V8 eine Kampfansage an die Klimaschützer.

Ja, es gibt jetzt eine Zylinderabschaltung, die den V8 kaum merklich kastriert, wenn man den Gasfuß leicht macht. Und im Eco-Modus kommt kaum mehr als ein Säuseln aus den vier Endrohren, die wie Fanfaren aus dem Heck lugen. Doch wer die Corvette bestimmungsgemäß bewegt, der macht Kritiker mit einem infernalischen Motorengebrüll mundtot, leistet einen wahrscheinlich sogar messbaren Beitrag zur Endlichkeit der Energieressourcen, und hat auch noch jede Menge Spaß dabei.

Denn die Corvette ist auch in der siebten Generation ein Ego-Shooter, der Benzin in Adrenalin verwandelt und das Bewusstsein mit purer Beschleunigung erweitert. 343 kW/466 PS und 630 Nm – das klingt für einen Sportwagen vergleichsweise handzahm. Und auch die 4,3 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h sind allenfalls gehobener Durchschnitt.

Dafür sorgen 466 PS und 630 Nm Drehmoment. Auch wenn das keine Rekordwerte für einen Sportwagen sind. PR

Dafür sorgen 466 PS und 630 Nm Drehmoment. Auch wenn das keine Rekordwerte für einen Sportwagen sind.

Doch festgeschnallt auf feuerroten Ledersesseln und den Blick über die endlose Motorhaube an den Horizont geheftet, wähnt man sich beim Kickdown wie ein Astronaut beim Start einer Apollo-Rakete. Nur dass man sein Geschick hier selbst in die Hand nehmen kann.

Und das geht bei der intern nur C7 genannten Corvette diesmal besser denn je. Möglich macht das ein unscheinbarer Drehknopf auf dem hohen Mitteltunnel, mit dem man gleich fünf verschiedene Fahrmodi einstellen kann.

Auf Knopfdruck zum Höllenhund

Jeder Dreh verändert bis zu elf Parameter von der Klangcharakteristik des Posaunenchors im Heck über die elektrische Servolenkung bis zur Aggressivität des Gaspedals, der Toleranz der Sicherheitssysteme oder dem rasend schnellen Verstellfahrwerk.

So gibt sich die Corvette mal brav und berechenbar wie eine potente Limousine und fühlt sich Sekunden später an wie eine Höllenmaschine, die dem Fahrer den Schweiß auf die Stirn treibt.

Fest anschnallen sollte man sich trotzdem. Vor allem, wenn man die Corvette mit Kickdown fährt. PR

Fest anschnallen sollte man sich trotzdem. Vor allem, wenn man die Corvette mit Kickdown fährt.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

06.11.2013, 12:11 Uhr

Es tut gut, dass es neben all dem ökologischen Denken und Handeln auch noch hin und wieder so schöne Unvernunft gibt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×